Kirchlauter
Entwicklungskonzept

Figur von Pfarrer Glockner als erster kleiner "Leuchtturm" für die Gemeinde Kirchlauter

Mit dem "Genuss-Erlebnisweg" hat die Gemeinde Kirchlauter schon einen eigenen Akzent gesetzt. Mithilfe der "Baunach-Allianz"sollen weitere Projekte folgen.
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Am Beginn des neuen Genusserlebnisweges steht schon seit kurzem die Figurenbeute, die den legendären ehemaligen Pfarrer Glockner darstellen soll.Günther Geiling
Am Beginn des neuen Genusserlebnisweges steht schon seit kurzem die Figurenbeute, die den legendären ehemaligen Pfarrer Glockner darstellen soll.Günther Geiling
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Der Gemeinderat Kirchlauter hat das Projekt "Genuss-Erlebnisweg" mit einer Gesamtkostensumme von 121 000 Euro bereits in einer Sitzung im November 2017 beschlossen. Dabei handelt es sich um einen Rundweg um die Gemeinde. Kernstück ist dabei die Streuobstwiese in Kirchlauter mit Beschilderung und Informationstafeln zu zahlreichen Themen wie Bienen, Fledermäusen, Heckenfrüchten oder auch beim Rundweg über Pettstadt und Neubrunn zu Brennereien. Dazu gehören auch Broschüren und Faltprospekte.

Im Vorfeld war in den vergangenen Monaten auch schon eine Figurenbeute aufgestellt worden. Dabei handelt es sich um einen ausgehöhlten Baumstamm, der zur Skulptur bearbeitet und mit einem Bienenvolk bevölkert wurde.

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler brachte nun Mehrkosten auf den Tisch, die vom Gemeinderat abgesegnet wurden. Der Finanzrahmen von 121 000 Euro werde damit aber noch nicht überschritten.

Allianz-Manager nennt Ziele

Im letzten Jahr wurde die "Baunach-Allianz" aus der Taufe gehoben, der elf Städte und Gemeinden angehören und die sich über Teile der drei Landkreise Haßberge, Coburg und Bamberg erstreckt. Am 16. September soll in Ebern das Konzept der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) für diesen neuen Verein vorgestellt und der Fördermittelbescheid übergeben werden. Im Vorfeld nutzte nun das Ratsgremium der Gemeinde Kirchlauter die Möglichkeit, den neuen Allianz-Manager Felix Henneberger kennenzulernen und mit ihm über seine Vorstellungen der künftigen Zusammenarbeit zu diskutieren. Aus dem Gremium kam dabei auch die Forderung nach einem Leuchtturmprojekt für die Gemeinde.

Das Schulwesen, Einkäufe, Arztbesuche, aber auch naturräumliche Verbindungen waren ausschlaggebend für das Entstehen der Zusammenarbeit in dem neuen Gebilde "Baunach-Allianz". Seit dem 1. Juli hat die Allianz mit dem 32-jährigen Felix Henneberger nun auch einen Manager, der die Fäden ziehen und die Projekte steuern soll. Der Diplom-Geograph gab einen Einblick in seinen Werdegang. So stammt er aus Suhl/Thüringen, hat in Würzburg studiert und sich dabei bewusst für den Schwerpunkt der Stadt- und Regionalentwicklung entschieden, mit der er langfristig die Gesellschaft und Umgebung, in der er lebt, mitgestalten könne. Dabei wolle er mit einer besonderen Öffentlichkeitsarbeit auch stets die Bürger über alle Projekte auf dem Laufenden halten.

Synergie-Effekte sollen genutzt werden

Henneberger zeigte dann dem Gemeinderat Kirchlauter einige Leitprojekte auf, über die man sich schon Gedanken gemacht habe. Bei der "Baukooperation" gehe es zum Beispiel um Planungen und Arbeiten wie die Herstellung von Banketten oder Seitenstreifen in den Gemeinden. Bevor sich jede der elf Gemeinden mit diesem Problem beschäftigt, könne man solche Arbeiten einmal ausschreiben, und eine Gemeinde übernehme dann diese Leistung. Hierdurch erspare man sich in der Verwaltung viel Arbeit und jeder könne vom anderen profitieren.

Dies gelte auch für Schulungen für die Bauhofmitarbeiter. Es gebe in den Gemeinden der Allianz ja große und kleine Bauhöfe, und für die Arbeiten dort brauche es auch immer wieder einmal Fortbildungen. Die Mitarbeiter müssten dazu nicht weit wegfahren, sondern könnten vor Ort geschult werden. Gleichzeitig kämen die Bauhofleiter dabei auch untereinander ins Gespräch.

Ein weiteres Thema seien Lückenschlüsse bei Radwegen. Hier wolle man den "Rennweg" oder "Burgenwinkel" einbeziehen, auch kleinere Gemeinden anbinden und über Grenzen zusammenarbeiten. Freizeitaktionen oder Tourismus hörten ja nicht an der eigenen Gemeindegrenze auf.

Daseinsvorsorge für ältere Mitbürger

Als wichtigen Bereich sah der Allianz-Manager auch die Daseinsvorsorge für ältere Mitbürger, wo man auch kleine Infrastrukturen schaffen und zu Förderprojekten kommen könne. Auch Leerstände in den Ortschaften und insbesondere von Geschäften seien ein Thema. Zwar sei in vielen Bereichen die wirtschaftliche Entwicklung noch gut, aber die Bürger würden älter, und hier müsse man Vorsorge treffen, damit man zuletzt nicht nur auf die Großzentren angewiesen ist. Auch an ein Schülerprojekt sei gedacht. Hierbei wolle man Projekte für Jugendliche und Schüler darstellen, denn sie bestimmten einmal die Zukunft.

Gemeinderat Reinhold Stöhr wies darauf hin, dass Kirchlauter wohl die einzige Gemeinde sei, die in zwei Allianzen mitarbeitet. "Wie muss man sich dies dann künftig vorstellen? Wo sehen Sie bei uns noch Potenziale und Nachholbedarf?"

Leuchtturmprojekt gefordert

Gemeinderat Horst Gehring hatte gleich eine Forderung bereit, damit man dies den Bürgern auch verdeutlichen könne: "Touristisch brauchen wir ein Leuchtturmprojekt. Und wir müssen auch im Randbereich etwas machen, sonst fühle ich mich als fünftes Rad am Wagen. Es konzentriert sich alles auf die Achse Ebern bis Baunach. Deswegen spreche ich als Leuchtturmprojekt einen Aussichtsturm oder Kletterpfad an, sonst sehe ich keinen Sinn darin."

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) erklärte, dass es schon Sinn mache, hier mitzuarbeiten, denn schon für die "Obere Wirtschaft" in Neubrunn erhalte man dadurch zehn Prozent mehr an Fördermitteln. "Ohne ILE-Konzept geht es nicht mehr, weil wir hier auch ganz andere Fördermöglichkeiten haben. Auch bei Planungen in der Allianz für elf Gemeinden zahle ich eben nur meinen kleinen Anteil, habe aber einen großen Nutzen davon."

"Die Region gemeinsam stärken"

Allianz-Manager Felix Henneberger meinte, dass die Nähe zum Main und zu Bamberg attraktiv für diesen Raum sei. Das Wichtigste sei, die Region gemeinsam zu stärken. Wenn nämlich auch noch einmal der Einzelhandel wegfällt, habe man nur noch die großen Zentren. "Jeder müsste eigentlich dankbar sein, wenn sich Strukturen nicht noch weiter konzentrieren. Momentan läuft alles noch super, und es sind auch viele Fördergelder da. Aber wie sieht es in 20 Jahren aus?"

Zum Thema "Leuchtturmprojekte" stellte er fest, dass sie oft nur als gemeinsames Projekt förderfähig seien. Er könne auch einen Aussichtsturm nicht versprechen, aber man werde sich auch um kleinere Projekte bemühen.

Mountainbike-Projekt angeregt

Gemeinderat Uwe Derra brachte die Überlegung für ein Mountainbike-Projekt ein. Viele führen jetzt schon auf dem Rennweg, und mit den E-Bikes sei es jetzt noch besser möglich, über Berg und Tal zu fahren. Hierbei denke er weniger an die ausgebauten Wege, als an die Einbeziehung von alten Erdwegen. Manager Henneberger nahm diese Anregungen mit und versprach, mit den Bürgermeistern und den Gremien in den Gemeinden immer in Kontakt zu bleiben und auch solche Anregungen zu überprüfen.

Die Freiwillige Feuerwehr Kirchlauter hat vor kurzem ihre Führung neu gewählt. Vom Gemeinderat wurden deswegen als Kommandant Frank Brem, als Zweiter Kommandant Andreas Jakubka und als Dritter Kommandant Martin Fuchs bestätigt. Dies geschah allerdings mit der Auflage, dass alle drei die Lehrgänge "Gruppenführer" und "Leiter einer Feuerwehr" innerhalb von zwei Jahren mit Erfolg besuchen müssen.

Vorgehen bei Abwasser-Sanierung

Thema war auch wieder die Abwasser-Sanierung in Kirchlauter, die man in einigen Seitenstraßen und in der Hauptstraße auf den Weg bringen will. In Gesprächen mit dem Straßenbauamt und dem Tiefbauamt des Landkreises könnte man aber vielleicht auch die Ortsdurchfahrt in einen Ausbauplan aufnehmen. Deswegen schlug Bürgermeister Kandler vor, vielleicht nur die Seitenstraßen im nächsten Abschnitt zu sanieren und die Arbeiten in der Hauptstraße auf einen späteren Zeitraum zu verschieben.



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