Haßfurt

Für die Umwelt in Haßfurt auf der Straße

70 Schüler und einige Erwachsene machten sich in Haßfurt bei einem Protestzug für den Klimaschutz stark.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Radeln macht glücklich", meinen diese beiden Jungs beim Protestzug durch Haßfurt. Christian Licha
"Radeln macht glücklich", meinen diese beiden Jungs beim Protestzug durch Haßfurt. Christian Licha
+8 Bilder

"Es ist wahnsinnig toll, was ihr und wir schon geschafft haben", freute sich Frieda Göbel, eine der Organisatorinnen der Haßfurter Fridays-for-Future-Bewegung. Zusammen mit ihrer Schwester Elisabeth Göbel und den weiteren Mitstreitern Moesha-Shiva Nitzold, Max Faber und Jan-Niklas Schlirf setzte die Waldorfschülerin vor knapp einem Jahr die erste Demonstration in Gang, die nun am Freitag eine erneute Auflage erfuhr. Einst standen die fünf Jugendlichen alleine auf dem Marktplatz, umso mehr waren sie stolz darauf, dass aktuell rund 70 Schüler und einige Erwachsene auf das Klimaproblem aufmerksam machten.

Mit Trillerpfeifen, "Hop-hop-hop-Kohlestopp"-Rufen und anderen Parolen setzte sich der Tross am Marktplatz in Bewegung und zog die Engelmeßgasse entlang zum Kreisel bei der Feuerwehr. Ziel der Aktivisten war es, für einige Minuten den Verkehr zu stoppen und so auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Mehrere Streifen der Polizeiinspektion Haßfurt begleiteten die Demonstration und sperrten die Straßen kurzfristig. Nach einigen Runden im Kreisverkehr ging es zurück zum Versammlungsort vor der Pfarrkirche. Natürlich nicht ohne entsprechende Botschaften auf der Fahrbahn zu hinterlassen. Mit Kreide geschrieben war dort in großen Buchstaben zum Beispiel "Für frische Luft" oder "Wer das liest, verschmutzt die Umwelt" zu lesen.

Mit einem gespielten Hustenanfall forderten die Organisatoren die Teilnehmer auf, "tot" umzufallen. Das ganze Pflaster war mit "Leichen" übersäht, die die Luftverschmutzung nicht überlebt hatten. "Alle 14,5 Minuten stirbt eine Tierart aus, das macht insgesamt 100 Arten an einem Tag" , sagte Frieda Göbel und ergänzte: "Wie viele Lebewesen müssen noch unter uns leiden, bis wir verstanden haben, dass wir anders denken und handeln müssen?" Nach dieser eindrucksvollen Vorführung gab es auch eine Stärkung für die Anwesenden. Selbstverständlich Food-Saver-Brötchen mit veganem Brotaufstrich.

Aus den Reihen der Erwachsenen meldete sich Constanze Schemm zu Wort, die als Mutter das Engagement ihres Kindes bei Fridays for Future unterstützt. "Ich weiß, dass viele frustriert sind", weil nicht mehr Teilnehmer gekommen sind. Sie hätten sich etwas anderes vorgestellt und gehofft, "dass das eine riesen Welle wird", sagte Schemm. Gleichwohl stellte sie fest, dass es nicht darum gehe, wie viele da sind, sondern was in dem vergangenen Jahr gemacht wurde. Seit 30 Jahren lebe sie umweltbewusst und müsse nun zugeben, dass sie damals nicht genug getan habe. Umso mehr rief sie dazu auf: "Lasst uns jetzt bei uns selber anfangen!"

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren