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Fernsehen

Franken-Tatort: Auch Kleinstädte bieten gute Kulissen

Der neue Drehort für den Tatort steht fest: Nürnberg. Die Mordkommission ermittelt im Film in ganz Franken. Aber hat auch der Landkreis Haßberge das Zeug zu einer Tatort-Kulisse?
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Die Mordkommission spielt demnächst in Nürnberg. Der fränkische Tatort soll im Frühjahr 2014 produziert werden. Foto:
Die Mordkommission spielt demnächst in Nürnberg. Der fränkische Tatort soll im Frühjahr 2014 produziert werden. Foto:
Seit Dienstag ist bekannt: Der neue Tatort-Krimi des Bayerischen Rundfunks spielt in Nürnberg. In der mittelfränkischen Metropole hat die "Mordkommission Franken" in der Sendung ihren Sitz. Die noch unbekannten Darsteller ermitteln dann Fälle aus Unter-, Mittel- und Oberfranken.

Wie viel Potenzial steckt im Kreis Haßberge, als Drehort für den Kult-Krimi?

Handschellen müssen klicken

Martin Kober ist Amtsrichter für Jugendstrafrecht und Familiensachen am Amtsgericht in Haßfurt. Er kennt die Fernsehreihe schon seit den Anfängen: "Wir haben den Tatort schon vor 40 Jahren in schwarz-weiß geschaut", sagt er und lacht. Götz George als Horst Schimanski fand er als Charakter in dem Krimi besonders gut. "Die Kulisse ist wurscht.
Ob das Opfer jetzt in Nürnberg oder woanders umkommt, das ist egal." Die Themen des Tatorts seien oft realistisch, meint der Richter. Schließlich will das Fernsehen ja "Quote machen". Da brauche es etwas, das die Gesellschaft bewegt. "Hauptsache am Ende klicken die Handschellen", sagt Martin Kober. Dass das in Wirklichkeit nicht immer so ist, sei der Unterhaltung geschuldet. "In der Praxis muss man die Akten auch mal zu machen, ohne dass man jemanden hat."

Mittlerweile hat er aber den Gefallen an der Sendung verloren. "Mir haben die Alten besser gefallen. Zwischendurch ist die Serie langweilig geworden."

Termin mit den Kommissaren

Hans-Georg Häfner aus Eltmann dagegen hat jeden Sonntag einen festen Termin. "Ich schaue den Tatort immer", sagt der 2. Bürgermeister von Eltmann. Zusammen mit seiner Frau verfolgt er dann wie viele andere Deutsche den Krimi und die Ganoven bis zum Schluss. Spannend sei es immer: "Es sind jedes Mal andere Teams unterwegs." Und das an unterschiedlichen Orten und anderen Dialekten. "Bei den meisten Geschichten muss man mitdenken und dranbleiben." Es werde nie langweilig.

Franken als Drehort findet er gut. Auch Dörfer aus den Haßbergen könnte er sich als Kulisse für die Reihe vorstellen. "Die wenigsten Tatorte spielen nur in Großstädten", meint der 62-Jährige aus Eltmann. "Da sind meistens kleine Ortschaften dabei." Sogar die Themen seien auf dem flachen Land zu finden, wie "Erbschaftsstreit, Fahrerflucht oder Familiendramen".

Es werde auch Zeit, dass der Tatort nach Franken kommt, meint Walter Ziegler, Bürgermeister von Ebelsbach. Schließlich seien "schon alle Regionen durch". Die Fernsehreihe hat er sich früher auch angesehen. Er denkt, dass der große Erfolg des Tatorts auch an der Nähe zur Realität liegt: "In den Fällen wird nicht so viel geballert wie in amerikanischen Serien. Der Tatort kommt dem Alltag der Polizeistationen in Städten schon nahe." Auch andere Orte im Umkreis eignen sich für die Fernsehproduktion, meint er:"In Franken gibt es überall schöne Flecken. Auch in Würzburg könnte der Tatort gut spielen."

Haßberge als Kulisse?

Auch Polizeichef Kurt Förg meint, dass der Tatort aus Franken nicht nur in Nürnberg funktionieren würde. "Für einige Themen wären wir schon auch geeignet." Kriminalität finde sich überall, "auch bei uns". Trotzdem gebe es in Ballungsbereichen ganz andere Problembereiche. "Bei uns lebt man größtenteils sicher."

Der 58-jährige Leiter der Polizeiinspektion in Haßfurt schaut sich den Krimi ab und zu an. "Es ist einfach amüsant. Oft auch überzogen, aber unterhaltsam." Er schätzt am Tatort die Themenvielfalt und die verschiedenen Charaktere der Darsteller. Auch der regionale Bezug spiele eine große Rolle. "Andere Teams und immer andere Geschichten, das macht den Tatort aus." Die Sendung sei nicht so wie alte Krimis mit den immer gleichen Abläufen. "Da weiß man oft schon vorher wer was sagt oder wie sie ausgehen." Als Polizist hat der 58-Jährige einen anderen Blick auf bestimmt Szenen: Wenn die Uniform einmal wieder nicht zusammenpasst oder die Rechtmäßigkeit nicht eingehalten wird. "Es läuft immer eine fachliche Beurteilung mit und die Frage: Ist das möglich?" Ein Beamter, der vor der polizeilichen Untersuchung am Tatort nach etwas sucht, wie in manchen Sendungen dargestellt: "Undenkbar." Auch der bekannte Charakter von Schimanski habe nichts mit der Realität eines Polizeibeamten zu tun. "Götz George ist immer zu spät, versifft und gewälttätig. Das ist einfach überzogen, aber amüsant."
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