Fitzendorf
Bürgerversammlung

Fitzendorfer geben kräftig Kontra

 Die Sanierung des Kanalnetzes im Burgpreppacher Gemeindeteil, die dafür anfallenden Kosten und die Planspiele für einen Kauf und Umbau des Gasthauses "Goldener Löwe" boten bei der Bürgerversammlung in Fitzendorf eine Menge Zündstoff.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Mienen sprechen Bände: Die Skepsis am Tisch mit Bürgermeister Karlheinz Denninger (Mitte) war unübersehbar, denn die Gemeidneverantwortlichen und Referenten mussten sich bei der Bürgerversammlung harsche Kritik anhören. Unser Bild zeigt von links Günter Braterschofsky, Michael Krug, Bürgermeister Denninger und Architekt Perry Alka. Foto: Gerhard Schmidt
Die Mienen sprechen Bände: Die Skepsis am Tisch mit Bürgermeister Karlheinz Denninger (Mitte) war unübersehbar, denn die Gemeidneverantwortlichen und Referenten mussten sich bei der Bürgerversammlung harsche Kritik anhören. Unser Bild zeigt von links Günter Braterschofsky, Michael Krug, Bürgermeister Denninger und Architekt Perry Alka. Foto: Gerhard Schmidt
Geladene Stimmung, großes Geschrei und wenig Sachlichkeit prägte am Donnerstag in Fitzendorf die Bürgerversammlung im Feuerwehrgerätehaus. Unübersehbar saßen sich zwei Fronten gegenüber, die Gemeindevertreter im Markt Burgpreppach auf der einen und die Gegner einer Gesamtkläranlage und Befürworter der Eigenständigkeit für Fitzendorf auf der anderen Seite.

Architekt Perry Alka stand dabei im Kreuzfeuer der Kritik, weil nach Meinung etlicher Fitzendorfer Bürger "Pfusch am Bau" und eine "stümperhaft Ingenieurarbeit" bei der Teilsanierung der Teilkläranlage und des Kanalnetzes geleistet wurde. Diese Vorwürfe wies Alka weit von sich und versuchte zu erklären, warum dies und jenes so geplant und gemacht wurde.


Der Hintergrund der gesamten Sanierungsmaßnahme liegt darin, dass im Kanalnetz von Fitzendorf zu viel Fremdwasser anfällt und das Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt nicht mehr tatenlos zusehen wollte.
Der Streit schwelt schon lange und die Fitzendorfer, die aus der Solidargemeinschaft ausscheren wollten, waren erst durch einen Bürgerentscheid im vergangenen Jahr gezwungen worden, im Gesamtverband der Kläranlagen im Marktgemeindegebiet zu bleiben.

"Nur das Nötigste"

Architekt Alka erklärte, dass man jetzt nur das Notwendigste am Abwassersystem machen will, um das Fremdwasser einzudämmen, das nach Meinung der Fachleute von den Hängen rund ums Dorf ins Kanalnetz fließt. Bei den durchzuführenden Arbeiten werde das Kanalnetz getrennt, Einzelschäden am Netz beseitigt und eine Sanierungsmaßnahme an der Teilkläranlage vorgenommen. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 215 000 Euro belaufen, sagte er. Bei einem Zuschuss von 42 Prozent als Härteregelung verbleibt noch ein stattlicher Brocken hängen, der auf relativ wenige Bürger umgelegt werden müsse hängen. Die Berechnungen liegen bei 13,5 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bürgermeister Karlheinz Denninger (Gemeinwohl) merkte an, dass sich dieser Betrag noch um 50 Cent oder einem Euro erhöhen könnte. Laut Bürgermeister sind im diesjährigen Gesamthaushalt der Gemeinde von knapp 5,2 Millionen Euro die Sanierungen der Kläranlage in Fitzendorf und Kosten der Kläranlage in Leuzendorf enthalten.

Bisher haben die Fitzendorfer zwei Vorauszahlungsraten in Höhe 70 Prozent geleistet. Am 1. Mai und im Dezember fallen nochmals Raten von zusammen 30 Prozent an.

Auf Nachfrage erklärte er Bürgermeister, dass die Endabrechnung erst erfolgen könne, wenn alles fertig gebaut sei. In diesem Zusammenhang wurde nachgefragt, wie teuer die neue Kläranlage der "Hainbachschiene" kommt. Der Bürgermeister bezifferte die Ausschreibungs-Summe mit 4,8 Millionen Euro, von denen bisher 4,7 Millionen Euro verbaut wurden. Bauhofleiter Manfred Schirdewahn erklärte, dass während der Bauphase im Ort nur halbseitige Sperrungen erfolgen, damit die Anlieger ihre Anwesen erreichen können.

Streitpunkt "Goldener Löwe"

Zum zweiten Streitpunkt entwickelte sich der geplanten Kaufs der Gastwirtschaft "Goldener Löwe" (Böswillibald) in Burgpreppach. Bürgermeister Denninger kam kaum zu Wort und wurde deshalb bei seiner Aussage zum Kauf falsch verstanden. Er teilte nämlich mit, dass erst ein Nutzungskonzept durch ein Planungsbüro erstellt werden soll, ehe man über den Kauf des Projekts entscheidet. Man hegt jetzt schon Pläne, die Nebengebäude auf dem 2200 Quadratmeter großen Grundstück zu entfernen, um dort eine Freifläche mitten im Ort zu erhalten. Geplant ist auch, den Tanzsaal abzureißen, so dass dann nur noch die Gastwirtschaft stehen bleibt.

Die große Mehrheit der Fitzendorfer bewertete diese Planung als "rausgeworfenes Geld", weil man kein weiteres Zentrum in Burgpreppach benötige. Gefordert wurde eine Bürgerbefragung, ob überhaupt ein Kauf gewünscht wird.

Weihe am 12. Mai

Neben der hitzigen Debatte wurden auch noch andere Punkte in sachlicher Form angesprochen. Ortssprecher Matthias Wernthaler fragte nach, wie weit sich die Gemeinde an der Sanierung des Bildstockes an der Straßenverbindung zur B 303 finanziell beteiligen würde. Bürgermeister Denninger stellte einen Zuschuss in Aussicht, verneinte aber die Übernahme der Gesamtkosten. Nun soll erst einmal geklärt werden, auf wessen Grundstück der Bildstock überhaupt steht.

Die Fitzendorfer hoffen auch auf einen Zuschuss der Gemeinde zur Renovierung ihrer Kirche. Am 12. Mai wird Bischof Friedhelm Hofmann den neuen Altar mit Ambo weihen.

Offene Fragen

Wegen einer Dorferneuerung in Fitzendorf müsse sich eine Interessengemeinschaft finden, weil sonst nichts laufen wird, erklärte Denninger. Ob im Gemeindebereich Windräder stehen werden, hänge davon ab, ob der Büchelberg genutzt werden darf oder nicht. Wie schnell DSL kommt, entscheide sich, wenn bekannt ist, ob auf dem Bramberg ein Funkturm für die Hybridlösung aufgestellt werden darf.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren