Zeil am Main

"Herzen im Glück, ein ewiger magischer Augenblick"

Die Lebenshilfe Haßberge präsentierte in Hofheim und Zeil das Inklusionsmusical "Wie geht Glück?"
Artikel drucken Artikel einbetten
"Heute ist ein schöner Tag": Besser hätten es die jungen Musicaldarsteller des Bereichs "Offenen Hilfen" der Lebenshilfe Haßberge nicht singen können.  Ralf Naumann
"Heute ist ein schöner Tag": Besser hätten es die jungen Musicaldarsteller des Bereichs "Offenen Hilfen" der Lebenshilfe Haßberge nicht singen können. Ralf Naumann
+7 Bilder

"Wie geht Glück?" Antworten auf diese Frage sind sicher nicht einfach. Am Wochenende gab es von der Musicalgruppe des Bereichs "Offene Hilfen" der Lebenshilfe Haßberge gleich 15 tolle Anregungen. Singen etwa könnte zum Glücklichsein beitragen, ebenso Lachen, Pausen, Freunde, Tanzen, Schmunzeln, Pizza, Abenteuer oder einfach nur gute Worte. Und glücklich waren auch die Besucher, die eine der zwei Aufführungen des bereits sechsten Inklusionsmusicals in Hofheim und in Zeil genossen.

Die Besucher waren von den jugendlichen Schauspielern und Sängern mit einem Handicap, ihrem Betreuerteam, einigen nichtbehinderten Darstellern, dem Liedermacher Martin Scherer und seinem Projektchor sowie der Musikpädagogin Petra Schlosser am Piano restlos begeistert. Eines wurde im Laufe der lebensfrohen Vorstellungen deutlich: Jeder Mensch hat nun einmal andere Vorlieben und Neigungen, weil jeder Mensch einfach anders ist. "Das ist normal", betonte Martin Scherer, der wieder für Text und Lieder verantwortlich war und sich an das erste Treffen erinnerte: "Am Anfang stand ein leeres Blatt Papier", lachte der Unfindener. Doch seit dem ersten Treffen am Anfang des neuen Jahres schafften es alle Beteiligten gemeinsam, wieder ein tolles inklusives Musical-Kreativprojekt auf die Bühne zu bringen. Dazu haben viele Gespräche mit den Laien-Darstellern auf der Bühne geholfen, die bei ihren vorangegangenen Auftritten in den letzten sechs Jahren seit der Premiere mit "Die Zauberpizza" 2013 natürlich reichlich Erfahrung sammeln konnten. So entstanden die zwölf neuen Lieder, die einfach nur Spaß bereiteten.

Sowohl mit "Heute ist ein schöner Tag" als auch bei "Wir sind keine Stubenhocker", "Fridolin, das Känguru, "Tanz mit mir auf dem Mond", "Der Pizzarist" oder dem "Gummibärennascherlied" gelang es Maik, Elena, Theresa, Katharina, Nina, Thomas, Marcel, Elias, Lukas sowie den Neulingen Svenja, Matilda, Larissa, Hannah, Nils, Femi, Ann-Kathrin, Mathilda und ihren mitsingenden Betreuerinnen Alexandra Sahlender (Königsberg, die Erzieherin hatte gleichzeitig die Leitung inne), Jutta Geuppert (Goßmannsdorf), Susanne Zweier (Trossenfurt) und Katharina Weidinger (Haßfurt) in verschiedenen Rollen und Kostümen von der ersten Minute an, für fröhliche Stimmung und strahlende Gesichter zu sorgen. Und gleichzeitig vermittelten sie dabei ihre individuellen Glücksmomente, wobei Tim bis zum Ende insgesamt 15 "Glückskarten" an eine eigene "Musical-Tafel" heftete.

Für einige Verschnaufpausen war während der musikalischen Gesangs- und Tanzeinlagen derweil Jörg Kümmel aus Sand, dessen Sohn Lukas seit der Gründung 2013 ein fester Bestandteil der Musical-Gruppe ist und diesmal als schwarzer Medizinmann glänzte, verantwortlich. Der Vorsitzende der Lebenshilfe Haßberge gab als Moderator kleine Denkanstöße, was noch alles zum Glücklichsein beitragen könnte. Bewegung etwa, denn "Leben ist Bewegung und Bewegung hält das Leben in Schwung." Oder der bekannte afrikanische Satz "Hakuna matata" - es gibt keine Probleme". Laut Kümmel glauben zudem viele Menschen, Glück sei nur "in endloser Arbeit und dem Streben nach Erfolg oder Konsum von Luxus zu finden." Wer sich keine Zeit für zwischenmenschliche Begegnungen und Beziehungen nimmt, werde aber "immer nur am wahren Glück vorbei schießen." Für ihn stand am Ende jedenfalls fest: "Das Leben ist voller kleiner und großer Überraschungen, aber auch voller kleiner und großer Glücksmomente". Man müsse sie nur entdecken und sich die Zeit nehmen, sie zuzulassen. "Leider gibt es manchmal auch Unangenehmes und sogar Schreckliches zu verkraften. Die Kunst ist aber, nicht zu lange an negativen Gedanken festzuhalten, die uns runterziehen."

Gerade das Schlusslied, welches vom "Zauber des Glücks" handelte, machte deutlich: "Glücklich zu sein ist so wunderschön, glücklich zu sein ist schön." Man müsse sich einfach nur dafür bereit halten, denn "Wunder geschehen ja zu jeder Zeit!" Und die Schlussfrage haben wohl alle Zuschauer innerlich mit einem "Ja" beantwortet: "Ein ganzes Leben, glücklich und wahr, wäre das nicht wunderbar? Strahlende Augen, Herzen im Glück, ein ewiger magischer Augenblick."

Tatsache ist: Die Musicalgruppe der "Offenen Hilfen" sorgte wieder einmal für zwei glückliche Abende und lieferte "den Beweis, dass auch einer langjährigen Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Handicap nichts im Wege steht", wie Laura Süßmann, Bereichsleiterin der "Offenen Hilfen", im Vorfeld betonte.

Verwandte Artikel

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren