Haßfurt
Gewitterfront

Haßfurter Feuerwehren am Samstag im Großeinsatz

Ein Unwetter hielt am Samstag die Freiwilligen Feuerwehren des Haßfurter Stadtgebiets in Atem.
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In Sylbach flutete das Gewitter diese Straße.Julian Weidinger
In Sylbach flutete das Gewitter diese Straße.Julian Weidinger
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Über 20 Einsätze mussten in kürzester Zeit abgearbeitet werden. Koordiniert wurde die Schadenslage von der kürzlich gegründeten Unterstützungsgruppe Führungim Haßfurter Gerätehaus.

Laut dem Bericht der Feuerwehr Haßfurt überzog eine erste Gewitterzelle das Stadtgebiet bereits am frühen Nachmittag. Aufgrund starken Niederschlags kam es zur Überflutung eines Kellers in der Sylbacher Hangstraße. Um 14.03 Uhr wurden die Feuerwehren Sylbach und Haßfurt alarmiert. Unter Einsatz eines Wassersaugers konnte der Keller nach etwa einer Stunde trocken gepumpt werden. Mit diesem einen Einsatz blieb das Stadtgebiet vorerst vor Schlimmerem verschont.

Noch einmal, aber diesmal richtig...

Deutlich härter wurde es von einer zweiten Gewitterzelle ab etwa 18 Uhr getroffen. Heftiger Niederschlag und starker Wind sorgten für zahlreiche überflutete Keller und Straßen, sowie einen umgestürzten Baum. Der erste Alarm ging um 18.09 Uhr ein und wurde zunächst als Brandmeldealarm in einer Haßfurter Firma gemeldet. Später sollte sich hier ein Wasserschaden als Auslöser für den Feueralarm herausstellen, führt der Pressesprecher der Feuerwehr Haßfurt, Julian Weidinger, aus. Noch während der Anfahrt zu diesem Einsatz teilte die Integrierte Leitstelle über Funk mit, dass mittlerweile mehrere Unwettereinsätze auflaufen würden.

Einsatzzentrale verstärkt

Aufgrund des zu erwartenden hohen Koordinierungsbedarfs wurde daher die Besetzung der Einsatzzentrale im Haßfurter Gerätehaus beschlossen. Vier Mitglieder der Unterstützungsgruppe Führung und die Kommandantin besetzten umgehend die vorgesehenen Positionen der Zentrale. Zwei Arbeitsplätze waren für die Erfassung der Einsätze zuständig, die entweder von der ILS weitergegeben, oder direkt per Telefon an die Feuerwehr Haßfurt gemeldet wurden. An einem weiteren Arbeitsplatz wurde den erfassten Einsatzstellen die benötigten Einheiten zugewiesen sowie über die Nachalarmierung weiterer Feuerwehren entschieden.

Die Funkkommunikation mit den eingesetzten Einheiten erfolgte an einem vierten Arbeitsplatz. Sämtliche Arbeitsschritte erfolgten rechnerunterstützt in einer Einsatzführungssoftware. Die Unterstützungsgruppe selbst, wie auch das Konzept zur Koordinierung von derartigen Flächenlagen wurden erst im November ins Leben gerufen. Nach einigen Übungen mussten sich beide nun das erste Mal im Ernstfall bewähren.

Bereits wenige Minuten nach Besetzung der Einsatzzentrale waren so viele Einsätze aufgelaufen, dass diese nicht mehr gleichzeitig von der Feuerwehr Haßfurt allein abgearbeitet werden konnten. Daher wurden frühzeitig mehrere Ortsteilfeuerwehren zur Unterstützung nachgefordert. Neben Haßfurt rückten die Feuerwehren Sylbach, Oberhohenried, Unterhohenried, Augsfeld, Wülflingen und Sailershausen zu Unwettereinsätzen aus. Bis 23 Uhr mussten die Helfer insgesamt 22 Einsätze bewältigen. 15 Wasserschäden in Gebäuden wurden mit Tauchpumpen und Wassersaugern abgearbeitet. In sechs Fällen wurden Straßen von Wasser oder Schlamm überschwemmt - besonders schwer traf es hier die Sylbacher Talstraße und Mühlstraße, die von einer dicken Schlammschicht überzogen wurden.

In einem Fall hielt ein Baum dem starken Wind nicht mehr Stand und stürzte in ein angrenzendes Gebäude. Hier wurde neben der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk Haßfurt mit mehreren Fahrzeugen tätig.

15 Fahrzeuge und über 80 Helfer

Um 23 Uhr konnten schließlich alle Einheiten aus dem Einsatz entlassen werden. Insgesamt waren die Feuerwehren des Haßfurter Stadtgebiets mit 15 Fahrzeugen und über 80 Einsatzkräften im Einsatz. Daneben unterstützten auch das THW Haßfurt sowie der städtische Bauhof und die Kläranlagen-Verantwortlichen die Aufräumarbeiten. Die Zusammenarbeit mit der ILS und den vielen beteiligten Stellen funktionierte wie gewohnt reibungslos. Auch die Koordinierung aus der Einsatzzentrale erleichterte die Abarbeitung erheblich. Erkenntnisse aus diesem ersten Ernstfall werden in die zukünftige Weiterentwicklung des Konzepts der Unterstützungsgruppe Führung fließen.

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