"Seit ich ein kleiner Junge war, liebe ich Tiere, insbesondere Vögel", sagt Ferdinand Redel, der 1956 in der Einöde Prügeldorf bei Gößweinstein auf einem Bauernhof aufwuchs und schon mit zehn Jahren Wellensittiche, Sittiche und Fasanen hielt. Dass er aber einmal mit einem Farbenwellensittich zweifacher bayerischer Meister und sogar deutscher Meister werden würde, hätte er nie zu träumen gewagt.

Aus der Liebe zu den Vögeln begann Ferdinand Redel 1976 mit der Zucht von Wellensittichen und Zebrafinken und trat im gleichen Jahr dem deutschen Kanarienzüchterbund (DKB) bei, um sein Hobby mit Gleichgesinnten weiterzuführen. Regelmäßig nahm er an Ausstellungen bei Vereins- und Landesschauen teil. 1989 legte er nach dreijähriger Schulungszeit die Preisrichterprüfung für die Sparte Exoten beim DKB erfolgreich ab und war in dieser Funktion bei Vereins- und Landesschauen sowie bei deutschen Meisterschaften und drei Weltschauen in Lausanne (Schweiz), Piacenza (Italien) und Bad Salzuflen tätig.

"Als ich 2013 der Liebe wegen nach Zeil zog, bekam ich die Möglichkeit, meine Zucht zu intensivieren", erzählt er. So stieg er zwei Jahre später in die Zucht von Farbenwellensittichen ein. Diese Vögel sind die Ur-Wellensittiche, die 2011 zum ersten Mal bei der deutschen Meisterschaft des DKB in Bad Salzuflen der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Wobei die ideale Länge eines Farbwellensittichs zwischen 17 und 18 Zentimetern liegt und der Schwanz genauso lang ist wie der Körper. Damit sind sie wesentlich kleiner als die üblichen Schauwellensittiche.

Ihren Namen haben die Vögel von der Farbintensität ihres Gefieders erhalten, das von grün über blau bis violett reicht und auch eingescheckt sein kann. "Mir gefällt besonders die agile Art dieser Vögel und es macht Spaß, diese Artgenossen zu züchten", schildert Ferdinand Redel, der seine Vögel in einer Außenvoliere mit angrenzendem Schuppen hält. Weil Wellensittiche Höhlenbrüter sind, bekommen sie entsprechende Kästen zum Brüten.

Zweimal im Jahr legen die Weibchen durchschnittlich sechs Eier, die sie auch bebrüten. Lediglich bei der Aufzucht der geschlüpften Jungen helfen auch die Männchen mit. Bei guter Haltung können die Farbenwellensittiche bis zu 15 Jahre alt werden. "Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur durch die Nasenhaut, die bei den Männchen blau und bei den Weibchen grün ist", erklärt der Züchter, der sich täglich rund eine Stunde Zeit nimmt, um seine Vögel zu füttern und die Voliere sauber zu halten. Neben den Farbenwellensittichen hält er auch noch Zebrafinken.

Im Dezember 2017 trat er dann bei den bayerischen Meisterschaften der Farbenwellensittiche in Oberasbach an und gewann zum ersten Mal den Titel des bayerischen Meisters. Ein Jahr später konnte er den Erfolg nicht nur wiederholen: Bei der bayerischen Meisterschaft in Oberasbach stellte er zum einen den Meistervogel und gewann zum anderen auch die bayerische Vizemeisterschaft.

Sein bisher größter Erfolg aber wurde ihm bei der deutschen Meisterschaft Ende Dezember 2018 in Bad Salzuflen beschieden, bei der 250 Vögel ausgestellt waren. Denn dort wurde er zum deutschen Meister bei den Farbenwellensittichen gekürt. "Ich habe mich riesig über diesen Titel gefreut", so Ferdinand Redel. Er ist seit 2016 auch Vorsitzender des bayerischen Landesverbandes der Vogelzüchter, dem 50 Vereine mit rund 500 Mitgliedern angehören.

In dieser Funktion wird er am 30. November und 1. Dezember dieses Jahres die bayerischen Meisterschaften der Farbenwellensittiche in der Tuchangerhalle in Zeil organisieren. Dabei erfolgt die Eröffnung durch Bürgermeister Thomas Stadelmann am 30. November um 10 Uhr. "Ich hoffe, dass der Ort den Zuspruch der Züchter findet und dass die Bevölkerung die Schau am Samstag und Sonntag rege besuchen wird", sagt Ferdinand Redel.