Strafprozess

Fußballer gerieten aneinander

Das Haßfurter Amtsgericht stellte ein Verfahren gegen einen 21-Jährigen ein, der beim Königsberger Pfingstfest zugeschlagen hatte.
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Der Besuch des Königsberger Pfingstfests am 21. Mai vergangenen Jahres endete für einen jungen Mann nachts gegen 3 Uhr schlagartig - im wahrsten Sinn des Wortes. Ein anderer Festgast, der reichlich Alkohol in der Blutbahn hatte, verpasste dem anderen Festbesucher einen Faustschlag ins Gesicht, so dass das Nasenbein des jungen Mannes brach.

Am Mittwoch musste der 21-jährige Täter auf der Anklagebank des Amtsgerichts in Haßfurt Platz nehmen. Über seine Verteidigerin Kerstin Rieger ließ er verlauten, dass ihm die Tat leid tue.

Zwischen Anhängern zweier Fußballvereine aus dem Landkreis war es zu einem Streit gekommen. Security-Mitarbeiter trennten zunächst die beiden rivalisierenden und alkoholisierten Gruppen. Vor dem Festzelt ist die Auseinandersetzung danach jedoch weitergegangen. Der Angeklagte ist dazwischen gegangen und hat dabei einen Schlag auf den Hinterkopf erhalten, wodurch er zu Boden ging. Im Aufstehen habe er dann blindlings um sich geschlagen, um sich zu schützen, beschrieb der Angeklagte laut den Angaben seiner Verteidigung. Dabei habe er jemanden mit der Faust getroffen, gab die Anwältin zu Protokoll.

Ihr Mandant sei in psychiatrischer Behandlung, nehme Medikamente, sei mittellos und lebe bei seinen Großeltern. Er habe sich nach der Tat selbst der Polizei gestellt. Um das Verfahren abzukürzen, bat die Verteidigerin um eine Einstellung des Verfahrens, zumal die eine Hälfte der Zeugen nichts gesehen habe und die andere jemand anderen als Täter ausmachen würde.

Da das Opfer, das als Nebenkläger auftrat, kein Interesse daran hatte, dass sein Peiniger bestraft wird, stellte das Gericht das Verfahren ein. Als Auflage muss der Täter 1000 Euro in Raten an den Getroffenen zahlen.



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