Maroldsweisach
Versorgung

Grundschule in "Maro" bekommt Nahwärme

Der Gemeinderat Maroldsweisach sprach sich für den Energieanschluss aus. Für das neue Gewerbegebiet ist mehr Geld nötig.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Grundschule in Maroldsweisach soll an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für die Mittelschule war das bereits beschlossen worden. Helmut Will
Die Grundschule in Maroldsweisach soll an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für die Mittelschule war das bereits beschlossen worden. Helmut Will

Der Vermögenshaushalt 2019 der Marktgemeinde Maroldsweisach musste nachgebessert werden. Das tat der Marktgemeinderat Maroldsweisach in seiner Sitzung am Montagabend. Grund ist die Erschließung des Gewerbegebietes "Bleichäcker." Ein weiterer Punkt: Das Nahwärmenetz wird erweitert, da die Grundschule Maroldsweisach daran anschließt.

Der Vermögenshaushalt (bisher 3 002 276 Euro) wurde um 120 000 Euro nach oben korrigiert. Als Grund gaben der Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) und Renè Schäd (Verwaltung) an, dass die Auffüllung des Gewerbegebietes nunmehr durch die Gemeinde und nicht durch einen Investor vorgenommen wird. Die Kosten hierfür würden jedoch vom Investor zurückerstattet, erfuhr der Gemeinderat. Wie der Bürgermeister weiter sagte, gestalten sich die Grundstücksverhandlungen mit zwei Eigentümern noch schwierig. "Ich kann das nicht verstehen, weil vorher schon alles abgesprochen war", sagte er.

Durch die Erweiterung des Netzes der Nahwärmegenossenschaft in Maroldsweisach ist es nun möglich, auch die Grundschule mit Fernwärme aus Biomasse anzuschließen. Der Schulverband habe für die Mittelschule bereits den Anschluss beschlossen, sagte Thein. Nun soll die Grundschule folgen. Der Markt Maroldsweisach muss sich dafür mit 1000 Euro an der Nahwärmegenossenschaft beteiligen. Die Kosten sind 6,4 Cent pro Kilowattstunde. Die Laufzeit wird bis 2027 festgelegt.

Wie Thein weiter erläuterte, sind bereits Bau- und Bahnhof angeschlossen. Er wies darauf hin, dass der Betreiber des Nahwärmenetzes nun die Möglichkeit habe, mehr Wärme zur Verfügung zu stellen und den Bedarf auch flexibel zu gestalten. Der Ortssprecher von Voccawind, Erhard Denninger, wollte wissen, ob nicht daran gedacht werden könne, auch den Kindergarten anzuschließen. Das verneinte der Bürgermeister, da hierzu die Kapazitäten der Anlage nicht ausreichten. Gemeinderätin Ramona Schrapel (FW) fragte, ob an andere Alternativen für die Grundschule gedacht wurde. Skeptisch war auch Gemeinderat Eberhard Vogel. "Was ist nach 2027, wenn die Liefergarantie ausläuft?", fragte er. Sollte der Fall eintreten, dass die Versorgung durch den Betreiber nicht mehr geleistet werden könnte, würde die Nähwärmegenossenschaft ein Heizkraftwerk bauen, sagte Thein. Der Anschluss der Grundschule wurde beschlossen.

Der Marktgemeinderat befasste sich auch mit der künftigen Abwasserbeseitigung. Dazu erläuterten Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) und Geschäftsführer Renè Schäd den Sachstand. "Die Kläranlage in Birkenfeld hat schon mehrere Jahre keine generelle Erlaubnis mehr und es wurden nur befristete erteilt", sagte der Bürgermeister. Mit einer weiteren beschränkten Erlaubnis könne nicht mehr gerechnet werden. Geschäftsführer Renè Schäd legte dar, dass der Markt Maroldsweisach vom Landratsamt (Wasserrecht) und dem Wasserwirtschaftsamt aufgefordert wurde, bis Ende 2019 eine neue Planung für die Teichkläranlage in Birkenfeld vorzulegen. An diese Anlage seien auch die Ortschaften Birkenfeld, Dippach und Ermershausen angeschlossen. Aufgrund dessen hätten der Markt Maroldsweisach, die Gemeinde Ermershausen und die Gemeinde Bundorf eine Machbarkeitsstudie für die Abwasserbeseitigung bei einem Ingenieurbüro aus Schweinfurt in Auftrag gegeben. "Drei Varianten haben sich daraus ergeben, die technisch möglich wären", so Schäd. Das sei zum einen der Neubau einer Kläranlage in Schweinshaupten als gemeinsame Lösung der drei Gemeinden. In diesem Fall würde das Abwasser aus der Teichkläranlage Birkenfeld mit einer Druckleitung nach Schweinshaupten gepumpt. Bei Variante zwei komme der Neubau einer technischen Kläranlage in Birkenfeld als Lösung für Maroldsweisach und Ermershausen infrage und bei Variante drei die Sanierung der Teichkläranlage mit Mischwasserbehandlung und Auflassung (Schließung) des zweiten Oxidationsteiches. "Das wäre jedoch nur für Dippach und Birkenfeld möglich, nicht aber für Ermershausen", so Renè Schäd. Nun müssen sich die Beteiligten einigen, welche Variante favorisiert werden soll.

Gemeinderätin Heidi Müller-Gärnter (JCU) hatte einen Antrag gestellt, im neuen Gewerbegebiet "Bleichäcker" eine E-Ladesäule für Kraftfahrzeuge und E-Bikes zu errichten. "Wir sollten heute diskutieren, wie es weitergeht, und die Fördermittel von Bund und Land für die Errichtung einer E-Ladesäule ausloten", sagte die Gemeinderätin. In dieser Sache sollte auch mit den Betreibern gesprochen werden, die sich im Neubaugebiet ansiedeln. "Eventuell sind auch sie bereit, sich an den Kosten zu beteiligen, weil letztendlich auch sie profitieren, wenn jemand dort sein Fahrzeug auflädt", meinte Müller-Gärtner. Sie forderte eine Entscheidung des Gremiums.

Ins Gespräch wurde von Gemeinderat Eberhard Vogel (CSU) gebracht, den Standort am Parkplatz der Gaststätte Hartleb für eine E-Ladestation zu prüfen. "Wir müssen uns an der Realität orientieren. Wer fährt schon, wenn er bei Hartleb einkehrt, ins mehrere Hundert Meter entfernte Gewerbegebiet?", so Vogel. Das wiederum stieß bei Gemeinderat Gunther Hartleb (SPD) nicht auf Gegenliebe. "Es sind so und so nur wenige Parkplätze vorhanden. Wenn wir jetzt noch zwei für eine E-Ladestation wegnehmen, ist das meiner Gaststätte nicht zuträglich", sagte Hartleb.

Geschäftsleiter Schäd erläuterte hierzu, dass die Förderung 40 Prozent, jedoch maximal 3000 Euro für die Ladesäule und 40 Prozent für den Netzanschluss, höchstens aber 4000 Euro betrage. Die geschätzten Kosten für die Säule und den Anschluss beliefen sich auf etwa 18 000 Euro, so Schäd. Standorte seien eventuell im Gewerbegebiet oder am Rathaus (Besucherparkplatz). Beschlossen wurde, für die beiden Standorte einen Antrag zu stellen.

Informationen erhielt das Gremium zum "Tag der offenen Gartentür" am Sonntag, 30. Juni, in Wasmuthhausen vom dortigen Gemeinderat Eberhard Vogel. Er machte mit Fotos aus dem Ort "Appetit" auf einen Besuch in Wasmuthhausen. "In unserem Ort waren 150 Helferinnen und Helfer im Einsatz, um den Tag zu einem Erlebnis werden zu lassen", so Vogel.

Bürgermeister Wolfram Thein bedauerte am Ende der Sitzung mit Blick auf seinen Stellvertreter Harald Deringer dessen Aussagen bei der Nominierungsversammlung der CSU (zur Wahl eines Bürgermeisters), in der dieser ihm vorgeworfen habe, nicht gut mit ihm zusammenzuarbeiten. "Wir wollten eine Wahlbewerbung und keinen Wahlkampf führen", sagte Thein. Er erklärte, dass die Zusammenarbeit stets gut gewesen sei.

Der Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes, Ruprecht Fichtner (CSU), zeigte sich verwundert über Details aus einem nichtöffentlichen Sitzungsteil, welche die ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages, Susanne Kastner (SPD), in einem Leserbrief als Reaktion über die Aussage von Deringer in der Nominierungsversammlung zitiert hatte. Grundsätzlich dürfen nach den Worten von Geschäftsführer Renè Schäd keine Informationen aus nichtöffentlichen Sitzungen nach außen kommen, es sei denn, der Geheimhaltungsgrundsatz ist weggefallen. Nach der Vergabe von Aufträgen im nichtöffentlichen Teil falle der Geheimhaltungsgrund weg. Für Personalangelegenheiten gelte das aber nicht, sagte er.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren