Zeil
Gesundheit

Gegen Grippe kann impfen helfen - im Eiswasser baden scheinbar auch

Den Herbst kann man nicht nur mit nass und kalt, sondern auch als schnupfig beschreiben. Viele Bürger plagen sich mit einem Infekt oder Grippevirus. Heuer schlägt die Grippewelle besonders früh zu. Hausärzte bieten Impfschutz an. Wer lässt sich überhaupt piksen?
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Immer in Bewegung bleiben... damit das Immunsystem stark bleibt, springen die Haßberger Walrosse immer wieder ins kalte Nass.Foto: privat
Immer in Bewegung bleiben... damit das Immunsystem stark bleibt, springen die Haßberger Walrosse immer wieder ins kalte Nass.Foto: privat
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Ob das bekannteste Rentier, "Rudolph, the Red-Nosed Reindeer", womöglich einfach nur Schnupfen hatte? So wie die rote Stupsnase das Markenzeichen der Zeichen-Figur ist, könnte man schon beinahe sagen, dass eine Schnupfennase zur dritten Jahreszeit dazugehört. Und dass mit einer Erkältung nicht zu spaßen ist, besingt nicht nur Gunther Martin Göttsche im betitelten Lied.

Auch Ärzte, Apotheken und die staatlichen Gesundheitsbehörden erinnern rechtzeitig an die Möglichkeit, sich mit einem kleinen Piks gegen Grippe impfen zu lassen. Der beste Zeitpunkt für eine vorbeugende Grippeimpfung ist Oktober bis November. Der Influenza-Impfstoff vermittelt einen Schutz für circa zehn Monate. Wer sich also im vergangenen Herbst impfen hat lassen, ist deshalb in diesem Jahr nicht automatisch vor dem Krankwerden gewappnet.
Durch eine vorzeitige Impfung können die Virusvermehrung im Körper, die Erkrankung und die Weiterverbreitung der Viren effektiv verhindert werden.

Alle Jahre wieder

In der Medizin unterscheide sich eine virale Erkältung und eine Grippe insoweit, als "bei einem grippalen Infekt mehrere Viren gleichzeitig ausbrechen können, manchmal auch zusätzlich Bakterien einen Sekundärinfekt verursachen", sagt Alina Miller von der Ratsapotheke in Zeil. "Bei einer richtigen Grippe greift ein einzelner bestimmter Virus das Immunsystem an." Symptome einer richtigen Grippe sind "anfangs nur hohes Fieber, oft ab 40 Grad, und Kopfschmerzen. "Husten und Schnupfen kommen erst später, wenn eine bakterielle Infektion dazukommt", erklärt Miller.

Einige Kunden kamen ihr in der Apotheke schon mit einem Rezept für einen Grippeimpfstoff vorbei. "Man merkt, dass es jetzt dann los geht", sagt ihre Kollegin. Sie selbst sei nicht gegen die Grippe geimpft, weil der eine medizinische Wirkstoff nicht automatisch vor anderen Viren und Bakterien schützt. "Eine Impfung kommt für alle in Frage, die sich gegen diesen einen Grippevirus schützen möchten. Das Immunsystem alleine wird es nicht unbedingt schaffen, wenn der Virus zuschlägt." Eine Grippe-Erkrankungswelle kann in Deutschland zwischen drei- und achttausend Tote fordern. Fieber, Husten, Gliederschmerzen, Kopfweh, Appetitlosigkeit - wer sich in diesen Tagen krank fühlt, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen, damit die Symptome direkt behandelt werden können. Eine verschleppte richtige Grippe kann Lunge, Herz oder das Zentrale Nervensystem schädigen. "Je nach Immunsystem, Kinder und Ältere sind mehr gefährdet", sagt Miller. "Es kommt vor allem auch darauf an, wie rechtzeitig eine Grippe erkannt und ein Arzt aufgesucht wird."

Grippe erreicht die Region

In der 41. Kalenderwoche 2014 sei die Rate der neu aufgetretenen, akuten Atemwegserkrankungen im Vergleich zur Vorwoche gesunken (6,0 Prozent; Vorwoche: 6,9 Prozent). Die Rate der grippeähnlichen Erkrankungen sei stabil geblieben und liege bei 1,1 Prozent. Diese Zahlen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut auf der Webseite des Projektes "GrippeWeb".

Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Raten beruhen laut Betreiber auf den Angaben von aktuell 2704 GrippeWeb-Teilnehmern. "Epidemiologie in Echtzeit und zum Anfassen" nennen die Wissenschaftler ihr Grippe-Daten-Projekt. Wer sich täglich mit einem kurzen Fragebogen und seinem Wohlbefinden beschäftige, kann am Ende etwas gewinnen.

  Offline, ganz real, erreicht die erste Grippewelle auch schon den Landkreis. In dieser ersten kalten Herbstwoche schlagen die Patienten mit Symptomen in der Praxis von Doktor Altersberger und Rikows in Haßfurt auf: "Aufgrund der momentanen Grippewelle" findet das Ärzte-Team in diesen Tagen leider keine Zeit, Fragen zu beantworten. Heuer schlägt die Erkältungswelle besonders früh zu, und glaubt man dem Bauernkalender, sollte man sich schleunigst um den eigenen Abwehrschutz kümmern, denn: "Ist St. Lukas (18. Oktober) mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm'."

Damit das eigene Immunsystem in der kalten Jahreszeit nicht schlapp macht, kann man nicht nur auf Großmutters Heilmittel schwören, sondern simple Hygienetipps beachten: Händewaschen, in die Armbeuge, nicht in die Hände husten, regelmäßig lüften. Und: Wer eine rote Nase - eine Erkältung - ausbrütet, sollte sich auf keinen Fall gegen den eigenen Körper wehren - im Sinne der eigenen Gesundheit, aber auch um Familie, Freunde und die Kollegen zu schützen. Wer sich krank fühlt, bleibt zuhause und geht lieber einmal zu oft zum Arzt, als eine Erkältung zu verschleppen.


Hausmittel gegen lästige Bakterien und Viren...

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