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Ebelsbach
Projekt

Golfclub Haßberge will Golfhotel bauen

Der Golfclub Haßberge will seine Anlage oberhalb von Steinbach aufwerten. Der Gemeinderat Ebelsbach befürwortete den Antrag mit einigen Bedingungen.
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Blick auf den landschaftlich schön gelegenen Golfplatz des Golfclubs Haßberge über dem Maintal bei SteinbachGünther Geiling
Blick auf den landschaftlich schön gelegenen Golfplatz des Golfclubs Haßberge über dem Maintal bei SteinbachGünther Geiling
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"Mit der Errichtung eines Golfhotels möchte der Golfclub Haßberge die Attraktivität seiner Anlage steigern. Der Golfplatz steht nämlich auch in Konkurrenz zu anderen Anlagen. Viele Golfspieler wollen vermehrt auch fremde Plätze nutzen, und dabei würde ein solches Hotel auch den Tourismus in der Weingegend und im Landkreis Haßberge stärken." Mit dieser Begründung richtete der Golfclub Haßberge seine Anfrage zur Erweiterung der Golfanlage bei Steinbach über die Gemeinde Ebelsbach an das Landratsamt Haßberge und bat um einen positiven Vorbescheid für sein Vorhaben.

Der Golfclub Haßberge wurde im Jahre 2000 gegründet und 2003 wurde die Anlage mit 18 Löchern fertiggestellt. Damit kann man nun seit 15 Jahren auf dem 65 Hektar großen Gelände mit einer großzügigen Driving-Ranch mit über 250 Metern Länge, 30 Abschlagplätzen und zwei Putting-Greens seinem Lieblingssport nachgehen. Darüber hinaus enthält das Gelände das Clubhaus mit sanitären Anlagen und auch ein Gebäude für den Greenkeeper und zur Unterbringung der Geräte.

Unterkunft am Golfplatz gefragt

Nun plant der Golfclub aber noch die Errichtung eines Hotels auf dem Sportgelände, "damit dieser Sport im Landkreis Haßberge nachhaltig und dauerhaft weitergeführt werden kann. Gäste aus anderen Bundesländern kommen gerne in unsere Weingegend, um Gold zu spielen, erwarten aber auch ein nahe oder direkt am Platz gelegenes Hotel", heißt es in der Anfrage des Golfclubs. Anfragen würden sich oft auf eine adäquate Unterkunft am Golfplatz beziehen, und in weit über Deutschland hinaus bekannten Golf-Führern seien solche Übernachtungsmöglichkeiten regelmäßig positiv erwähnt.

Für den Golfplatz oberhalb von Steinbach werbe man bisher mit dem Text: "Auf einer Hochfläche der Haßberge über dem Maintal liegt der oft gelobte, sportlich anspruchsvolle 18-Loch-Golfplatz. Umsäumt von Eichenbaumbeständen fügen sich die 18 Bahnen harmonisch in das hügelige Plateau ein, von dem man herrliche Ausblicke auf den Steigerwald und das Maintal hat."

Zweigeschossiger Baukörper geplant

Nach verschiedenen Entwürfen habe sich der Golfclub nun dazu entschieden, die Planung des zweigeschossigen Baukörpers in einer abgewinkelten, kompakten Konstruktion fortzusetzen. Die Länge der Seiten betrage 40 beziehungsweise 37 Meter und die Gebäudebreite sei mit 16 Metern geplant. Im Obergeschoss könnten 28 Doppelzimmer untergebracht werden, während das Erdgeschoss für Umkleide- und Sanitäranlagen benötigt werde. Zusätzlich würde eine ausreichend große Gastronomie für Hotelgäste und Golfsportler zur Verfügung gestellt. Eine Unterkellerung sei sinnvoll, um die elektrisch betriebenen Golffahrzeuge (Carts) sowie die Trollys unterzubringen. Zusätzlich seien auch Nutzungsmöglichkeiten wie eine Sauna für das Wohlbefinden der Gäste denkbar.

Als Dachkonstruktion sei ein Flachdach vorgesehen, auf dem Solar- und Photovoltaikanlagen, mit einer Attika umgrenzt, montiert würden. Natürlich sei auch die Barrierefreiheit im Gebäude gegeben.

Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) ergänzte, dass es zu diesem Vorhaben ein Vorgespräch im Landratsamt gegeben habe, zumal das Golfhotel ja im Außenbereich entstehen soll. Schon bei der Golfplatz-Genehmigung sei darüber verhandelt und dies auch befürwortet worden. Alles andere obliege nun der Aufsichtsbehörde im Landratsamt. Eigentlich könne man ein solches Vorhaben nur begrüßen.

Der Gemeinderat Ebelsbach befürwortete den Antrag dann auch einstimmig mit einigen Bedingungen. Das Kanalnetz werde einer hydraulischen Überprüfung unterzogen, ob dieses die größere Einleitungsmenge durch die Errichtung des Hotels aufnehmen könne. Die Dimensionierung der Wasserleitung wird ebenfalls überprüft, und das anfallende Dachwasser soll in die vorhandenen Teiche eingeleitet werden.

Junge Schäferfamilie

Ebenfalls um einen Antrag im Außenbereich ging es dann hinsichtlich des Flurstückes 449 in der Gemarkung Schönbach, wo die Bauherren die Veränderung des Geländes planen, um eine möglichst ebene Fläche zu erreichen. Dieser Bereich soll zum Abstellen von landwirtschaftlichen Maschinen dienen und ebenso soll ein Platz zur Lagerung des Winterfutters geschaffen werden. Bürgermeister Ziegler erläuterte dem Gremium, dass hier eine junge Schäferfamilie eingezogen sei, die "mit Leib und Seele" ihren Beruf betreibe. Dies wäre sogar gut und für die Zukunft noch wichtig, um die Wiesen zu beweiden. Sie hätten nur einen Fehler gemacht, dass sie vor einer solchen Genehmigung bereits mit den Arbeiten begonnen hätten.

Zweiter Bürgermeister Martin Horn (SPD) gab zu bedenken, dass man dabei auch auf die Wasserleitung für die Schönbachsmühle achten müsse. Die entsprechende Überdeckung der Rohrleitung müsse gewährleistet bleiben.

Für Gemeinderat Christian Zehendner (CSU) waren nicht die Erdbewegungen das Problem. Aber auf der anderen Seite stehe eine leere Scheune, und vielleicht könnte auch die einer Nutzung zugeführt werden. Dann wäre jedem gedient. Auf jeden Fall müsse man helfen, damit es nicht bald auf der linken Seite so aussieht wie auf der rechten.

Der Gemeinderat beschloss, dem Antrag auf Vorbescheid das Einvernehmen zu erteilen und zur Genehmigung an das Landratsamt weiterzuleiten.

Bebauungspläne beschlossen

Zu Diskussionen führten die Aufstellungsbeschlüsse für die beiden Bebauungspläne "Am Breitfeld II" und "Eichholz" im Ortsteil Schönbrunn. Im "Breitfeld" in Richtung Rudendorf könnten acht Baurechte geschaffen werden, wobei die Durchfahrt mit vier Metern schon etwas eng wäre, aber ein Müllauto käme durch. Beim Bebauungsplan "Eichholz" unterhalb des Bolzplatzes könnten sechs Bauplätze geschaffen werden. Problematisch ist, dass die Gemeinde bei keinem Gebiet im Besitz der Flächen ist und auch die Grundstückseigentümer nicht verkaufen wollen.

Gemeinderat Helmut Schöpplein (CSU) erachtete es als wichtig, "die Flächen erst einmal ins Eigentum der Gemeinde zu bringen, sonst haben wir wieder keinen Zugriff".

Gemeinderat Christian Zehendner argumentierte in ähnliche Richtung und wies darauf hin, dass man sich immer wieder mit dem Vorwurf auseinandersetzen müsse, dass zu viele Grundstücke in Privatbesitz unbebaut blieben. "Das, was wir sonst bekämpfen, schaffen wir auf diese Weise hier in Schönbrunn neu. Das Risiko ist sehr groß, dass von sechs Bauplätzen im ,Breitfeld‘ vier nicht bebaut werden. Dann haben wir die Situation wie davor."

Gemeinderat Andreas Hoch drückte es so aus: "Irgendwie drehen wir uns hier im Kreis - und irgendwann müssen wir anfangen. Ich gebe zwar Christian auf der einen Seite Recht, aber vielleicht verkauft der eine oder andere Grundstücksbesitzer dann doch später. Wir bieten auf jeden Fall eine Möglichkeit an."

Auch Bürgermeister Ziegler hielt es für richtig, Planungsrecht für beide Bebauungspläne zu schaffen, "und dann muss man halt weitersehen". So wurde es auch beschlossen.

Anschaffungen für den Bauhof

Um zwei Anschaffungen für den Bauhof ging es im weiteren Verlauf. Bauhofleiter Martin Horn begründete den Kauf eines Radladers für rund 65 000 Euro mit dem Verschleiß des bisherigen Traktors, der auch für manche Arbeiten nicht geeignet sei. Mit einem Radlader könne man so einiges bewegen. Die Alternative wäre sonst, dass man Arbeiten an Firmen vergeben müsste, was jetzt nicht einfach und auch teurer wäre.

Auch der bisherige Lkw sei fast 20 Jahre alt und biete zu wenig Zuladegewicht. Außerdem mehrten sich nach dieser langen Zeit die Reparaturen. So habe man sich einen stärkeren 18-Tonner-Lkw mit Containern ausgesucht, die ebenerdige Zuladungen ermöglichten und deswegen auch flexibler und vielseitiger einsetzbar seien. Hier müsse man aber mit Zusatzgeräten mit einem Preis von über 200 000 Euro rechnen. Beiden Wünschen stimmte der Gemeinderat zu.

"Bolzplatz in Schönbach erhalten"

Eine Vergabe erfolgte auch für die Brücke am Ebelsbach nahe den Kleingärten mit einem Kostenvolumen von 13 000 Euro.

Hinsichtlich der zweiten Änderung des Bebauungsplanes "Winterleite" in Schönbach bat Ortssprecherin Anette Kutzner darum, den Bolzplatz zu erhalten, weil hier auch Leben im Dorf stattfinde und er von der Jugend gerne als Spiel- und Bolzplatz benutzt werde.

Gemeinderat Alexander Käb (FW) wünschte sich für den "Pendlerparkplatz" eine Beschilderung, damit nicht Anhänger und andere Fahrzeuge längere Zeit dort abgestellt werden.

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