Haßfurt
Amtswechsel

Haßfurter Polizeichef Norbert Mohr geht in Ruhestand

Thomas Hümmer übernimmt die Leitung der Inspektion. Bei der Verabschiedung gab es viele Aussagen zum Schmunzeln.
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Polizeipräsident Gerhard Kallert überreicht Norbert Mohr (rechts) die Ruhestandsurkunde.  Christian Licha
Polizeipräsident Gerhard Kallert überreicht Norbert Mohr (rechts) die Ruhestandsurkunde. Christian Licha
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Nach 42 Dienstjahren wurde Norbert Mohr, der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Haßfurt, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Dem Polizeioberrat folgt Polizeioberkommissar Thomas Hümmer, der als Interimsnachfolger im Rahmen der Führungsbewährung die Dienststellenleitung für die nächsten sechs Monate übernimmt. Zu einer Feierstunde zum Amtswechsel in der Rathaushalle waren zahlreiche Ehrengäste gekommen.

Am 1. März 1977 in Würzburg eingestellt, war Norbert Mohr zunächst fünf Jahre Streifenbeamter bei der Polizeiinspektion Schweinfurt-Land. Nach dem Studium an der Beamtenfachhochschule Fürstenfeldbruck kam er nach Schweinfurt zurück und übernahm dort verschiedene Aufgaben, ehe er Dienststellenleiter bei der Polizeiinspektion Alzenau wurde. Auf zahlreiche weitere interessante Tätigkeiten kann der 61-Jährige nach über vier Jahrzehnten zurückblicken. So war er zum Beispiel Mitarbeiter im Lagezentrum des bayerischen Innenministeriums in München, stellvertretender Leiter des Präsidialbüros beim Polizeipräsidium Unterfranken und Leiter der Sondergruppe Einsatz und stellvertretender Dienststellenleiter der Kriminalpolizeiinspektion Würzburg. Mit den Worten "du warst ein guter Chef" kommentierte der stellvertretende Dienststellenleiter Kurt Etzel dessen letzte Station seit Mai 2016 in Haßfurt.

"Der Freistaat Bayern und insbesondere die unterfränkische Polizei hat Ihnen viel zu verdanken und auf Ihre eindrucksvolle und erfolgreiche Arbeit können Sie zu Recht stolz sein", würdigte Polizeipräsident Gerhard Kallert die Verdienste Mohrs. Kein Geheimnis verriet Kallert, als er sagte, dass die Arbeitsergebnisse der Polizeiinspektion Haßfurt hervorragend sind. Im letzten Jahr ist beispielsweise bei einer Gesamtzahl von 1891 registrierten Straftaten ein Fallzahlenrückgang um 7,4 Prozent, also 151 Fälle, zu verzeichnen. Im Fünfjahresvergleich stellt der derzeitige Wert ein Minimum dar. Die Aufklärungsquote konnte schon in den letzten Jahren traditionell auf hohem Niveau zwischen 67 und 69 Prozent gehalten und im letzten Jahr auf einen Spitzenwert von 74,6 Prozent gesteigert werden. Auch im Präsidialbereich Unterfranken wurde mit über 70 Prozent ein historischer Höchstwert erreicht. Im unterfrankenweiten Vergleich gehört der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Haßfurt zu den sichersten.

Staatssekretär Gerhard Eck (Innenministerium) hob Bayern als starkes Land hervor, in dem die innere Sicherheit oberste Priorität habe. Tief verwurzelt und verankert in Unterfranken bezeichnete der Politiker Mohr und hob dessen engagierten Einsatz in seinen Dienstjahren hervor.

Als einen kompetenten und stets hilfsbereiten Ansprechpartner würdigte der stellvertretende Landrat Michael Ziegler den scheidenden Haßfurter Polizeichef. Immer um unbürokratische Lösungen bemüht, gab es viele Berührungspunkte, wie zum Beispiel bei der Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Feuerwehr. Lobend erwähnte Ziegler auch die gemeinsamen Anstrengungen zusammen mit dem Jugendamt zur Verbesserung des Jugendschutzes und der Prävention. Auch bei Großveranstaltungen wie den Weinfesten in Sand und Zeil oder den Eltmanner Biertage wurde und wird stets eng zusammengearbeitet, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.

Als vertrauensvoll und zielführend hat auch der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner die Zusammenarbeit mit Polizeioberrat Mohr erlebt: "Sie haben Ihr Amt als Leiter der Polizeiinspektion Haßfurt erfolgreich ausgeübt und Herausforderungen gemeistert sowie brenzlige Situationen rechtzeitig erkannt."

In seinen Abschiedsworten, mit einer Portion Humor vorgetragen, stellte Norbert Mohr fest, dass es in seinen über vier Jahrzehnten Dienstzeit viele Veränderungen gab, besonders auch die Technik betreffend. Die Aufgaben seien aber im Kern gleich geblieben, wenn auch heute das Sicherheitsgefühl immer mehr im Fokus stehe. In den Polizeiberuf sei er regelrecht "hineingerutscht", so Mohr, denn mit seinen ersten Dienstjahren wollte er eigentlich nur überbrücken. "Später habe ich gemerkt, dass das nicht nur ein Job, sondern meine Berufung ist", erklärte der baldige Ruheständler, der als hervorragender Netzwerker gilt. "Die ersten drei Stunden waren für mich die Hölle", beschrieb Mohr scherzhaft die Situation an seinem ersten Arbeitstag damals bei der Kripo in Schweinfurt. Es war für ihn, der sehr gerne mit anderen kommuniziert, eine bedrückende Ruhe im Büro, die sich erst löste, als nach langer Zeit das erste Mal das Telefon klingelte. "Ich war schon immer Klassensprecher oder Pfadfinder-Gruppenleiter", schmunzelte Mohr.

Als er erfahren hatte, dass er als Nachfolger von Norbert Mohr vorgesehen bin, hatte er sofort das Gesicht von Mohr mit seinem typisch verschmitzen Lächeln vor Augen, berichtete Thomas Hümmer bei seiner Antrittsrede. 2015 nach seinem Studium als frischgebackener Kommissar hatte er Mohr kennengelernt und seither begleitet ihn Mohr im Rahmen des monatlichen Führungskräftetrainings. Hümmer versicherte, seine neue Aufgabe mit aller Kraft, Motivation und Engagement anzugehen. Der 32-Jährige Familienvater wird die Haßfurter Dienststelle für sechs Monate leiten. Der Wiesentheider war zuvor als stellvertretender Dienststellenleiter bei der Polizeiinspektion Gerolzhofen tätig.

Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte das Duo "True Colours" mit Norbert Mohrs Sohn Florian Mohr am Klavier und Sängerin Canan Semel.

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