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Ebern
Literatur

Erinnerungen an die Heimat: Autorenlesung von Hans von Rotenhan in Ebern

Im Eberner Heimatmuseum wurde am Samstag häufig gelacht: Autor Hans von Rotenhan kam zur Lesung seines humorvollen Buches "Die Kloßköchin und der Pfarrer von Gerach - Geschichten aus den Haßbergen und dem Maindreieck".
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Autor Hans von Rotenhan signierte seine Werke im Rahmen seiner Lesung im Heimatmuseum Ebern.  Foto: Barbara Bittner
Autor Hans von Rotenhan signierte seine Werke im Rahmen seiner Lesung im Heimatmuseum Ebern. Foto: Barbara Bittner

Rasch füllt sich an diesem Abend der zentrale Raum im Heimatmuseum Ebern. Man kennt sich, begrüßt sich, schüttelt sich die Hand. Mittendrin steht Hans Freiherr von Rotenhan. Er ist bekannt und wird herzlich empfangen. "Natürlich kenne ich die meisten, die heute gekommen sind", sagt der Autor, der an diesem Abend aus "Die Kloßköchin und der Pfarrer von Gerach - Geschichten aus den Haßbergen und dem Maindreieck" lesen wird.

Heimatort im Buch aufgegriffen

Hans von Rotenhan, geboren 1951, verbrachte seine Kindheit und einen Großteil seiner Jugend in Rentweinsdorf. Dem Familienschloss in Rentweinsdorf setzte der Rechtsanwalt und Autor mit "Die Runde Eckstube" ein literarisches Denkmal. Nach dem Studium verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Ibiza, danach nach Mallorca. Heute lebt Hans von Rotenhan in Berlin und fliegt regelmäßig nach Mallorca, um dort seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt nachzugehen. Den Mittelmeerinseln Mallorca und Ibiza widmete er ebenfalls zwei Publikationen.

Kindheit und Jugend

An diesem Abend geht es in Ebern aber um die Zeit seiner Kindheit und Jugend im unterfränkischen Rentweinsdorf. Ein Ort, den Hans von Rotenhan selbst als einen "Abenteuerspielplatz" bezeichnet. Hier wird er eingeschult und muss feststellen, dass die deutsche Sprache auch sogenannte harte Konsonanten aufweist und dass Sätze wie "der Bedä, wo hinder die Bosd wohna dud", grammatikalisch nicht korrekt sind.

Er erzählt von Wintern, die "sehr kalt und schneereich" waren, in denen die Kinder noch richtig Schlitten fahren konnten und ihre eigenen Disziplinen entwickelt hatten. Wie "Sidserles", also einfach "draufsitzen und runterfahren", "Hänger-les", indem die Schlitten aneinander gehängt wurden, und schließlich "Göcherles". Einer lag auf dem Schlitten und ein anderer saß "Sidserles" oben drauf. Diese, einem Hahn ähnelnde Figur war die Königsdisziplin im Schlittenfahren, Unfälle waren vorprogrammiert.

Oder die Erfahrungen des Autors als Bierausfahrer für die Schlossbrauerei Thüngen, eine Tätigkeit, die ihn unter anderem in die entferntesten Winkel der Rhön brachte, durch die er die verschiedensten Charaktere von Wirten kennenlernte und die seinen Blick fürs weibliche Geschlecht unter besonderen Aspekten schulte. Die Bierausfahrten waren für den jungen Freiherrn eine Schule für das Leben.

Humorvolle Erinnerungen

Die Geschichten in dem kleinen Bändchen prägen einen humorvollen Blick auf die jeweilige Situation und auf die Personen, die darin beschrieben werden. Und das Publikum erinnert sich seinerseits an die verschiedenen Persönlichkeiten, denen er sich in seinen Erzählungen widmet. Etwa an die "uralte Machered aus Köslau", welche nach eigener Aussage die "besda Glößköcha vo die Heilichn Länder" war.

Fröhliches Lachen, zahlreiches Nicken und einzelne Einwürfe begleiten diese Lesung im Heimatmuseum Ebern. "Es ist schön, dass Hans von Rotenhan zwischen fränkisch und hochdeutsch wechselt", meint ein Besucher. Fränkisch und Hochdeutsch, Vergangenheit und Gegenwart, Rentweinsdorf und Berlin - all das vereint der Abend durch die Person von Hans von Rotenhan und seinen eigenen Blick auf die Geschichten aus den Haßbergen.