Kirchlauter
Kinderparlament

Grundschüler "machen Politik"

Für einen Tag durften Mädchen und Buben der Grundschule Kirchlauter "Politiker" spielen. Sie nahmen im Landtag an einer Parlamentssitzung für Kinder teil.
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Lea Fuchs (am Pult; blaues Oberteil) trug der Landtagspräsidentin Barbara Stamm (links; ebenfalls blaues Oberteil) die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe zum Thema Natur und Umwelt vor.  Foto: privat
Lea Fuchs (am Pult; blaues Oberteil) trug der Landtagspräsidentin Barbara Stamm (links; ebenfalls blaues Oberteil) die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe zum Thema Natur und Umwelt vor. Foto: privat
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Lea Fuchs, Viertklässlerin aus Kirchlauter hielt sogar eine kleine Rede. Und das von dem Pult im Landtag aus, an dem sonst Ministerpräsident Seehofer (CSU) oder Oppositionsführer Rinderspacher (SPD) zum politischen Schlagabtausch antreten. Klar, dass Lea da ganz besonders stolz war. Sie hatte es im "hohen Haus" der Bayerischen Politik mit Barbara Stamm (CSU) zu tun, der Präsidentin den Landtags.

Und was das Mädchen aus den Heiligen Ländern vortrug, war keine übliche Parlamentsrede. Sie stellte Ideen vor, was die Politiker in Bayern tun können, damit es der Umwelt und der Natur besser geht. Diese Vorschläge hatte Leas Arbeitsgruppe im Kinderparlament zusammengestellt. Sie war zur Sprecherin dieser Gruppe gewählt worden. Ein tolles Erlebnis für das Mädchen, aber auch für ihre ganze Klasse, die 4a der Grundschule Kirchlauter.

Die einzigen Unterfranken

Die Klasse hatte Losglück gehabt. Nur so konnte Lea am Rednerpult im Maximilianeum stehen. Die 4a ergatterte nämlich als einzige Schulklasse Unterfrankens einen Platz im Kinderparlament. Die Veranstaltung, die von der Präsidentin des Landtages, Barbara Stamm, (CSU) ins Leben gerufen wurde, fand zum zweiten Mal statt.

Schulleiterin Antje Schorn, zugleich Klassenleiterin, hatte ihre 4a mal so auf Verdacht angemeldet. Und tatsächlich wurde sie aus 165 Bewerbungen ausgelost und durfte mit je einer Klasse aus den anderen bayerischen Regierungsbezirken in die Landeshauptstadt reisen. "Alle anfallenden Kosten, sowie die Tagesverpflegung für die Kinder hat der Landtag übernommen," berichtet die Ebernerin. Davon, aber auch vom Verlauf dieses spannenden Tages waren die Kinder begeistert.

"Etwas ganz Besodneres"

Im Plenarsaal wurden sie von Barbara Stamm empfangen, die nach Schorns Beobachtung sehr einfühlsam auf die Schüler einging. Und die Kinder durften auf den Stühlen des Plenarsaales Platz nehmen. Das machte auf viele von ihnen großen Eindruck, berichtet Antje Schorn: "Dass das etwa ganz Besonderes war, war den Kindern sehr wohl bewusst." Aus dem HSU-Unterricht und aus einer Vorabinformation des Landtags hatten sie schon viel über die bayerische Politik gewusst.

In fünf Workshops zu verschiedenen Sachbereichen, denen jeweils ein Mitglied des Landtages als Pate zur Seite stand, erhielten die Schüler Einblick in die politische Arbeit und hatten die Möglichkeit, Wünsche und Anregungen zu formulieren. Mitarbeiter des Zentrums für angewandte Politikforschung in München hatten die Workshops vorbereitet.

"Die haben das echt gut gemacht", sagt Antje Schorn und sieht sich durch die begeisterten Stimmen ihrer Kinder bestätigt. Auch dass Demokratie Kompromisse finden muss und dass Entscheidungen von der Mehrheit getroffen werden, haben die Kinder erfahren. In den Workshops gab es richtige "Parlaments-Abstimmungen".

Für mehr gerechtigkeit

Ein Thema war zum Beispiel, was die Kinder als gerecht und was sie als ungerecht empfinden und was man ändern müsste. Auch Vorstellungen, wie die Schule noch besser werden könnte, erarbeiteten die Arbeitsgruppen. Der Schutz der Natur, das Einsetzen für die Gesundheit und Vorstellungen für ein geglücktes Miteinander waren weitere Themen.

Nach den Workshops trafen sich alle Arbeitsgruppen wieder im Plenarsaal. Dort stellten einzelne Kinder die Ergebnisse und Wünsche im Plenum vor und sie übergaben der Landtagspräsidentin große Umschläge mit diesen Anliegen. Frau Stamm will die Post an die zuständigen Kommissionen weiterleiten. Die Schulen sollen dazu eine Rückmeldung erhalten, versprach sie.

Interviews nach getaner Arbeit

Der Tag wurde von Kinderreportern begleitet, die am Ende des Tages eine kleine Zeitung mit Berichten zu den Workshops zusammenstellten, die man auf der Homepage des Bayerischen Landtages www.bayern.landtag.de anschauen und herunterladen kann.

Abschluss des Tages war ein gemeinsames Abendessen auf der Terrasse der Gaststätte im Maximilianeum, bei dem die Kinder noch einen Rucksack mit Informationsmaterial über den Landtag geschenkt bekamen. Zuvor hatten sie sich noch bei einer kleinen Schnitzeljagd vor dem Gebäude austoben dürfen.

Auch das war fast wie in der richtigen Politik: Antje Schorn und ein paar ihrer Kinder wurden gleich nach der Sitzung vom Bayerischen Rundfunk interviewt. PR nennt man das, Werbung, aber das wäre wieder ein anderes Unterrichtsthema.
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