Eltmann
Digitalisierung

Grundschule Eltmann in der Vorreiterrolle

Nach einem Medienkoffer mit Zusatzgeräten und 16 Tablets erhielt die Schule nun ein handlungsorientiertes Lernkonzept. Die Schüler waren begeistert.
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Klassenlehrerin Katharina Finster (links) und die Rektorin der Grundschule Eltmann, Jutta Aumüller, beobachten hier den Umgang ihrer Schüler mit den neuen Tablets.Günther Geiling
Klassenlehrerin Katharina Finster (links) und die Rektorin der Grundschule Eltmann, Jutta Aumüller, beobachten hier den Umgang ihrer Schüler mit den neuen Tablets.Günther Geiling
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Die Digitalisierung ist derzeit in aller Munde, aber muss das auch wirklich in der Grundschule sein und ist das dort schon sinnvoll? In der Johann-Baptist-Graser-Grundschule Eltmann hat man diese Frage eindeutig bejaht und ist schon in der Umsetzungsphase. Seit Beginn des Schuljahrs wurde die Grundschule von der Stadt mit einem mobilen Tabletkoffer ausgestattet, der mit 16 Geräten zur Arbeit in Gruppen oder im Klassenverband eingesetzt wird. Nun wurde auch noch das "Lernkonzept WeDo 2.0" übergeben, mit dem die Buben und Mädchen auch in die Programmiersprache einsteigen können. Die Begeisterung unter den Schülern war riesig.
Tablets kamen bisher vor allem in Grundschulen nur in einer sehr überschaubaren Anzahl im Unterricht zum Einsatz. Im Landkreis Haßberge wurde beispielsweise ein solcher Koffer mit Tablets angeschafft, der im Medienzentrum bereitsteht und ausgeliehen werden kann. Pilotprojekte und Projekte, die Lehrer in Eigeninitiative gestartet haben, brachten aber durchaus positive Erfahrungen. Schwierig war aber meist die Finanzierung der Geräte, die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur und die Gewährleistung von Schulungen für Lehrkräfte.
"Im Rahmen des Masterplans Bayern Digital II der bayerischen Staatsregierung sind nun alle Schulen angehalten, den Medieneinsatz an ihren Schulen genau zu planen und voranzutreiben", betonte Rektorin Jutta Aumüller. "Wir sollen ein individuelles Medienkonzept mit einem Mediencurriculum, der Fortbildungsplanung und einem Ausstattungsplan erstellen. Auf die Sachaufwandsträger kommt im gleichen Zug die Aufgabe zu, die nötigen technischen Mittel zur Verfügung zu stellen."
Vorausschauend habe sich die Stadt Eltmann in der Grundschule bereits vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, die technische Ausstattung der Klassenzimmer voranzutreiben. "In diesem Schuljahr haben wir einen entsprechenden Medienkoffer mit den Zusatzgeräten und 16 Tablets im Wert von über 10 000 Euro angeschafft. Um sie sinnvoll einsetzen zu können, benötigt man darüber hinaus aber auch pädagogisch sinnvolle und finanzierbare Programme und Apps", betonte Bürgermeister Michael Ziegler. Dafür sorgte nun Stadtrat Jens Witthüser vom gleichnamigen Steuerbüro, der der Schule das handlungsorientierte Lernkonzept WeDo 2.0 überreichte.
Witthüser erläuterte, wie er auf diese Idee gekommen ist: "Die Werbung war keineswegs mein Ziel. Vielmehr habe ich dieses Lernkonzept vor Weihnachten entdeckt und sah, wie wunderbar man das spielerisch nutzen kann. Ich kaufte es als Weihnachtsgeschenk für meine zwei Söhne (sechs und neun Jahre alt), und es wurde eine Super-Geschichte für meine Kinder. Diese soll es auch für die anderen Schüler werden."
Er sponserte also die 16 Lernkästen mit einer Summe von 2500 Euro. Mit dieser Idee ist aber auch verbunden, dass gleichzeitig die Lehrer durch eine Fortbildung an diese neuen Medien herangeführt werden. Rektorin Jutta Aumüller freute sich darüber, dass damit die Grundschule Eltmann schon einen großen Schritt weiter sei als andere: "Wir sind damit als eine der ersten Grundschulen schon mit Tablets ausgestattet. Die Tablets werden nun mit sinnvollen Apps bestückt, und die Lehrer bilden sich fort. In dieser Phase sind die Lego WebDo 2.0 -Kästen ideal. Sie bieten dem Kollegium eine sehr konkrete Möglichkeit, die Tablets im Rahmen des Heimat- und Sachkunde-Unterrichts einzusetzen. Auch erste Schritte im Programmieren sind möglich, die im Rahmen von Projekten oder Arbeitsgemeinschaften erlernt werden können."
Die Buben und Mädchen der Klasse 3a probierten ein paar einfache Vorgänge unter Anleitung gleich aus und man hörte bald Ausrufe wie "Mann, ist das spannend!" oder "Da kann man ja auch Geräusche machen".
Markus Nerlicher von der Fachfirma Technik-LPE kündigte an, dass es noch spannender werde, wenn die Schüler die selbst gebauten Modelle mit einer einfachen Programmiersprache zum Leben erwecken. "Dabei erlernen sie die elementare Logik des Programmierens und werden animiert, Probleme zu erkennen und kreative Lösungen zu entwickeln. So werden naturwissenschaftliche, biologische und technische Themen des aktuellen Lehrplans lebendig und für jeden leicht zu begreifen."
Markus Nerlicher stellte heraus, dass das Konzept darauf abziele, die Digitalisierung in die Schulen zu bringen. Dies sei durchaus schon in der Grundschule sinnvoll.
Dem stimmte auch Rektorin Jutta Aumüller zu, die meinte: "Natürlich können die Tablets den herkömmlichen Unterricht nicht ersetzen, sie ergänzen ihn höchstens. Grundschüler müssen zunächst mit Stift, Papier und Buch das Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Aber die Arbeit mit Tablets kann den Unterricht abwechslungsreicher und motivierender gestalten. Am Tablet lassen sich in Übungsphasen zum Beispiel gut Kopfgeometrie und Kopfrechnen oder Grundwortschatzübungen im Rechtschreiben ausführen." Die Möglichkeiten seien vielfältig, und natürlich müsse sich auch eine Schule und ein Lehrerkollegium erst auf dieses Medium einstellen.
Klassenlehrerin Katharina Finster von der 3a hatte dann alle Mühe, zur Pause wieder die Tablets und die neuen Lernkästen einzusammeln, denn einige schienen schon mit solchen Lernprogrammen etwas vertraut zu sein und wollten weiter dranbleiben. Bürgermeister Ziegler gab ihnen zu verstehen, dass auch ihre Lehrerin erst lernen müsse, wie alles funktioniert. Als Lehrerin Katharina Finster dies bestätigte und sagte, sie sei selbst darauf gespannt, meinte ein Schüler zu ihr: "In den Osterferien hast du ja Zeit, um es zu lernen".
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