Eltmann
Porträt

Handwerker und Beichtvater zugleich

Als Hausmeister von Grund- und Mittelschule in Eltmann muss Reiner Reitz viele Fähigkeiten mitbringen.
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Allerhand Technik steckt in so einem Schulhaus - Reiner Reitz hat sie im Griff. Sabine Weinbeer,
Allerhand Technik steckt in so einem Schulhaus - Reiner Reitz hat sie im Griff. Sabine Weinbeer,
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Reiner Reitz ist der Eltmanner "Schulhausmeister" und als solcher ein echtes Multifunktionstalent. Muss er auch: Zum einen spart ein guter Hausmeister dem Eigentümer viel Geld, zum anderen geht es bei einem Schulhausmeister nicht nur um handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch um pädagogische Begabung. "Ein Hausmeister lebt auch vor, wie man mit einem solchen Schulhaus umgeht", weiß Bürgermeister Michael Ziegler zu berichten.

Reitz hat denn auch einen guten Draht zu den rund 700 Kindern und Jugendlichen an den beiden Schulen. Viele schütten ihm ihr Herz aus, auch wenn er oft derjenige ist, bei dem eine Strafarbeit abzuleisten ist. "Oft sind gerade die, die ein bisschen aggressiv oder auffällig sind, diejenigen, die am dankbarsten für ein freundschaftliches Gespräch sind", weiß Reitz aus Erfahrung.

Viel Herzblut steckt er in seine Aufgabe, die sich in den vielen Jahren seit seinem Einstieg ständig gewandelt hat. Zwei große Schulhaussanierungen und den Bau der Mensa mit den neuen Aufgaben hat er mitgemacht. Umräumen, abreißen, aufbauen, neue Technik - all das hat Reitz mit der ihm eigenen Ruhe, Sorgfalt und Ideenreichtum mit umgesetzt.

Ein altes und ein relativ altes Gebäude übernahm er damals, "die Heizung hat an allen Ecken und Enden getropft", erinnert er sich. Dann folgten insgesamt zehn Jahre Bauzeit. Die Grundschule wurde saniert, die Mittelschule saniert und erweitert und immer war auch der Sachverstand von Reiner Reitz gefragt. Picobello ist es heute auf dem Schulgelände, in den Häusern ohnehin und auch im Umfeld sammelt Reiner Reitz immer wieder Brotzeittüten und leere Flaschen auf - und ermahnt die Kinder, doch bitte selbst mehr auf Sauberkeit zu achten.

Reitz, der sich auch im Verein für Heimatgeschichte in Eltmann an vorderster Front engagiert, führt die Klassen ins Heimatmuseum, gibt gerne seine handwerklichen Fähigkeiten weiter und ist immer zu einem Scherz aufgelegt. Manchmal muss er den auch wieder "einfangen". So fanden Schüler mal einen Igel, der sich nicht mehr rührte. Was man da macht, fragten sie den Hausmeister. "Stabile Seitenlage und Mund-zu-Mund-Beatmung, hab ich so spontan gesagt". Die Kinder haben das für bare Münze genommen, "aber ich bin noch rechtzeitig eingeschritten", grinst er.

Maler und Lackierer hat er gelernt, dann in einer Schreinerei gearbeitet, "denn eigentlich wollte ich Restaurator werden. Dafür brauchst Du aber drei Ausbildungen und das hat mir dann doch zu lang gedauert". Als die Stadt einen neuen Schulhausmeister suchte, reizte ihn die Herausforderung - ein Hintertürchen sicherte er sich aber bei seinem vorherigen Arbeitgeber. Doch offenbar hat er hier seine Berufung gefunden, "viele nette Kinder" kennengelernt, wenn nötig auch mal durchgegriffen. Und viele Ehemalige gehen noch heute gerne auf ihn zu, wenn sie ihn bei einem Fest treffen, oder wenn er als Burgvogt Dienst an der Wallburg tut.

Mittlerweile sind es 25 Jahre,die Reitz als Schulhausmeister tätig. Bei einer kleinen Feierstunde anlässlich des Dienstjubiläums würdigte Bürgermeister Ziegler, er sei bei Lehrern, Eltern, vor allem aber auch bei den Schülern anerkannt und respektiert und trage ganz wesentlich zur Atmosphäre an Grund- und Mittelschule sowie an der Mensa bei.
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