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Aktion

Grundschüler erlebten einen Bauernhof

Das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt (AELF) möchte Schülern Wissen über Landwirtschaft vermitteln.
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Die "Renner" auf dem Hof der Familie Ley in Losbergsgereuth waren die Kälber. Foto: Helmut Will
Die "Renner" auf dem Hof der Familie Ley in Losbergsgereuth waren die Kälber. Foto: Helmut Will
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Es geht um Landwirtschaft, Huhn, Schwein, Rind, Schaf und Getreide. Das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt (AELF) möchte mit dieser Aktion den Schülern Wissen zur Landwirtschaft vermitteln und sie beim Besuch eines Bauernhofes mit der Landwirtschaft, ihren Aufgaben und Produkten vertraut machen. Ein Quiz soll die Kinder anspornen, mitzuwirken. Wo kommt unser Essen her und wie wird es gemacht? Das Programm "Erlebnis Bauernhof" ermöglicht Einblicke hinter Hoftore und Stalltüren.


Mehr Bezug zum Ursprung der Lebensmittel

"Die Kinder der Grundschulklassen zwei bis vier sollen so mehr Bezug zum Ursprung ihrer Lebensmittel erhalten", sagte Elisabeth Heller, die beim AELF für diese Aktion zuständig ist und am Dienstag mit in der Mensa des Betreuungsgebäudes war. Manche Kinder, die mit ihrer Schulleiterin Gudrun Schnitzer und ihrer Klassenlehrerin Alexandra Wachter-Spies gekommen war, zeigten sich als "Kenner der Materie." So die neunjährige Annemarie, die es gut findet, dass sie und ihre Mitschüler über die Landwirtschaft informiert zu werden.

Allerdings: "Ich kenne mich aber schon gut aus, mein Onkel hat in Reckenneusig einen richtig großen Bauernhof und da bin ich öfters", sagt Annemarie. Sie zeigt auf die Informationstafeln mit den Tieren der Landwirtschaft und weiß über alle, ob Zwei- oder Vierbeiner etwas zu erzählen. "Trotzdem ist es schön, dass wir hier alles genau erklärt bekommen, bzw. an den Tafeln viel über Landwirtschaft und Tiere lesen können. Beim Lesen ist gerade Klassenlehrerin Alexandra Wachter-Spies mit drei Kindern ihrer Klasse. Es geht um das Rind, die Kuh, welche Bauern im Stall oder auf der Weide halten. Angespannt lesen die drei Kinder nacheinander, was es dazu gibt und ihre Lehrerin gibt auf alle Fragen Antwort. Zum Beispiel darauf, wann eine Kuh erstmals Milch gibt, nämlich dann, wenn sie zum ersten Mal gekalbt hat. Annemarie, Jannes und Joshua stehen mit angespannten Gesichtern und hoch konzentriert vor einer Schautafel, die sich mit der Landwirtschaft im Allgemeinen befasst.

Gegenseitig geben sie für sich Erklärungen ab, was einem mit der Infotafel vermittelt werden soll. Joshua erweist sich hier als Fachmann: "Da können wir sehen, was Landwirtschaft bedeutet, was die Bauern arbeiten müssen, wo unser Essen herkommt", sagt er. Er ist seinen Mitschülern etwas im Vorteil, denn: "Mein Opa hat in Reckendorf einen Bauernhof und er hatte mal Schweine, Hühner und Schafe. Jetzt hat er nur noch Hühner", erklärt der Neunjährige.


Interessierte Schüler

Elisabeth Heller vom AELF in Schweinfurt freut sich über das offensichtlich große Interesse der Schüler und gibt ihnen auf ihre vielfältigen Fragen gerne Auskunft. "Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten macht jedes Jahr eine Aktionswoche zum Erlebnis Bauernhof mit Aktionen an den Schulen. Damit soll den Kindern bewusst gemacht werden, wo die Lebensmittel herkommen, was mit ihnen passiert", sagte Heller. Deshalb sei ein Lernzirkel aufgebaut mit verschiedenen Stationen rund um die Landwirtschaft. "Wir haben auch die Möglichkeit, einiges praktisch zu tun, zum Beispiel kann das Melken an einem Kunsteuter geübt werden, wir haben Fühlsäckchen, wo man beim reingreifen raten kann, was sich drinnen befindet. Sinn und Zweck ist außerdem, dass die Kinder einmal einen Bauernhof besuchen, um in der Realität zu sehen, was sie in der Ausstellung erforscht haben. Der Besuch des Bauernhofes wird in Losbergsgereuth bei der Familie Ley stattfinden.


Fühlsäckchen

Stichwort Fühlsäckchen: Schulleiterin Gudrun Schnitzer hat auf einem Tisch vor sich eine ganze Reihe weißer Säckchen stehen. "Greift mal rein, ohne zu spitzen und fühlt, was im Säckchen ist. Nichts verraten, erst wenn alle hineingegriffen haben, sagt jeder, was er meint, was er gefühlt hat", so die Rektorin. Auch hier erweist sich, dass die Kinder meist richtig liegen. Sie konnten sogar Heu und Stroh unterscheiden, obwohl beides ja irgendwie die gleichen Strukturen hat.

Vorhanden ist auch das schwarze Melkeuter der Kuh "Elsa". Dass es gar nicht so leicht ist, eine Kuh per Hand zu merken, müssen alle Kinder feststellen, die sich hier versuchen. Zoe umfasst mit beiden Händen je ein Euter, zieht und drückt, aber das mit Wasser gefüllte Euter tröpfelt nur leicht. Dass das in die Finger geht, merken die Kinder schnell und können so abschätzen, dass auch Kuhmelken per Hand gelernt sein muss.

Alle Kinder freuen sich schon, wie sie sagen, auf den Besuch auf dem Bauernhof in Losbergsgereuth. Dort war am Donnerstag die Klasse 2d mit ihrer Lehrerin Sandra Keil zu Gast. Ute Ley gab sich viel Mühe mit den Kindern, hatte einiges vorbereitet, um die Schüler zum aktiven Mitwirken anzuspornen. So gab es Karten mit Tieren und anderen landwirtschaftlichen Bildern, welche die Kinder zogen, um dann auf dem weitläufigen landwirtschaftlichen Betrieb in Vierergruppen das zu erkunden, was sie auf den Bildern sahen. Angetan waren die Schüler vor allem von den possierlichen Kälbern, die einige Streicheleinheiten abbekamen. Begleitet wurden die Schüler von Hofhund "Mila", der die seltenen Gäste neugierig beäugte.


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