Eltmann
Archäologie

Grabungen in Eltmann: Alten Scherben auf der Spur

Spannende Erkenntnisse und schöne Funde: Zum Abschluss der Grabungen am Burgstall waren interessierte Bürger eingeladen.
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Auf großes Interesse stieß der "Tag der offenen Tür" zum Abschluss der Grabungen am Burgstall bei Eltmann. Rund 50 Besucher nutzten am Samstagnachmittag die Möglichkeit, eine archäologische Grabung mal aus der Nähe zu sehen und Fragen an Grabungsleiterin Britta Ziegler zu stellen. Fotos: privat
Auf großes Interesse stieß der "Tag der offenen Tür" zum Abschluss der Grabungen am Burgstall bei Eltmann. Rund 50 Besucher nutzten am Samstagnachmittag die Möglichkeit, eine archäologische Grabung mal aus der Nähe zu sehen und Fragen an Grabungsleiterin Britta Ziegler zu stellen. Fotos: privat
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Groß war das Interesse am Tag der offenen Tür zum Abschluss der archäologischen Grabungen am Burgstall bei Eltmann. Viele Fragen konnte Grabungsleiterin Britta Ziegler beantworten, bevor das Grabungsgelände wieder in den Urzustand zurückversetzt wird. Viele Gäste bedauerten, dass die Grabungen nicht fortgesetzt werden, denn die bisherigen Erkenntnisse wecken Neugier.

Dazu erklärte Britta Ziegler, dass die zweite Erlaubnis des Denkmalamtes zwar noch umfangreichere Grabungen ermöglicht hätte, doch sei diese auf ein Jahr begrenzt und mehr sei heuer einfach nicht mehr machbar.

Die bisherigen Grabungen hätten viele Vermutungen bestätigt und schöne Funde zutage gebracht. Wenn alle Daten ausgewertet sind, wird Ziegler sicherlich nochmals einen Vortrag in Eltmann halten. Die Besucher am Samstag hatten viele Fragen zum praktischen Ablauf einer solchen Grabung, die von den Studenten und den ehrenamtlichen Helfern Hartnäckigkeit, Geduld und körperliche Robustheit fordert.

Der trockene Boden hatte gegenüber den Grabungen in vergangenen Jahr Vor- und Nachteile. "Aber zumindest haben wir hier oben auf dem Bergsporn keine Probleme mit Grundwasser", lächelte Britta Ziegler und beantwortete damit gleich die Frage, ob der Burgstall denn einen Brunnen gehabt habe. Zur Wasserversorgung wurde wohl eine etwas unterhalb im Wald liegende Quelle genutzt.

Keine Hinweise auf Mörtel

Bestätigt sehen sich die Wissenschaftler darin, dass es sich um eine Anlage aus dem 12. Jahrhundert handelte. Die Befestigungsanlagen bestanden wohl nur aus Holz, Erde und Trockenmauern. "Wir haben nicht den geringsten Hinweis auf Mörtel gefunden", erklärte Ziegler. Dafür fand sich ein Hufeisen und in dessen Nähe lagen eine ganze Menge Keramikscherben. "Eindeutig hergestellt auf einer schnell drehenden Töpferscheibe", erklärte Ziegler, was auf eine Herstellung im 11. oder 12. Jahrhundert schließen lässt. In Haßfurt in der Engelmessgasse hätten sich auch solche Töpfe gefunden, berichtete die Grabungsleiterin. Am Lußberg bei Dorgendorf befand sich ein Keramikzentrum.

Sehr beeindruckend ist die Größe der ehemaligen Anlage, die heute noch auf Luftbildern zu erkennen ist. Die Dreiteilung ist eindeutig hochmittelalterlich, insgesamt hatte sie eine Nutzfläche von 1900 Quadratmetern auf 180 Metern Länge. Damit war der Burgstall größer als die Burg am Zabelstein (3900 Quadratmeter) oder die Altenburg (4151 Quadratmeter).

Auch Günther Reiß freute sich über das Interesse an den Ausgrabungen. Er ist Mitglied des Vereins für Heimatgeschichte Eltmann und arbeitet in einer Arbeitsgruppe an der Uni Bamberg. Auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse, die zu einem Teil auf die Vermessungen des früheren Kreisheimatpflegers Paul Hinz zurückgingen, weckte er bei Britta Ziegler das Interesse am Burgstall und brachte so die beiden Ausgrabungen in Gang. Er organisierte das gesamte "Begleitprogramm" der Grabungen und fand dabei große Unterstützung bei der Stadt mit ihrem Waldbauhof und verschiedenen Firmen. Ein, zwei Wochen wird er noch mit den Restarbeiten beschäftigt sein "und dann gehen wir erstmal eine Woche in Urlaub", sagte er mit Blick auf seine Frau, die seit Mitte August viel Zeit für sich alleine hatte. red

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