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Gesundheit

Hasenpest ist im Kreis Haßberge ausgebrochen

Das Landratsamt hat die Bestätigung, dass zwei Tiere an der Krankheit, die auf Menschen übertragbar ist, verendet sind.
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Eine Feldhase Symbolbild: Archiv
Eine Feldhase Symbolbild: Archiv

Das Landratsamt Haßberge meldet, dass bei zwei verendeten, in der Gemarkung Untertheres aufgefundenen Feldhasen vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die sogenannte Tularämie (Hasenpest) nachgewiesen wurde. Das Landratsamt weist darauf hin, dass Tularämie auch auf Menschen übertragbar ist (es handelt sich um eine Zoonose). Vor allem Jäger, Tierärzte, Köche, Metzger und Landwirte sind gefährdet. In Deutschland sind 2019 bisher 35 Fälle der Tularämie bei Wildhasen und Kaninchen gemeldet geworden, wie die Behörde in Haßfurt weiter mitteilte.

Die Übertragung auf Tiere oder den Menschen erfolgt meist durch direkten Kontakt mit kontaminierter Umgebung oder infizierten Tieren, zum Beispiel beim Jagen, Enthäuten, Ausnehmen oder Schlachten, aber auch beim Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere. Der Erreger kann über kleinste, unsichtbare Hautveränderungen und über Schleimhäute in den Körper eindringen, außerdem ist eine Infektion durch Bisse oder Stiche blutsaugender Insekten möglich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

Für eine Infektion bei Mensch und Tier genügen bereits wenige Erreger. Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung dauert beim Menschen in der Regel drei bis zehn Tage (Spannbreite ein bis 21 Tage). Beim Menschen äußert sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erregerstamm stark unterschiedlich. Zumeist werden Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten beobachtet. Bei Infektion über den Verdauungstrakt kommt es zu Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten sowie eventuell zu Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfällen.

Die auffälligsten Symptome bei lebenden, mit Tularämie infizierten Tieren sind Schwäche, Fieber und verändertes Verhalten, zum Beispiel das Ausbleiben des Fluchtreflexes. In der Regel verenden die Tiere nach wenigen Tagen. Seltener führt eine chronische Verlaufsform unter zunehmender Entkräftung nach etwa 14 Tagen zum Tod. Kranke Wildtiere sind matt, teilnahmslos und verlieren die natürliche Scheu und Schnelligkeit. Unbehandelt kann die Erkrankung laut Landratsamt "gelegentlich auch beim Menschen tödlich verlaufen". Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich, heißt es weiter.

Das Veterinäramt empfiehlt folgende Verhaltensmaßregeln:

- In freier Natur aufgefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren muss vermieden werden.

- Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.

- Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt heranzuziehen, das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper sollten dem Veterinäramt zur weiteren Untersuchung zur Verfügung gestellt, ansonsten aber nur über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden.

- Wildbret von unauffälligen Feldhasen und Wildkaninchen darf nur gut durchgegart verzehrt werden. Die bei der Zubereitung des Wildbrets benutzten Gegenstände (Messer, Schneidbretter) sollten direkt im Anschluss mit heißem Wasser gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

- Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen und den Mediziner darauf hinweisen.

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