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Garantiert Bio: Hühner im eigenen Garten halten - Geflügelexperte aus Hofheim gibt Tipps

Hühner im heimischen Garten zu halten liegt im Trend. Doch wer sich Hahn und Henne anschafft, sollte auch einige Regeln beachten. Geflügelzüchter Rupert Bockelt aus Hofheim hat die passenden Ratschläge zur Hühnerhaltung.
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Rupert Bockelt schaut jeden Tag bei seinen Seidenhühnern vorbei. Neben der Voliere haben die Tiere auch ein Stück Grünfläche für sich. Foto: Teresa Hirschberg
Rupert Bockelt schaut jeden Tag bei seinen Seidenhühnern vorbei. Neben der Voliere haben die Tiere auch ein Stück Grünfläche für sich. Foto: Teresa Hirschberg
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Bandnudeln und Feldsalat sind das heutige Tagesgericht. Das Festmahl in der blauen Plastikschüssel löst schon von Weitem Begeisterung aus, als sich Rupert Bockelt dem Gehege nähert. Die Fürsorge, die seine drei Seidenhühner genießen, lässt sich auch am Frühstückstisch des Geflügelzüchters erschmecken.

Morgens ein frisches Ei und das am besten noch aus dem eigenen Garten - private Hühnerhaltung ist mittlerweile zum Trend geworden. Aber lässt der sich zuhause auch so einfach umsetzen? Drei Fragen sollten Hühnerliebhaber vorher unbedingt klären, sagt Bockelt. "Darf ich auf meinem Grundstück überhaupt Hühner halten? Das lässt sich beispielsweise beim Bauamt erfragen. Und: Habe ich genügend Platz?" Außerdem sollten die Nachbarn vorab informiert werden, damit Hühnergeruch und morgendliches Krähen später nicht zum Streitgrund werden.

Hühnerhaltung: Auf die Größe kommt es an

Die optimale Anzahl an Tieren macht der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Ibind von der vorhandenen Fläche abhängig. Drei bis fünf Hühner würden etwa 25 Quadratmeter brauchen, rechnet der 63-Jährige vor. Dazu einen sicheren Stall mit Sandbad, Sitzstangen und Legenestern. Bockelt selbst hält seine beiden Hennen samt Hahn auf einer eingezäunten Rasenfläche. Nachts werden die Hühner in der Voliere eingesperrt - zu ihrem eigenen Schutz vor Mardern und Füchsen.

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Leo Weiss vom Kleintierzuchtverein Bamberg-Nord weist darauf hin, dass Hühner jederzeit auf Tiermärkten und in Hühnerfarmen erworben werden können. Allerdings sollte man mindestens zwei Tiere anschaffen, optimal sei eine ungerade Zahl. Bockelt rät, die Tiere direkt beim Züchter zu kaufen oder sich beim Verein nach passenden Ansprechpartnern zu erkundigen. Der Geflügelzuchtverein Ibind veranstaltet zudem jedes Jahr eine Kükenschau, die nächste findet am Wochenende vom 27. bis 29. März in der Hofheimer Ausstellungshalle statt.

Das optimale Huhn für Einsteiger

Hennen seien generell pflegeleicht, für Anfänger eignen sich Zwerghuhnrassen wie die Wyandotte. "Die sind nämlich nicht so fluggewandt", erklärt Bockelt. Dann reiche auch ein 90 Zentimeter hoher Zaun als Absicherung aus. Aufgrund ihrer schokobraunen Eier seien Zwerg-Marans äußerst beliebt. Wer es am Frühstückstisch besonders bunt mag, kann sich aber auch Araucana-Hühner halten, die türkisfarbene Eier legen.

Bockelt hat seine Seidenhühner nicht nur aufgrund ihres exotischen Federkleides ausgewählt: "Ich habe begrenzt Platz und sie fliegen nicht." Außerdem könne man sie problemlos abhärten: "Sie sind auch bei Regen draußen und dann klitschnass. Solange der Stall trocken ist, sind auch die Hühner am nächsten Tag wieder trocken und flauschig."

Gabriele Bayer ist bei der Stadt Bamberg für die Tierseuchenbekämpfung zuständig. Sind die Tiere gekauft und ordentlich untergebracht, müssen sie unbedingt beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse gemeldet werden, erklärt sie. Zum Schutz vor der Geflügelpest dürfen auch die regelmäßigen Pflichtimpfungen nicht vernachlässigt werden.

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Hinzu kommt, dass die Tiere mindestens einmal im Jahr gegen die sogenannte Newcastle-Krankheit geimpft werden müssen. Der Impfstoff wird jedoch nur in großen Chargen für die gewerblichen Tierhalter abgegeben. Hier kann die Mitgliedschaft in einem Verein von Vorteil sein.

Das Wohl der Tiere steht an erster Stelle: Gabriele Bayer achtet bei ihren unangemeldeten Besuchen darauf, dass auch private Hühnerhaltung immer artgerecht bleibt, dass alle Tiere gleichermaßen an Futter und Wasser kommen, dass die Stallvorrichtungen passen und keine unangenehmen Gerüche entstehen.

Hygiene im Hühnerstall nicht vernachlässigen

Leo Weiss empfiehlt in diesem Zusammenhang das Anbringen eines Kotbretts unterhalb der Sitzstange. Solange dieses regelmäßig gereinigt werde, sei eine Geruchsbelästigung nahezu auszuschließen. Seine Voliere macht Bockelt einmal pro Woche gründlich sauber, damit sich kein Ungeziefer einnisten kann. Denn auch wenn Hühner eher als Nutz- und weniger als Haustiere gelten, müsse man sich täglich Zeit für die Versorgung nehmen.

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Aber schmecken die Eier der eigenen Hühner tatsächlich besser als die Supermarkt-Version? Bockelt ist zumindest überzeugt davon. Seine beiden Hennen legen in der Woche zusammen etwa zehn Eier. "Die Farbe des Dotters ist bedeutend intensiver und appetitlicher - fast wie Safran!"

Acht wichtige Fragen rund ums Huhn

1. Wie viel Platz braucht ein Huhn? Grundsätzlich wird ein Stall sowie ein Auslauf im Freien benötigt. Der Stall dient den Hühnern zum Schlafen und als Rückzugsort. Unter Dach sollten auf einem Quadratmeter maximal drei Tiere gehalten werden. Dazu muss man noch Platz für Tränke, Sandbad, Futterstelle und Legenester einrechnen. Im Garten sollte man etwa fünf bis zehn Quadratmeter je Tier einkalkulieren. Je mehr Freilauf, umso besser. Auch weil glückliche Hühner mehr Eier legen als gestresste Tiere.

2. Wie viele Hühner sollte man halten? Das hängt von den Gründen ab, warum man eigene Hühner halten möchte. Zur Versorgung einer vierköpfigen Familie sollte man sich vier bis sechs Hühner anschaffen. Ein durchschnittliches Rassehuhn legt circa 180 bis 220 Eier im Jahr. Wer Hühner als Haustiere möchte, kommt schon mit zwei Tieren aus. Das ist auch das Minimum. Hühner sind soziale Tiere, die in Gruppen zusammenleben.

3. Was kostet die Hühnerhaltung? Für den Stall, die Einrichtung, Futter, Milbenprophylaxe, Geflügelnetz und die Tiere selbst fallen Anfangskosten von etwa 300 bis 400 Euro an. Generell gilt: Wer viel selbst bauen kann, spart entsprechend. Auch die laufenden Kosten halten sich in Grenzen. 25 Kilogramm Alleinfutter kosten rund 18 Euro, ein Fünf-Kilo-Eimer Kieselgur - ein Mittel gegen Milben - etwa zehn bis 20 Euro. Die Futterkosten reduzieren sich entsprechend, wenn sich die Tiere im Garten frei bewegen können und Küchenreste verfüttert werden.

4. Ist Hühnerhaltung in Wohngebieten erlaubt? Für private Zwecke ist die Haltung von Hühnern in Wohngebieten grundsätzlich zulässig. Voraussetzung: Die Tiere werden artgerecht gehalten und die Nachbarn nicht durch Gerüche belästigt.

5. Ist Hühnerhaltung meldepflichtig? Ja, die Tiere müssen beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden.

6. Welche Hühnerrasse ist geeignet? Für Anfänger eignen sich sogenannte Zwiehühner, die sowohl auf Fleisch- als auch auf Legeleistung gezüchtet wurden. Dazu gehören die Rassen Wyandotten oder Vorwerk. Gut geeignet sind auch Welsumer oder das Bielefelder Kennhuhn sowie die in Amerika gezüchtete Rasse New Hampshire. Alle diese Rassen kann man problemlos zusammen halten. Dabei macht es Sinn, von jeder Rasse ein Paar anzuschaffen.

7. Braucht es unbedingt einen Hahn? Hennen kommen in der Regel auch ohne Hahn zurecht. Ein Hahn beeinflusst auch nicht die Legeleistung der Hennen.

8. Welches Futter benötigen Hühner? Grundsätzlich sollte darauf hingewiesen werden, dass Hühner Allesfresser sind. Die Grundlage bildet jedoch immer hochwertiges Hühnerfutter. Daneben können Reste aus der Küche wie Salatblätter, Kartoffeln, Reis, sowie Obst- und Gemüsereste oder altes Brot gefüttert werden. Bockelts Hühner schwören beispielsweise auf Spaghetti. Auch hier gilt: Verschimmelte oder verdorbene Lebensmittel dürfen nie verfüttert werden. Die Tiere können sonst erkranken. Auf Ausgewogenheit zu achten ist wichtig: Bei zu viel Brot verfetten die Tiere, zu viel Obst kann zu Durchfall führen.

Gesetzliche Vorgaben zur Hühnerhaltung im eigenen Garten

Tierschutzrecht Die Mindeststandards sind in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung festgelegt. Für Hühner sind die Standards leicht einzuhalten, solange nach Artikel 13 der Zugang zu Fütterungs- und Tränkevorrichtungen für alle Tiere gleichermaßen möglich ist und für je neun Legehennen mindestens eine nutzbare Fläche von einem Quadratmeter zur Verfügung steht. Nachbarrecht Bei Lärmbelästigungen greift das private Nachbarrecht. Als Faustregel gilt: Zwischen 19 Uhr am Abend und bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr sollten Hähne auf ihren Weckruf verzichten.

Seuchenrecht Hühner müssen regelmäßig gegen die Vogelgrippe geimpft werden. Kommt es zu Veränderungen der Futteraufnahme oder Legeleistung, muss ein Tierarzt hinzugezogen werden. Baurecht Hühner gelten nach der Baunutzungsverordnung als Kleintiere. Eine Hühnerherde von 20 Hennen und einem Hahn gilt vor Gericht noch als angemessen für ein reines Wohngebiet.

Lebensmittelrecht Die europaweite Verordnung Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene schreibt vor, dass, wer Eier an Freunde abgibt, diese sauber, trocken und frei von Gerüchen hält.

Hühnerschlachtung Wer sein Geflügel zum Eigenbedarf schlachtet, braucht keine Fleischbeschau. Wenn er das Töten denn übers Herz bringt.

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