Wonfurt
Humor

Harte Männer, harsche Worte

Bei der Faschingssitzung auf der Wonfurter Hardrock-Monsterbühne ging die Post ab.
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Die Jazztanzgruppe "Unipart" der Volkshochschule Wonfurt faszinierte gleich mit zwei tollen Tanzvorführungen.  Im Bild der "Farbentanz"  Ulrike Langer
Die Jazztanzgruppe "Unipart" der Volkshochschule Wonfurt faszinierte gleich mit zwei tollen Tanzvorführungen. Im Bild der "Farbentanz" Ulrike Langer
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Auch wenn die Hardrock-Monsterbühne im Pfarrsaal in Wonfurt heuer gruselig aussieht, so ist doch das Programm des "Freien Fernsehens Wonfurt" alles andere als schaurig. Die lustigen Beiträge und die kreativen Tänze, moderiert vom Hardrock-Mädel Liesl Vogt, zeugen vom Einfallsreichtum und Können der vielen Mitwirkenden bei der Faschingssitzung. So kam das Publikum schon bei der Premiere am Samstagabend im "Wacken-Pfarrzentrum" voll auf seine Kosten.

Wieder einmal hatten Simone Wagenhäuser und Thomas Schuck das Dorfleben während des letzten Jahres genau beobachtet. So präsentierten sie als Rettl und Schorsch humorvoll die größten "Steine des Anstoßes". Angefangen vom heißen Sommer, der seltsame "Wasser-Blüten" trieb, über den Biber-Butzemann, Bürgermeister Holger Baunacher, bis hin zu der Frage, "ob denn in Wonfurt überhaupt nix vorwärts geht". Zumal sich der Bürgermeister mehr für die Ortsteile interessiert und das Wonfurter Kerzenfest schnell mal nach Dampfach verlegt hat. Angesichts der vielen Schiffstouristen, die künftig nach Wonfurt stürmen, verfielen die beiden Redner auf die Idee, von ihnen Eintritt zu verlangen. Das "Mords-Geländer" am Schlosspark ist ihrer Meinung nach wahrscheinlich so niedrig ausgefallen, damit die Senioren im künftigen Seniorenparcours dort ihre Rollatoren darüber heben können. Aufgefallen war ihnen auch, das auf sämtlichen Gemeindewappen die Blätter des Lindenzweiges, die dem Von-Seckendorff-Wappen entnommen sind, falsch dargestellt sind. "Erst durch das rostige Monument am Ortseingang ist das ans Tageslicht gekommen", so Rettl süffisant.

Traditionsgemäß hatten die Jüngsten der KJG, die "Regenbogenmädels", den Abend mit lustigen Witzen eröffnet, während die "hotten Pizzaschnitten" der KJG ihr Publikum mit einem Tanz erfreuten. Auch die "six-sticks" von der Jazztanz-Nachwuchsgruppe legten eine flotte Sohle aufs Parkett.

Seit zwölf Jahren überwintert der Familienzirkus Lauenburger in Wonfurt und schickt alljährlich einige seiner Mitglieder zu den Faschingsabenden. Dieses Jahr bezauberte der Clown und Akrobat Manoel Lauenburger die Zuschauer. Er animierte vier Besucher zu artistischen Leistungen auf der Bühne und platzierte sie anschließend derart auf vier Stühlen, dass er ihnen die Sitzgelegenheiten buchstäblich unter dem Hintern wegziehen konnte, ohne dass sie auf den selbigen fielen.

Mit einem wunderbaren Sketch traktierten Thekla Selig, Fabian Piermaier, Moritz Kneuer, Laura Glaser, Sandra Handwerker, Viola Endres und Eva Braunreuter die Lachmuskeln ihrer Zuschauer. So mimte Thekla Selig eine Stewardess, die den Fluggästen die Sicherheitsanweisungen lediglich szenisch vor Augen führte. Von einem Schüleraustausch, der ihn nach China führte, berichtete Moritz Kneuer, während "Bauchredner" Thomas Schuck wieder einmal mit seiner frechen Puppe (gespielt von seinem Sohn Linus) auftrat und das Publikum gehörig zum Lachen brachte.

"Simmi ausm Unterdürf" (Simone Wagenhäuser) punktete ebenfalls mit Humor. "Ich bin ein Haushaltsopfer, weil ich dem Haushalt meine Zeit opfere", klagte sie. "Dabei habe ich mich niemals für diesen Berufswunsch eingeschrieben! Sowieso sind 90 Prozent aller Frauen in dieses Berufsfeld hineingeschwängert worden."

Schon im "Vorabendprogramm" begeisterten Liesl Vogt, Sandra Handwerker, Laura Glaser und Mia Sager mit ihrer Playback-Show zu dem Lied "I was made for lovin' you" der Band Kiss. Auch zeigten einige der Akteure verschiedene lustige Sketche und besonders amüsant war der Auftritt der YouTuberinnen Eva Braunreuter und Viola Endres. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte der Jazztanzgruppe "Unipart" der Volkshochschule Wonfurt. Zum einen wussten die Mädels mit einem "Farbentanz" zu begeistern und zum anderen tanzten sie sich zusammen mit Markus Vollert durch die Tanzfilmgeschichte.

Zum Abschluss des sehens- und hörenswerten Abends rockten die ganz "harten" Männer vom Männerballett die Bühne. Der stürmische Applaus am Ende galt nicht nur den Mitwirkenden, sondern auch allen Helfern vor und hinter der Bühne sowie Alexander Bähr, der die Gesamtleitung und Organisation übernommen hatte.

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