Zeil am Main
Hallenbad

Harte Zeiten für die Schwimmer

Während Breitensportler ihre Bahnen in der "Welle" in Haßfurt ziehen können, haben vor allem die Wettkampfschwimmer des Schwimmclubs Haßberge ein Problem.
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Das Zeiler Hallenbad ist Geschichte - die Schwimmer müssen sich nach Alternativen umsehen. Archivfoto: Christian Licha
Das Zeiler Hallenbad ist Geschichte - die Schwimmer müssen sich nach Alternativen umsehen. Archivfoto: Christian Licha

"Es sind gerade unsere Kleinsten, unsere Wettkampfmannschaft, aber auch die Aquafitness-Kursteilnehmer, die unter der Schließung leiden müssen", beklagt der Vorsitzende des Schwimmclubs Haßberge Julian Müller.

Nach Angaben des Vereins fehlen zukünftig mindestens zwölf Stunden pro Woche, da das Zeiler Hallenbad jetzt geschlossen hat. Die Zeiten für den Breitensport könnten weitestgehend über die "Welle" in Haßfurt abgefedert werden.

Regelmäßiges Training wichtig

Für die Wettkampfabteilung sieht es da schon schlechter aus. "Unsere Wettkampfschwimmer sind darauf angewiesen, regelmäßig zu trainieren", so Müller. Bisher standen den Schwimmern Trainingszeiten an sechs Tagen pro Woche zur Verfügung, diese Zeiten müssen zukünftig auf drei Trainings pro Woche halbiert werden. "Unter diesen Umständen wird es schwer, unser aktuell hervorragendes Niveau zu halten", meint Müller weiter und erinnert an die Teilnahme von drei Schwimmern bei der Süddeutschen Meisterschaft, einem Teilnehmer bei der deutschen Meisterschaft und der Qualifikation von Martin Falk für die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober.

Probleme gibt es auch bei der Weiterführung der Aquafitnesskurse, hier sind etwa 50 überwiegend ältere Teilnehmer betroffen. Der Vereinsvorsitzende erklärt, dass der Bedarf an Stunden nicht von den umliegenden Bädern gedeckt werden kann. Auch die VHS und die Rheuma-Liga müssen ihr Angebot kürzen oder ganz einstellen. "Für viele Teilnehmer war die Aquafitness die einzige Möglichkeit, noch Sport zu treiben", ergänzt die Trainerin Andrea Zehnder.

Am schlimmsten trifft es allerdings die Kinder. Die Schwimmkurse, die über Jahrzehnte erfolgreich in Zeil liefen, werden zukünftig wegfallen. Das Problem der Nichtschwimmer wird immer größer, fast die Hälfte aller Kinder auf weiterführenden Schulen können nicht sicher schwimmen.

In der Schule sind viele Lehrer mit der Anzahl der Schüler überfordert, Schwimmenlernen ist in Schulen daher kaum möglich. "Gerade in einer Region wie dem Maintal, mit dem Main und den vielen Baggerseen, ist die Schwimmfähigkeit überlebenswichtig", beteuert Müller.

"Eindruck von Stillstand"

Der Verein kritisiert in seiner Pressemitteilung, dass die Bereitwilligkeit der Lokalpolitiker schnell Lösungen zu finden, in der Öffentlichkeit nicht ankommt. Wenn Aktivitäten stattfänden, müsse die Öffentlichkeit darüber informiert werden. "Aktuell entsteht leider der Eindruck von Stillstand", so der Vorsitzende. Es müssten unverzüglich die Weichen für ein neues Hallenbad gestellt werden. Die Finanzierung und ein Konzept müssten erstellt und veröffentlicht werden. "Es ist seit fast eineinhalb Jahren klar, dass das Hallenbad in Zeil geschlossen wird. Es wird Zeit, dass Lösungen auf den Tisch kommen und umgesetzt werden!", fasst Müller zusammen und ergänzt:" Wir haben uns als Schwimmclub von Anfang an bereit erklärt, an einer Lösung mitzuwirken." Leider sei dafür anscheinend kein Bedarf, bedauert er.

Der SC Haßberge hofft auf eine baldige Umsetzung eines neuen Bades, da man für den Neubau noch einmal einige Jahre rechnen müsse.

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