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Gartentipps

Gartenarbeit beginnt schon im Februar: Tipps und Tricks, um in die Gartensaison zu starten

Beim Blick ins trübe Grau freut man sich schon auf die eigene grüne Oase. Da ist noch etwas Geduld angesagt. Immerhin: Man muss nicht Däumchen drehen. Mit den ersten Arbeiten beginnt bereits im Februar die neue Gartensaison.
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Auf einfachen Haushalstüchern streift man die Tomatenkernchen ab. Sie trocknen hier an und können einfach in eine flache Schale auf etwas Erde gelegt und mit feiner Erde bestreut werden. Fotos: Brigitte Krause
Auf einfachen Haushalstüchern streift man die Tomatenkernchen ab. Sie trocknen hier an und können einfach in eine flache Schale auf etwas Erde gelegt und mit feiner Erde bestreut werden. Fotos: Brigitte Krause
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Der Zeiler Hubert Kuhn zieht seit Jahrzehnten etliche seiner Gemüsepflänzchen selbst. Im Frühjahr hat er dann, genau wie seine Vereinskollegin Ursula Ortmann, einiges an Tomätchen für Freunde und Bekannte. 2019 hat der Obst- und Gartenbauverein Zeil das erste Mal eine Pflanzenbörse ausprobiert - mit Erfolg. Auch in diesem Jahr wollen die Vereinsmitglieder - alle Zeiler sind willkommen - eine kleine Pflanzentauschbörse veranstalten.

Zu schön ist aber auch das Erlebnis, wenn aus den kleinen, im vergangenen Jahr aufgehobenen Samen neues Leben spießt. Hubert Kuhn hat im späten Sommer eine schöne rote Tomate halbiert und die Kernchen herausgestrichen auf ein Stück Haushaltspapier. Ähnlich aufgehoben hat er sich Peperoni-Kerne und Paprika-Kerne. Mit den Tomaten ist es nun sozusagen ein Handgriff: Das Papier mit den Samen kommt in eine Schale, untendrunter etwas feine Erde und obendrüber. Feucht und warm halten auf der Fensterbank und zwei Wochen später sind sie da, die kleinen zarten Tomatenpflänzchen. Am besten fasst man sie beim so genannten Pikieren gar nicht an.

Tomatenpflänzchen müssen nämlich behutsam in ein eigenes kleines Töpfchen gesetzt werden und von da in größere, damit sich die Wurzeln und das Blattwerk entwickeln.

Auf eines muss man aufpassen, gibt Hubert Kuhn jedem mit, der es hören will: "Es dürfen keine Hybriden sein!" Modernes Saatgut ist für den einmaligen Gebrauch gezüchtet, Samen aus solchen Früchten gehen nicht mehr auf. Es braucht samenfestes Saatgut.

Was gibt es jetzt noch zu tun, wo die Winterruhe so ziemlich vorbei ist - nicht nur, aber auch, weil der Winter 2019/2020 bislang alles andere als winterlich war. Ganz praktisch und weithin wetterunabhängig sind viele der Arbeiten, die jetzt im Garten anstehen; alte Gärtner-Weisheit: Der Frühling fängt bereits im Winter an. Natürlich ist es noch zu früh, Pflanzen ins Freie zu setzen oder Saatgut auszubringen. Eine Ausnahme sind so genannte Kaltkeimer, die man in der Regel im Herbst in den Boden sät, weil sie als Wachstumsimpuls einen Kälteschock brauchen. In einem milden Winter kann man sie aber auch noch im Januar/Februar ausbringen.

Generell hält die Natur, auch wenn der Boden nicht steinhart gefroren ist, Winterruhe, und das gilt für die im häuslichen Garten domestizierte Natur.

Baumschnitt

Das mit der Ruhe und der Kraft gilt besonders bei einer klassischen Gartenarbeit zum Ende des Winters, dem Schneiden von Bäumen, Obststräuchern und Gehölzen. Mit dem richtigen Schnitt legt man die Grundlage für gesundes Wachstum und eine reiche Obsternte.

Als Laie weiß man nicht, wo man anfangen soll. Bücher und Anleitungen aus dem Internet (Youtube) helfen bedingt, weil der Baum im echten Leben doch ganz anders aussieht. Am besten lernt man in der Praxis, wie man gut abschneidet: Um diese Jahreszeit bieten viele Gartenbauvereine Schnittkurse an, Rat vom Profi gibt es bei der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, die neben Schau- und Versuchsgärten (Bamberg) eine Homepage pflegt: www.lwg.bayern.de

Radikalen Rückschnitt brauchen Weinstöcke. Da neue Triebe pro Saison locker zehn Meter oder mehr wachsen, kann man sehr viel "Holz" wegschneiden, ohne dass das dem Rebstock schadet. Im Gegenteil: Lässt man die Reben wachsen, wie sie wollen, werden die "Versorgungswege" zu lang, was die Pflanze schwächt. Einen behutsamen Schnitt vertragen jetzt die Kübelpflanzen im Winterquartier. An den länger werdenden Tagen sollte man das Asyl von Oleander und Co. regelmäßig lüften und die Pflanzen auf Krankheiten und Schädlinge kontrollieren. Befallene Blätter und Zweige sollte man abschneiden und in der Mülltonne (nicht Komposthaufen) entsorgen.

Die Kinderstube

Wer es nicht abwarten kann, dass es endlich wieder wächst und grünt, der hat gleich doppelt Freude an seinem Februar-Garten im eigenen Haus. Viele Blumen, Kräuter und auch wärmeliebende Gemüse-Pflanzen wie Tomaten kann man jetzt schon aussäen und am Fensterbrett großziehen.

Sinn macht die Indoor-Aussaat bei Kräutern wie Petersilie. Die Samen haben eine sehr lange Keimdauer. Großen Spaß kann der Hobby-Gärtner auch mit der Kinderstube der Tomaten haben. Die kann man ab Ende Februar im Haus aussäen, im Mai hat man schon kräftige Pflänzchen. Der Clou: Im Fachhandel gibt es Saatgut vieler alter Sorten, die nicht wie die verbreiteten modernen Züchtungen auf hohe Erträge und Optik getrimmt sind. Dafür punkten die alten Tomaten mit Geschmack.

Das Zimmer-Gewächshaus sollte nicht in der prallen Sonne stehen und auch nicht gerade auf der Fensterbank über einem Heizkörper. Bei zu viel Wärme wachsen junge Pflanzen zu schnell, sie sind dann zu dünn und wenig robust. Besser ist eine gleichmäßig-mäßige Wärme, der Boden mit der Saat soll immer gleichmäßig feucht sein.

Gartenwerkzeug prüfen

Jetzt ist die richtige Zeit, um das Gartenwerkzeug durchzusehen, verbrauchte Sachen wie Bindedraht, Schnur, Haltestäbe und anderes zu ersetzen. Vieles lässt sich mit relativ einfachen Mitteln reparieren; das ist kostensparend und nachhaltig, ganz abgesehen davon, dass nicht nur der Profi-Handwerker auf sein Werkzeug schwört. Im Lauf der Zeit werden Hammer und Hand einfach eins ... Ein lockeres Schaufelblatt lässt sich im Handumdrehen am Stiel fixieren, indem man Holzkeile oder Metallhülsen in die Stirnseite des Stils treibt. Das kostet den Bruchteil einer neuen Schaufel. Ebenso kann man einen kaputten Stiel durch einen neuen ersetzen.

Ein neuer Schlauch oder ein neues Rad macht die Schubkarre mit Plattfuß wieder mobil. Pannensicher fährt man mit Vollgummi-Pneus. Schleifpapier und Öl lassen raue Werkzeuggriffe wieder wie neu aussehen, und eine Dose Rostlöser wirkt Wunder: Schaufel und Spaten glänzen fast wie neu.

Der Turbo im Garten

Tatsächlich ist der Februar außerdem ein guter Zeitpunkt, um den Komposthaufen im Garten umzusetzen - was nur geht, wenn der Bio-Berg nicht durch und durch gefroren ist. Doch bei den fränkischen Wintern, wie wir sie jetzt erleben, sind Eisberge im Garten eher die Ausnahme.

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