Haßfurt
Kommunalpolitik

Haßfurt wächst und stößt neue Projekte an

Der Stadtrat blickte auf ein bewegtes Jahr, in dem Millionen bewegt wurden. Und es geht weiter.
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Rund 4500 Fahrzeuge nutzen täglich die neue Verbindungsstraße vom Gewerbegebiet Ost in Haßfurt zur Kreisstraße nach Prappach. Diese und weitere Zahlen erfuhr der Stadtrat in seiner Jahresschlusssitzung.  Ulrike Langer
Rund 4500 Fahrzeuge nutzen täglich die neue Verbindungsstraße vom Gewerbegebiet Ost in Haßfurt zur Kreisstraße nach Prappach. Diese und weitere Zahlen erfuhr der Stadtrat in seiner Jahresschlusssitzung. Ulrike Langer
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Während Bürgermeister Günther Werner (WG) in der Jahresschlusssitzung des Stadtrats Haßfurt im Dorfgemeinschaftshaus in Sylbach in gewohnt sachlicher Art auf das ablaufende Jahr zurückblickte, sorgte der Zweite Bürgermeister Michael Schlegelmilch (CSU) doch für ein paar Emotionen. "Wir sind spitze", sagte er und verblüffte damit zunächst seine Stadtratskollegen. Doch dann erklärte er seinen für Franken ungewöhnlichen Satz. "Wenn jeder darauf zurückblickt, was er 2018 Tolles gemacht hat, was er vorangebracht oder abgeschlossen hat, stellt er plötzlich fest: Ja, ich war doch gar nicht so schlecht. Und dieses fränkische Fazit bedeutet: Ich bin spitze!"

Weiter erklärte er, dass das Stadtratsgremium zusammen mit der Stadtverwaltung "gemeinsam spitze" sei. "Mir ist aufgefallen, dass das Jahr 2018 besser gelaufen ist als die Jahre zuvor. Die Zusammenarbeit und die gemeinsamen Ziele standen immer im Vordergrund und die Kommunikation und das Miteinander haben sich verbessert", freute er sich. Dies sollte einen Applaus wert sein, um sich selbst einmal und dem Gegenüber danke zu sagen. "Wir Stadträte machen das ja alles ehrenamtlich und wir investieren das Kostbarste was wir haben, nämlich Zeit!" Dank sagte Schlegelmilch allen, die Zeit für die Bürger und die Stadt investiert hatten, ob ehren- oder hauptamtlich, besonders dem Ersten Bürgermeister und dem Dritten Bürgermeister Stephan Schneider (SPD).

An den Geschäftsführer und die Amtsleiter der Stadt und der stadtnahen Betriebe gewandt, betonte er: "Ihr seid die Säulen des Konzerns Stadt Haßfurt." Nach all dem Lob hatte er aber auch noch eine kleine Mahnung: "Wir Stadträte nehmen ja bei unseren Entscheidungen sehr viel Rücksicht auf die Bedürfnisse der anderen und sind zu vielen Kompromissen bereit. Aber wenn etwas nicht passt, sollten wir auch einmal härter durchgreifen."

Zu Beginn der Sitzung, die vom Posaunenchor Sylbach unter der Leitung von Martin Appold musikalisch bereichert wurde, lobte der Vorsitzende des SV Sylbach, Alois Brandl, das immer offene Ohr der Stadt für die Vereine. So habe der SV heuer den Boden im Gemeinschaftshaus sanieren, Stühle neu beziehen und die Treppe im Eingangsbereich sanieren können. Woraufhin Bürgermeister Günther Werner erklärte, dass man die Vereine gerne fördere, da sie durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit ein unverzichtbarer Teil der Stadt seien und ein Stück Lebensqualität böten.

In seiner Bilanz bezeichnete Werner als die wichtigsten Ereignisse den Neujahrsempfang auf dem Marktplatz, den Beschluss des Baus einer Sporthalle, die Ernennung von Rudi Eck zum Altbürgermeister, die Einführung des neuen Stadtlogos "Herz", den Spatenstich im neuen Baugebiet "Westlich der Sailershäuser Straße", in dem alle Grundstücke bereits veräußert wurden, die Einweihung der Kinderkrippe Osterfeld II, die Eröffnung der neuen Verbindungsstraße Gewerbegebiet Ost zur Kreisstraße HAS 10, die Neuverpachtung der Sailershäuser Wanderstube, den Beginn der Bauarbeiten für den Aufzug für den barrierefreien Zugang zum neuen Rathaus für rund 540 000 Euro, der mit 450 000 Euro gefördert wird, die feierliche Kompanieübergabe der Patenkompanie an Raymond Kalus auf dem Stadthallenvorplatz, die Großübung für den Hochwassersteg Augsfeld, den Besuch aus der Partnerstadt Pierrelatte zum Straßenfest, die Verleihung des Bayerischen Energiepreises an die Stadtwerk Haßfurt GmbH und die Auszeichnung "Energiekommune des Monats" durch die "Agentur für Erneuerbare Energien".

Zudem wurde in Wülflingen im Rahmen der Dorferneuerung der Straßenausbau fortgeführt, in Uchenhofen eine punktuelle Dorferneuerung mit Unterstützung der Dorfbevölkerung umgesetzt, die Katasterneuvermessungen in Uchenhofen abgeschlossen und in Unterhohenried begonnen. Des Weiteren ging es um die förmliche Festlegung und Aufhebung von Sanierungsgebieten und die damit verbundenen Modernisierungsarbeiten. In der Kläranlage wurden Anfang des Jahres das Blockheizkraftwerk und das Notstromaggregat in Betrieb genommen und im nächsten Jahr wird man sich mit der Klärschlammtrocknung auseinandersetzen müssen.

Natürlich hat die Stadt dabei kräftig investiert: 200 000 Euro für den Einbau von zwei Wohnungen ins Dienstbotenspital, 450 000 Euro für den allgemeinen Straßenunterhalt und verschiedene Deckenbauarbeiten, 450 000 Euro für den barrierefreien Ausbau der Altstadt, 1,24 Millionen Euro für den Bau der Verbindungsstraße im Gewerbegebiet Ost/Prappach sowie gut drei Millionen Euro für die Erschließung des Baugebietes "Westlich der Sailershäuser Straße".

Lobend erwähnte Günther Werner, dass das Team im Kulturamt wieder ein hervorragendes Kulturprogramm angeboten habe, das sehr gut angenommen worden sei. Auch erinnerte er daran, dass heuer ein Verbund der VHS Stadt Haßfurt mit dem VBW Königsberg geschlossen, ein gemeinsames Programmheft herausgegeben und Synergieeffekte in der Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen genutzt wurden.

Das Stadtwerk und die Städtischen Betriebe haben Investitionen von über 3,3 Millionen Euro getätigt. Zusammen mit der Stadtwerk Haßfurt GmbH und der Städtischen Betriebe Haßfurt GmbH setzt dies Stadt konsequent auf den Ausbau erneuerbarer Energien und neuer Innovationen. "Es werden immer wieder neue Projekte angestoßen und mit dieser Entwicklung wächst auch die Wertschöpfung in unserer Stadt", verkündete der Bürgermeister stolz.

Für das kommende Jahr wünschte er sich die Fortsetzung der konsequenten, sachlichen, zuverlässigen und zielstrebigen Arbeit für die Bürger. "Schöpfen wir in diesem Sinne Kraft und Entschlossenheit, um unsere Stadt weiter voranzubringen, aus den Worten und Erfahrungen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der einmal sagte: "Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele". Sein Dank galt dem gesamten Stadtrat, seinen Stellvertretern, allen Mitarbeitern der Verwaltung und allen Bürgern, die sich ehrenamtlich für die Stadt eingesetzt haben.

Zur Statistik: Im Standesamt wurden 2018 bisher 393 Geburten (2017: 431), 176 Sterbefälle (202) und 110 (95) Eheschließungen beurkundet. Die Zahl der Kirchenaustritte stieg auf 123. Die Zahl der Personen mit Hauptwohnung im Stadtgebiet hat sich 2018 gegenüber 2017 um knapp 100 auf 13 889 erhöht. Hinzu kommen noch 511 Nebenwohnungen (526).

Leicht rückläufig, aber dennoch auf einem hohen Niveau, ist die Zahl der 1150 angemeldeten Gewerbebetriebe im Stadtgebiet. Auf allen Friedhöfen der Stadt wurden bisher 33 (54) Erdbestattungen und 67 (65) Urnenbestattungen durchgeführt. In der Stadthalle, die heuer ihr 30-jähriges Bestehen feierte, im Gewölbekeller und in der Rathaushalle wurden 218 Veranstaltungen durchgeführt. Der Reisemobilstellplatz zählte 2636 Übernachtungen. Die Besucherzahlen des Freizeitbades stiegen aufgrund des heißen Sommers auf über 85 000 (Vorjahr 56 500). Auch das Eissportstadion verzeichnete einen Zuwachs mit 22 101 Besuchern (20 803). Die Verkehrsüberwachung stellte 8869 Verwarnungen (9195) aus.

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