LKR Haßberge
Erster Schultag

Hurra, die Schule beginnt!

Für mehr als 8000 Mädchen und Buben im Landkreis Haßberge wird es am Dienstag, 11. September, ernst. 691 Mädchen und Buben sind Abc-Schützen.
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Der heutige evangelische Dekan Jürgen Blechschmidt an seinem ersten Schultag im Jahr 1964alle Fotos: privat
Der heutige evangelische Dekan Jürgen Blechschmidt an seinem ersten Schultag im Jahr 1964alle Fotos: privat
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Irgendwann sind sie Erzieher oder Bankdirektor, Klärwärter oder Jurist, Konzertmeister, Versicherungsmakler, Krankenpfleger, Aussteiger oder gar Digitalminister. Kindern stehen alle Wege offen, erst recht wenn sie gerade erst dem Kindergarten entsprungen sind und erste Erfahrungen mit den Pflichten des Lebens machen.

Als Abc-Schützen stehen sie alle vor der gleichen Herausforderung: neue Freunde, eine neue Bezugsperson, Stillsitzen und Stillhalten und Aufgaben erledigen. Schule bedeutet einen krassen Einschnitt und plötzlich auch Verantwortung, Erwartungsdruck und Leistungszwang. Wie gut, dass dies alles harmlos beginnt, mit spielerischen Mal- und Schwungübungen und vor allem mit einer Tüte voller Überraschungen.

Weniger Erstklässler

Darauf freuen sich an diesem ersten Schultag 691 Buben und Mädchen in den 23 Grundschulen im Landkreis Haßberge an ihrem allerersten Schultag. Im vergangenen Jahr hatte das Staatliche Schulamt noch 719-Abc-Schützen gezählt.

Auf den Inhalt ihrer "Überraschungstüten" haben sich vorr Jahren und Jahrzehnten auch diejenigen gefreut, aus denen tatsächlich etwas geworden ist; Firmenchefs, hohe Politiker, TV-bekannte Spaßmacher oder hohe Geistliche... Wir haben einige Persönlichkeiten aus dem Landkreis gebeten, sich nochmals an ihren ersten Schultag zu erinnern und uns einen Blick in die ganz persönlichen Schultüten werfen zu lassen: Cäcilie Werner, Kreisbäuerin aus Wonfurt: Süßigkeiten fand Cäcilie Werner damals in ihrer Schultüte vor, Eine echte Zuckertüte also, auch wenn sie zum Großteil mit anderem Füllmaterial ausgestopft war. "Oben drauf dann ein paar Bonbons und sowas", sagt die Knetzgauerin. Sie wurde 1972 in Augsfeld eingeschult und ist immer gern zur Schule gegangen. Ihr Lieblingsfach war Heimat und Sachkunde - die perfekte Vorbereitung für die heutige Aufgabe als Kreisbäuerin.

Oti Schmelzer, Kabarettist, Winzer und Straßenwärter aus Knetzgau: Auf unserem Klassenbild der ersten Klasse in Oberschwappach bin ich der mit der Tafel! Komischer weise bestimmten die Fotografen immer, ohne mein Zutun, mich zum Träger! Am ersten Schultag war ich sehr aufgeregt, nicht nur wegen der Schule! Wir hatten keinen Kindergarten, so dass ich den Rest meiner Schulkameraden vom Oberdorf nicht kannte, vor denen mich meine Oma sehr gewarnt hatte! Zudem dürfte ich ausnahmsweise meine Sonntagskleider anziehen ! Meine Lehrerin hatte ich drei Jahre! Ihr Ruf machte mir auch Angst! Der aber hat sich dann auch bestätigt! Anne Feulner, Chefin bei der Firma Maintal Konfitüren in Haßfurt: Mein erster Schultag war 1970 an der Grundschule am Haßfurter Marktplatz. In der Schultüte waren Süßigkeiten, Schulutensilien, Mäppchen und ein neues Outfit für die Lieblings-Barbie. Natürlich war der Tag mit viel Aufregung verbunden, vor allem was die Zusammenstellung der Klassen angeht. Bei mir besonders, denn ich konnte es nicht erwarten, zu erfahren, ob die beste Freundin mit in der Klasse sein würde. Anlässlich der Einschulung durfte ein Ausflug nicht fehlen - mit der Familie ging es an den Ellertshäuser See wo wir bei Kaffee und Eis den Nachmittag genossen. Siegbert Weinkauf, Polizeichef in Ebern: Ob es ihn deswegen damals auch noch auf die Polizeischule gezogen hat? Siegbert Weinkauf, heutiger Leiter der Polizeiinspektion Ebern ist nach eigenem Bekunden immer gerne zur Schule gegangen. "Das hat mir immer Spaß gemacht", sagt der Erste Polizeihauptkommissar, der 1965 als Abc-Schütze in Breitengüßbach Lesen, Schreiben und Rechnen lernte. "Wir waren eine Riesenklasse mit 55 Kindern und ich hatte viele Freunde um mich rum". Was in der Schultüte war, hat er vergessen. Dafür kommt die Antwort auf das Lieblingsfach wie aus der Dienstpistole geschossen: "die Pausen". Susanne Kastner , Politikerin aus Maroldsweisach: Das Foto wurde 1952 aufgenommen .Ich bin in Nürnberg in der damaligen Sankt-Gustav -Schule eingeschult worden. Die Schultüte war klein und beinhaltete nur das, was man für die Schule braucht. Bleistifte, Buntstifte , Füller, Wasserfarbkasten und eine kleine Tüte Bonbons. Das hat mich sehr gefreut. Die beiden Kinder links und rechts sind meine älteren Geschwister. Jürgen Blechschmidt , Dekan im evangelischen Dekanat Rügheim: Ich bin 1964 in die Volksschule in Marktredwitz eingeschult worden. In meiner Schultüte waren Naschsachen, Schreibutensilien und Hefte. Auf einer Schiefertafel musste ich das Alphabet-Schreiben üben. Das Gebäude der Volksschule bestand aus zwei Flügeln, die im rechteckigen Winkel zusammengebaut waren, dazwischen der Pausenhof. Im einen der Flügel wurden die evangelischen Schüler unterrichtet, im anderen die katholischen. Die Pausenzeiten waren versetzt, so dass man sich in der Pause nicht begegnen konnte. Das ist heutzutage - Gott sei Dank! - nicht mehr so. Monika Göhr , Pressesprecherin am Landratsamt in Haßfurt: Als ich 1972 in Rentweinsdorf eingeschult wurde, war es nasskalt, trüb und neblig. Noch heute riecht es manchmal nach Schulanfang. Mein erster Schultag war sehr aufregend. Schon nach einer halben Stunde habe ich meine Mutter vermisst, so dass mir zum Heulen war. Dann musste ich auch noch feststellen, dass das Mädchen neben mir ein Junge war. Und dann war da noch der Fotograf, bei dem man mit einer fremden Schultüte fröhlich in die Kamera grinsen sollte. Irgendwie war alles furchtbar. Aber nach ein paar Tagen hatte sich die Aufregung gelegt und ich bin gerne zur Schule gegangen.



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