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Haßfurt bekommt eine neue Turnhalle

Der Stadtrat beschloss den Bau einer Sportanlage und beendete damit das jahrelange Ringen des TV um eine Modernisierung der Immobilien. Es gab auch Kritik.
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Am Rand des TV-Geländes wird die neue Turnhalle errichtet.  Im Hintergrund sind die Gebäude des Vereins zu sehen.  Brigitte Krause
Am Rand des TV-Geländes wird die neue Turnhalle errichtet. Im Hintergrund sind die Gebäude des Vereins zu sehen. Brigitte Krause
Fast zehn Jahre hat es gedauert, dass der größte Verein der Stadt Haßfurt, der TV, endlich eine neue Turnhalle bekommen kann. Aus eigener Kraft schafft er das nicht, aber die Stadt springt ein und will eine Einfeldhalle am Rand des TV-Geländes errichten. Der Stadtrat stellte in seiner Sitzung am Montagabend im kleinen Saal der Stadthalle die Weichen und beschloss das Millionenprojekt, von dem jedoch nicht nur der TV profitieren soll. Es gab drei Gegenstimmen. Das Thema bewegt die Haßfurter und vor allem die Mitglieder des Turnvereins. Rund 70 Besucher verfolgten die Diskussion im Stadtrat.

Die Einfeldhalle mit zwei Gymnastikräumen sowie einem Kraft- und Konditionsraum ist mit Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Für den Bau gibt es Fördergelder, aber die Hauptlast bleibt aller Voraussicht nach bei der Stadt.

Die Halle entsteht auf dem Areal der ehemaligen Minigolfanlage direkt am TV-Gelände. Das Grundstück hat die Stadt 2016 erworben. Nutzen sollen die Sportstätte vor allem die TV-Mitglieder und die Schüler der Waldorfschule, die sich in der Nähe befindet und bisher schon die alte Turnhalle des TV belegt hatte. Auch andere Vereine und Privatgruppen sollen die künftige Sporthalle nutzen können, versprach Bürgermeister Günther Werner (Wählervereinigung) in der Sitzung.

Da das Gelände im Hochwassereinzugsbereich liegt, muss die neue Halle "angehoben" werden. Nach Auskunft der Stadt und des Planungsbüros ist vorgesehen, dass die Oberkante des Fußbodens oberhalb der aktuellen Hochwasserlinie eines einhundertjährigen Hochwassers liegt (HQ 100).

Wenn die Halle gebaut und später genutzt wird, dann geht eine lange Durststrecke für den TV Haßfurt zu Ende. Vor etwa zehn Jahren hatte der Verein beschlossen, seine teilweise maroden Anlagen zu sanieren und zu erneuern. Kernpunkt sollte eine neue Sporthalle sein.

Die Pläne wurden immer umfangreicher. Zuletzt stand der Bau eines Sportparks mit Kosten von rund sechs Millionen Euro im Raum. Da wollte der Stadtrat nicht mehr mitmachen und suchte nach einer günstigeren Lösung. Die ließ sich offenbar nicht finden und 2015 zog der TV die Reißleine und gab das Projekt Sportpark auf. Die teilweise maroden Anlagen sind aber immer noch da.

Die neue Turnhalle könnte jetzt zumindest den größten Teil der Probleme des Turnvereins beheben. Das sah die Mehrheit des Stadtrats so und stimmte für das Projekt.

Gleichwohl gab es auch Kritik. Die drei Stadträte Michael Spies, Jürgen Kehrlein und Sven Schnös (alle CSU/Junge Liste) votierten dagegen. Spies argumentierte, trotz der Förderung bleibe eine Millionensumme an der Stadt hängen; dazu kämen Folgekosten und alle diese Mittel fehlten der Stadt an anderer Stelle. Außerdem sieht er durch den Hallenbau die "Vereinsförderung auf den Kopf gestellt".

Die Investition und die Folgekosten seien "eine Hypothek" für die Zukunft, setzte Jürgen Kehrlein hinzu. Er hat Zweifel, ob die Bevölkerung von Haßfurt einen Nutzen von der Halle hat.

Für den Hallenbau machte sich CSU-Stadtrat Georg Hiernickel stark, der auch Vorstandsmitglied beim TV ist. "Die Halle ist gut für Haßfurt", sagte er.
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