Rentweinsdorf
Benefizkonzert

Gesungen, gelacht und gefuttert - für Linus

Es wurden Lieder angestimmt und auch Loblieder: Die Resonanz auf die Hilfsaktion für den leukämiekranken Linus aus Rentweinsdorf fand auch beim Benefizkonzert am Freitagabend im Marktsaal ihren Widerhall. Für Unterhaltung sorgten Mäc Härder sowie die Gruppe "Austria Five".
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"Austria Five" im Marktsaal zu Rentweinsdorf
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Wie die Band auf ein Trio geschrumpft war, so blieb auch das Publikumsinteresse an der mit "heißer Nadel gestrickten", binnen einer Woche organisierten Veranstaltung, hinter den Erwartungen zurück. "Schade, schade, schade", schimpfte beispielsweise Sabine Hubatschek aus Ebern, dass "so wenig los ist". Denn die Aufführungen hätten's verdient. Mäc Härder begann seinen furiosen Auftritt damit, dass er erst einmal die Saalordnung korrigierte und die Bistrotische zusammenschob. Ansonsten ist er Freitagabends meist im Fernsehen zu sehen, diesmal stellte er sich in den Dienst der guten Sache und folgte dem Ruf der Verantwortlichen der Mediengruppe Oberfranken, die über ihren Stiftungsverein "FrankenHelfenFranken" zusammen mit der Marktgemeinde Rentweinsdorf eingeladen hatte. Härder begeistert das Publikum mit Gags und Jonglage-Nummern.

Nach dem Kabarettisten gab die Austro-Pop-Band "Austria Five" das Motto für den Abend aus: Weusd a herz host wia Bergwerk. Zweieinhalb Stunden unterhielt das Trio um Frontmann Joe Farmer (alias Jörg Hofbauer) mit Hits österreichischer Künstler und Bands und zündete eben mit Werken von Rainhard Fendrich besondere Kracher. "I am from Austria", sang Farmer, der eigentlich in der Lichteneiche bei Bamberg daheim ist.



Nach anfänglichen Problemen mit der Akustik im Saal steigerte sich die Band zusehends (zuhörends?) und wurde kurz vor Mitternacht erst nach mehreren Zugaben entlassen. Probleme hatte die Gruppe mit dem hohen Schallpegel der Zuhörer, denn in vielen Gesprächsrunden ging es nur um ein Thema: das Schicksal des kleinen Linus', der seit Montag wieder in der Kinderklinik in Erlangen behandelt wird, nachdem er zuvor einige Tage im Elternhaus verbracht hatte, das nur wenige Meter vom Konzertsaal entfernt liegt.

Ein besonderer Besucher hatte bei Linus am Freitag am Krankenbett in Erlangen vorbeigeschaut : Julius Jenkins von den Brose Baskets übergab einige Geschenke, darunter auch ein signiertes Trikot, worüber sich Linus unwahrscheinlich gefreut haben muss, wie seine Mutter im Freundeskreis erzählte. "Das war für ihn eine Glücksstunde."

"Wir haben auch unseren US-Boys erklärt, worum es bei dieser Hilfsaktion geht", verriet Brose-Baskets-Geschäftsführer Wolfgang Heyder am Rande des Benefizkonzertes. "Und sie zeigten sich tief betroffen, denn sie haben ja auch alle Kinder."

Und dennoch war auch Heyder selbst erstaunt, welche weite Kreise die Hilfsaktion zieht. "So eine Breitenwirkung haben wir mit noch keiner Kampagne zuvor erreicht", war er stolz.

Für das Benefizkonzert hatten Firmen aus Ebern, Seßlach und Weiher das Bier, die Brötchen und Bratwürste spendiert, so dass jeder Bissen und jeder Schluck quasi direkt auf dem Spendenkonto landete. Über 1200 Euro kamen so zusammen.

Über 500 Helfer sind am Sonntag im Einsatz, 320 davon allein im Schulzentrum, wo die Sporthalle zur "Untersuchungspraxis" umgestaltet wurde. Jeden Besucher empfängt beim Betreten ein selbst gefertigtes Plakat der Eltern von Linus': "Linus, halt durch - Mama, Papa, Oma - Danke allen Helfern und Spendern" steht da zu lesen".
In der unmittelbar angrenzenden Aula des Gymnasiums ist für Bewirtung und Kinderbelustigung durch die Erzieherinnen des Pfarrweisacher Kindergartens "Pfiffikus" gesorgt.

200 Feuerwehrleute lotsen Besucher von auswärts zu Großparkplätzen, die ständig von Shuttle-Bussen angefahren werden. Gut nachgefragt sind auch die Transfer-Busse ab Bamberg-Breitenau. Der erste Bus um 10 Uhr ist schon komplett ausgebucht, danach fahren weitere um 11, 12,13 und 14 Uhr, in denen noch Plätze frei sind, so dass sich Kurzentschlossene auf diese Beförderung zurückgreifen können, da zuletzt einige Stimmen laut geworden war, dass die Aktion besser in Bamberg hätte stattfinden sollen und man nicht nach Ebern fahren wolle.



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