Haßfurt
Müllbeseitigung

Gelbe Tonne und IDENT-System: Landkreis ist für 2020 mit Tonnen ausgerüstet

Der Endspurt läuft: Gestern wurden alle Gelben Tonnen in Standardgröße im Landkreis verteilt. Auch bei den anderen Tonnen gibt es gute Neuigkeiten: Bereits 80 000 Behälter sind mit einem Chip-System ausgestattet.
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Die Mitarbeiter der Firma Eichhorn haben täglich rund 1000 Tonnen verteilt. Foto: Brigitte Krause
Die Mitarbeiter der Firma Eichhorn haben täglich rund 1000 Tonnen verteilt. Foto: Brigitte Krause

Im Kreisumwelt- und Werkausschuss informierte Wilfried Neubauer, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises, über den aktuellen Stand der Einführung der Gelben Tonne zum 1. Januar 2020. Wie Neubauer verkündete, hat das beauftragte Transport- und Entsorgungsunternehmen Eichhorn am Donnerstag die Verteilung der standardmäßigen 240-Liter-Behälter abgeschlossen. Diese entsprechen der Größe der Altpapiertonne. "Danach werden die 1,1 Kubikmeter großen Behälter ausgegeben." Sie sind ausschließlich für Großwohnanlagen und mit privaten Haushaltungen vergleichbaren Anfallstellen wie beispielsweise Hotels und Gaststätten gedacht.

Was ändert sich?

Das Erfassungssystem für Verkaufsverpackungen ändert sich grundlegend: Das Bringsystem wird zum Holsystem. Bisher wurden die Verpackungen auf den Wertstoffhöfen abgegeben. "Wir haben ein Kombi-System aus der Gelben Tonne und dem Wertstoffhofsystem", sagte der Geschäftsführer. "Der Bürger hat die Wahlmöglichkeit."

Verpackungen können also auch beim Wertstoffhof abgegeben werden - aber nicht in einem gelben Sack. So solle verhindert werden, dass die gelben Säcke fälschlicherweise am Straßenrand abgestellt werden. Er machte deutlich: "Es wir nur abgeholt, was in der Gelben Tonne ist." Für einen Euro gibt es am Wertstoffhof eine Rolle mit 25 transparenten Säcken zu kaufen.

Auch werden Behälter für Weißblech, zum Beispiel für Lebensmitteldosen, an den Wertstoffhofinseln abgezogen. "Die Blechdosen gehören dann in die Gelbe Tonne." Alle 27 Wertstoffhöfe im Landkreis bleiben bestehen. "In Zusammenhang mit der Umstellung werden aber die Öffnungszeiten geändert", so Neubauer. Die Wertstoffhöfe der Gemeinden, die weniger als 5000 Einwohner haben, werden jeweils von einer Person betrieben. In der Übergangszeit werde in doppelter und gegebenenfalls dreifacher Besetzung gearbeitet, bis sich alles eingespielt hat. In Königsberg hatte jeder Stadtteil historisch bedingt einen "Mini-Wertstoffhof", wie Neubauer berichtete. Diese werden bis zum 31. Dezember aufgelöst. Er zeigte sich zuversichtlich: "Die Systemumstellung steht kurz vor dem Abschluss, das wird so funktionieren."

IDENT-System bald eingeführt

Zum Jahresbeginn plant der Landkreis auch die Einführung des Erkennungssystems für Müllgefäße, das sogenannte IDENT-System. Bei den Restmüll-, Biomüll und Altpapiertonnen gab es eine gute Neuigkeit zu verkünden: Bereits 80 000 Gefäße wurden mit dem Chip-System ausgestattet. Eine "stolze Leistung", wie Neubauer betonte. "2500 Behälter stehen noch aus. Die wurden vielleicht aus Versehen nicht raus gestellt." Im Dezember werde der Rest noch abgearbeitet.

Das IDENT-System ist ein System zur Erkennung und Verwaltung von Abfallbehältern. Es umfasst alle Altpapiertonnen im Landkreis. Die Rest- und Biomülltonnen werden nur in den Gemeinden nachgerüstet, in denen der Landkreis zuständig ist. Ausgeschlossen sind also die Gemeinden Aidhausen, Sand, Stettfeld, Untermerzbach sowie Wonfurt und Zeil.

Mittels eines Transponders, welcher unterhalb des Behälterrandes eingesetzt wird, kann jedes Müllgefäß einem Grundstück zugeordnet werden. Zudem wird auf jedem Gefäß ein Etikett mit einem Strichcode angebracht, um die Tonne dem Transponder zuzuordnen. Alle Müllfahrzeuge werden mit einem Transponder-Lesegerät ausgestattet sein. Künftig wird also die Entleerung aller registrierten Abfallbehälter automatisch erfasst. "Wenn eine Wohnung zum Beispiel über Monate lang leer steht, kann der Vermieter sie aus dem Netz ziehen und muss sie nicht weiterbezahlen", erklärte der Geschäftsführer. Der Vermieter könne dann im Internet angeben, dass er die Tonne für einen gewissen Zeitraum nicht nutzen wird, woraufhin das Gefäß im System als gesperrt angezeigt wird. "Genauso einfach geht das, wenn Reparaturen notwendig sind."

"Das ist einfach bequem für uns und spart Geld, was letztlich auch dem Bürger Geld einspart", sagte Neubauer. Ihm war wichtig zu betonen, dass es sich beim IDENT-System rein um das Behältermanagement handelt. "Was wir nicht machen, das ist ein Verwiegesystem", betont der Geschäftsführer.

Neujahrs-Projekte für den Klimaschutz

Für das kommende Jahr sind im Landkreis Haßberge mehrere Projekte geplant, die in der Sitzung des Umwelt- und Werkausschusses im Landratsamt Haßberge besprochen wurden. Diese sollen vor allem der Umwelt zugutekommen.

Möbel ZAK wird fortgeführt

Das bereits bestehende Projekt "Möbel ZAK" zur Abfallvermeidung soll im kommenden Jahr fortgeführt werden, so Wilfried Neubauer, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises. Der Gebrauchtmöbel-Markt "Möbel ZAK" leiste einen Beitrag zum Umweltschutz, indem Möbel wiederverwendet werden. Nach einer Hochrechnung des Zwischenberichts könnte das Projekt aber einen Fehlbetrag von über 140 000 Euro bis zum Jahresende erreichen. Der projektbezogene Fehlbetrag sollte jedoch nicht über 130 000 Euro steigen. "Es wäre schade, wenn wir so ein Projekt schließen müssten", sagte Neubauer. "Wir müssen mit dem Personaleinsatz flexibel umgehen, um das Defizit nicht in die Höhe zu treiben", erklärte Landrat Wilhelm Schneider. Die Projekt-Mitarbeiter sollen künftig bei Bedarf in anderen Einrichtungen des Abfallwirtschaftsbetriebs zur Aushilfe beschäftigt werden. Damit sollen Ausfälle in anderen Einrichtungen kompensiert und gegenseitig verrechnet werden. Schneider zeigte sich optimistisch: "Dann sind wir ganz gut für die nächsten Jahre aufstellt."

Große Pflanzaktionen

Ab 2020 will der Landkreis, so Kreisfachberater Guntram Ulsamer, ein Zeichen setzen: 1000 "Klimabäume" sollen in den Jahren 2020 und 2021 gepflanzt werden. In den zwei größten Kommunen des Landkreises, Haßfurt und Ebern, soll gestartet werden. "Der Nachahmungseffekt soll da sein", sagte der Landrat. Die Pflanzungen sollen "gerade in Hinblick auf die ,Fridays for Future'-Bewegung, so Ulsamer, an Schulen stattfinden. "Wir müssen etwas tun und der jüngeren Generation etwas zur Hand geben", meinte der Kreisfachberater. Durch die Aktion soll das Kleinklima verbessert werden. Das Ziel sei es, 2020 in Ebern und Haßfurt zu pflanzen und das Projekt 2021 auszuweiten. "Es ist ein sehr ehrgeiziges Ziel", sagte Ulsamer: "Wir sind guten Mutes."

Sammlung von Althandys

Die SPD-Kreistagsfraktion hatte im Oktober beantragt, spezielle Alt-Handy-Sammelstellen einzurichten. Die Initiativen "Mission Eine Welt" und das "Eine Welt Netzwerk Bayern" haben die Handyaktion Bayern bereits gestartet. Partnerunternehmen ist die Telekom. Die ersten Sammelstellen sieht Geschäftsleiter Hort Hofmann für die Gymnasien, vorzugsweise in Haßfurt und Ebern, vor. "Junge Leute wechseln am häufigsten die Handys", sagte er.

Zudem würde die Aktion gerade in der aktuellen Klimaschutz-Debatte bei den jungen Menschen Anklang finden, ist er sich sicher. Allein Handys verursachen jährlich mindestens 5000 Tonnen Elektronikschrott. "Wir haben mit beiden Initiativen Kontakt aufgenommen, aber es gibt noch einiges zu besprechen", sagte Hofmann. Er hofft, dass bis zum Jahresende alles geklärt ist.

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