Knetzgau
Jahresabschluss

Gemeinde Knetzgau beklagt Zunahme neuer Aufgaben

Der Gemeinderat Knetzgau blickte auf das zu Ende gehende Jahr und sprach besondere Herausforderungen an.
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Vorübergehend kehrt Ruhe im Rathaus von Knetzgau ein. Weihnachtsfrieden drückt die Großkrippe (im Bild) aus, die den Rathausvorplatz in der Advents- und Weihnachtszeit schmückt.   Christiane Reuther
Vorübergehend kehrt Ruhe im Rathaus von Knetzgau ein. Weihnachtsfrieden drückt die Großkrippe (im Bild) aus, die den Rathausvorplatz in der Advents- und Weihnachtszeit schmückt. Christiane Reuther

Auf ein arbeitsintensives Jahr blickte Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) am Dienstagabend während der Jahresschlusssitzung zurück. Er verwies gleichzeitig auf neue Herausforderungen. Dazu zählte er den Wohnungsmangel, Förderprogramme für die Stärkung der Altorte, die Sanierung des Schulumfeldes, die Planungen für die Dorferneuerung im Gemeindeteil Zell sowie das Projekt "Schwarzer Adler" im Gemeindeteil Westheim. Hinzu kämen umfangreiche neue Aufgaben, die mit Zeit, Geld und Personal verbunden sind und deren Größenordnung die Kommune noch nicht abschätzen könne.

Paulus verwies auf den Datenschutz, die Änderungen im Steuerrecht und in der Informationssicherheit und sprach in diesem Zusammenhang von Aufgaben, die den Kommunen übertragen werden, für die sie aber nicht unbedingt zuständig seien. Er nannte den Breitbandausbau und aktuell die Mobilfunknetzversorgung. Für die zahlreichen Funklöcher müssten die Gemeinden selbst die Funkmasten errichten, monierte Paulus. Die Pflichtaufgaben würden umfangreicher, und so fragte sich der Bürgermeister: "Was sollen wir denn noch alles tun?"

Paulus sprach die Betreuung der Jüngsten in den Kindertagesstätten im Gemeindebereich an. Sowohl kirchliche als auch gemeindliche Planungen würden an die drei Millionen Euro Baukosten verursachen. Einiges sei bereits auf den Weg gebracht worden wie das Wohnungsprogramm und diverse Fördermaßnahmen für Altorte, aber auch das Maininformationszentrum (MIZ), das Projekt "Schwarzer Adler" sowie die Durchgangsstraße am Weber-Anwesen in Knetzgau. Das Augenmerk liege auf neuen Projekten, die dem Bürgermeister wichtig erscheinen und die er voranbringen möchte.

Der Bürgermeister versprach, sich weiterhin für die Barrierefreiheit einzusetzen. Dies sei vor allem im Rathaus- und Kirchenumfeld in Knetzgau vorgesehen, aber auch an den Gehwegen, wofür man auf Förderprogramme angewiesen sei. Bei der Klärschlammentsorgung, der Wasserversorgung und der Energiewende müsse man in Zukunft auf interkommunale Zusammenarbeit setzen und nach neuen Lösungen suchen. Die Sanierung des Schwimmbades in Knetzgau zählt Paulus zu den weiteren Herausforderungen, die man interkommunal angehen müsse. Aber auch mit dem Thema Straßenverkehr solle sich die Verwaltung weiter beschäftigen.

Erschwerend kommt laut Bürgermeister hinzu, dass sich der demografische Wandel stark bemerkbar mache. Zwar nicht wie gewohnt durch rückgehende Bevölkerungszahlen, sondern vielmehr durch einen dramatischen Mangel an Fachkräften. Dies mache sich mittlerweile in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Erziehung und Handwerk dramatisch bemerkbar. Um die ambitionierten Maßnahmen im Gemeindebereich anzugehen, werde die Verwaltung Schwierigkeiten haben, genügend Fachpersonal und Handwerksfirmen zu finden.

"Wir sind Partner unserer Bürger", bemerkte das Gemeindeoberhaupt, das an die Bürger appellierte, sich weiterhin für die Gemeinde einzusetzen. Sein besonderer Dank galt dem ehrenamtlichen Engagement, aber auch allen Mitarbeitern im Rathaus, allen voran Robert Selig und Marco Depner, die Paulus als wichtige Stütze im Verwaltungsdschungel bezeichnete. Paulus bedankte sich auch beim Gemeinderat und sprach Weihnachts- und Neujahrswünsche aus und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass jeder in Frieden leben könne.

Um im Gemeindebereich von Knetzgau eine Skateranlage für Jugendliche zu errichten, bedurfte es einer Änderung des Bebauungsplans "An der Klinge" sowie der Änderung des Flächennutzungsplanes, die im Laufe der Sitzung mit einer Gegenstimme beschlossen wurden.

Zudem stimmte der Gemeinderat bei einem Gegenvotum der Umwandlung des bisher nicht eingetragenen Vereins "Tourismusverband Steigerwald" in einen eingetragenen Verein als Vereinsneugründung zu.

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