Haßfurt
Kultur

Haßfurt öffnet den Bücherschrank

Die Kreisstadt lädt zum kostenfreien Lesen und zum Austausch von Druckwerken ein. Der Lions-Club machte es möglich.
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Ruckzuck war der Bücherschrank bestückt. Die schrägen Böden waren eine Idee von Wolfgang Rottmann; so rutschen Lücken immer wieder zu und es gibt in jeder "Etage" Platz für Bücher unterschiedlicher Größe.  Sabine Weinbeer
Ruckzuck war der Bücherschrank bestückt. Die schrägen Böden waren eine Idee von Wolfgang Rottmann; so rutschen Lücken immer wieder zu und es gibt in jeder "Etage" Platz für Bücher unterschiedlicher Größe. Sabine Weinbeer
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24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr ist am Floriansplatz in Haßfurt nun Lesestoff vorhanden. Der Lions-Club Haßberge übergab am Samstag mit einer kleinen Feier einen offenen Bücherschrank an die Stadt Haßfurt und damit an die Öffentlichkeit. Jedermann kann sich im offenen Bücherschrank ein Buch ausleihen (wenn es besonders gut gefällt, auch behalten), oder eines hineinstellen, wenn er möchte, dass dieses Buch auch von anderen gelesen wird.

Lions-Präsident Franz Beck freute sich, dass dieses Projekt nun kurz vor dem Ende seiner Amtszeit noch realisiert werden konnte. Denn es gab mehr Hürden, als er sich bei seiner ursprünglichen Idee vorgestellt hatte. Die Frage des Standorts war nicht unproblematisch, die Kosten waren zunächst unerwartet hoch und schließlich musste die Denkmalschutzbehörde noch ihr Einverständnis geben, schließlich steht der Schrank in unmittelbarer Nähe zur Ritterkapelle.

Bürgermeister Günther Werner (WG) dankte dem Lions-Club für diese Idee, die eine Bereicherung für die Stadt Haßfurt darstelle. Mit der Gestaltung in Corten-Stahl, der den gleichen Edelrost ansetzen wird wie das Kunstwerk auf dem Kreisel auf der anderen Seite der Ritterkapelle, sei auch ein optischer Akzent gesetzt.

Franz Beck hatte vielen Dank zu sagen, die zur Realisierung des Bücherschranks beitrugen, auch Stadtmanager Marc Heinz, der die Idee von Beginn an unterstützte, und seinem Vizepräsidenten Wolfgang Rottmann, der den Kontakt zur Firma Ilzhöfer in Sand herstellte. Werner Ilzhöfer fertigte einen Prototypen nach Rottmanns Entwurf zu "einem sehr moderaten Preis", wie Beck betonte. Schließlich kam die Firma Bergmann-Bau noch ins Spiel, die ehrenamtlich die Aufstellung des rund 800 Kilogramm schweren Schrankes übernahm. Das Fundament hatte die Stadt Haßfurt im Vorfeld erstellt.

Der Haßfurter Autor Wilhelm Wolpert gab zur Eröffnung eine Mundart-Geschichte zum Besten. Den kirchlichen Segen spendete die Gottesdienst-Beauftragte Sieglinde Schobert, und eine Bläsergruppe der Stadtkapelle sorgte für musikalische Umrahmung.

Die meisten Gäste, die anschließend auf das gelungene Werk anstießen, hatten auch schon Bücher dabei, so wie der Bürgermeister, der die ersten beiden in den Schrank stellte. Auch beide Haßfurter Buchhandlungen waren vertreten und begrüßen diese Initiative, die Freude am Lesen zu fördern. Stefanie Schleicher (Buchhandlung Osiander) ist ohnehin Lions-Mitglied und war von Beginn an "Fan" des Bücherschranks. Franz Wölfel (Buchhandlung Glückstein) stellte überwiegend Jugendbücher in den Schrank, denn "diese Altersklasse braucht meist ein bisschen Anregung, damit sie zum Buch greift".

Allen gemeinsam war die Hoffnung, dass der Bücherschrank so genutzt wird, wie er gedacht ist, und von Vandalismus verschont bleibt. "In anderen, viel anonymeren Städten funktioniert das, dann wird es in Haßfurt auch funktionieren", zeigte sich Franz Beck überzeugt.

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