Königsberg in Bayern
Nahwärmeversorgung

Erhält Unfinden ein zentrales Heizkraftwerk?

Der Königsberger Stadtrat beschloss die Aufstellung eines Energienutzungskonzeptes für den Stadtteil Unfinden.
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Mehr als 40 Haushalte wollen sich im Königsberger Stadtteil Unfinden an ein gemeinsames Energienutzungskonzept anschließen lassen. Das Projekt stellte Marco Siller bei der Stadtratssitzung vor. Foto: Gerold Snater
Mehr als 40 Haushalte wollen sich im Königsberger Stadtteil Unfinden an ein gemeinsames Energienutzungskonzept anschließen lassen. Das Projekt stellte Marco Siller bei der Stadtratssitzung vor. Foto: Gerold Snater

Der öffentliche Teil der jüngsten Stadtratssitzung in Königsberg begann mit einem Tagesordnungspunkt, der mit Zustimmung des vollzählig anwesenden Gremiums zusätzlich aufgenommen worden war. Dabei ging es um die Einrichtung einer Nahwärmeversorgung im Stadtteil Unfinden. Den Sachvortrag dazu hielt Marco Siller aus Unfinden, der auch für Fragen zur Verfügung stand.

Erneuerbare Ressourcen

Dieses Projekt hatte Siller bereits bei der Bürgerversammlung am 22. Mai in Unfinden vorgestellt. Dabei hatte er berichtet, dass eine Diskussion über ein zentrales Heizkraftwerk für Unfinden begonnen worden sei, da einige Heizkessel im Ort ihrem technischen Lebensende nahe seien. Die Prämissen für so ein Projekt wären dabei aber, dass es einen finanziellen Vorteil für die einzelnen Teilnehmer geben müsse. Gegenüber einem herkömmlichen System mit jeweils einem Heizkessel pro Haushalt müsse der Brennstoff aus erneuerbaren Ressourcen bestehen.

Siller hatte berichtet, dass sich eine Gruppe von gut zehn Leuten Gedanken zu dieser Idee machte. Weiter führte er aus, dass das ganze System nur dann wirtschaftlich sinnvoll arbeiten könne, wenn sich etwa 40 Haushalte in Unfinden beteiligen.

Bei seinem Vortrag vor dem Stadtrat teilte Siller nun mit, dass sich mittlerweile 40 Bürger aus Unfinden als grundsätzlich interessiert gemeldet hätten und damit die erforderliche Mindestabnahmemenge für einen rentablen Betrieb vermutlich gegeben wäre. Es sei aber vor einer weiteren Planung noch eine genauere Untersuchung im Rahmen eines Energienutzungsplans erforderlich.

Seitens der Interessierten gebe es aber noch keine rechtsfähige Vertretung, die diesen Antrag stellen könne. Daher werde die Stadt Königsberg angesprochen, ob der Antrag für die Projektierung und die Anfrage auf eine Bezuschussung der Planung durch die Stadt Königsberg erfolgen kann. Zudem könnten erst nach einer eindeutigen Aussage zur Rentabilität weitere rechtliche Schritte zur Bildung einer juristischen Person zur Vertretung der Interessierten und späteren Betreiber weitergeführt werden.

Ein kommunales Unternehmen?

Nach seinem kurzen Vortrag mit aktuellen Zahlen und Hinweisen auf konkrete Standorte für die Anlage verwies Marco Siller auf die erforderliche Erstellung eines Energienutzungsplans mit konkreten und belastbaren Zahlen. Hingewiesen wurde auch darauf, dass der Betrieb der Anlage über eine Genossenschaft erfolgen könne. Möglich wäre auch ein kommunales Unternehmen.

Stadtrat Thomas Heller (FWG) fragte nach dem geplanten Abrechnungsmodus hinsichtlich der Wärmeabnahme. Siller meinte dazu, dass dies wohl ein Grundpreis und ein Mengenpreis sein werde, dessen Mischung noch festgelegt werden müsse. Es werde in den Abnahmestellen sicher langfristig auch Schwankungen geben, die mit vorgesehen werden müssten.

Auf die weitere Frage nach einer eventuellen höheren Förderung in einiger Zeit stellte Marco Siller klar, dass die bisherige Befragung gezeigt habe, dass viele potenzielle Anschließer zeitnah eine Lösung suchen und in zwei bis drei Jahren schon andere Lösungen haben könnten.

Mit thermischen Kollektoren

Bürgermeister Claus Bittenbrünn (FW) verwies darauf, dass auch die Gasversorgung Unterfranken GmbH wieder ins Geschäft kommen wolle und auch in Königsberg neue Bereiche erschließe. Außerdem sei für die Beantragung der Zuschüsse ein klares Prozedere vorgegeben, das auch eine Ausschreibung der Leistungen für den Energienutzungsplan beinhalte. Viele Kommunen orientierten sich neu.

Auf die Frage von Stadträtin Dagmar Kirchner (CSU) nach dem Holzbedarf für die Anschließer nannte Siller zirka 2000 Kubikmeter Hackschnitzel jährlich. Allerdings sei eine Ergänzung der Anlage mit thermischen Kollektoren geplant, was sich auf die Holzmenge vermindernd auswirken würde.

Mittel müssen von Stadt kommen

Stadtrat Ralf Schlinke (FWG) gab zu bedenken, dass die Stadt Königsberg erst das gesamte Projekt in Auftrag geben und bezahlen müsse. Auch Stadträtin Dagmar Kirchner fragte nach, wer am Ende die verbleibenden Kosten der Untersuchung tragen muss, die nicht von der Förderung gedeckt werden. Hierzu wurde festgestellt, dass der Antrag für die Bezuschussung von der Stadt zu stellen ist und somit auch die Mittel von der Stadt selbst kommen müssen.

Nach intensiver Beratung fasste das Gremium einstimmig den Beschluss, dass die Stadt Königsberg beabsichtigt, für den Stadtteil Unfinden ein Energienutzungskonzept gemäß der Richtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie vom 11. Oktober 2015 aufzustellen. Inhalt ist die Erstellung einer wirtschaftlichen und ökologisch sinnvollen Nahwärmeverbundlösung.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die erforderlichen drei Angebote für den Antrag auf Gewährung einer Förderung einzuholen und diese zu beantragen.

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