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Theres
Tierschutz

Endstation A70-Rastplatz Horhausen

Was geschieht nun mit "Pancho"? Den kleinen Rehpinscher haben Unbekannte an der A70 ausgesetzt. Die Pflicht zur Fundtierbetreuung hat die Gemeinde Theres. Denn im Landkreis Haßberge gibt es nach wie vor kein Tierheim.
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Tja, wohin mit dir "Pancho"? Der Rehpinscher wurde wahrscheinlich am Montag am Autobahnrastplatz Steinsäcker bei Horhausen an der A70 ausgesetzt. Wer dem kleinen Kerl ein neues Zuhause bieten möchte, kann sich mit der Gemeinde Theres in Verbindung setzen. Foto: Carmen Schuler-Bierbaums
Tja, wohin mit dir "Pancho"? Der Rehpinscher wurde wahrscheinlich am Montag am Autobahnrastplatz Steinsäcker bei Horhausen an der A70 ausgesetzt. Wer dem kleinen Kerl ein neues Zuhause bieten möchte, kann sich mit der Gemeinde Theres in Verbindung setzen. Foto: Carmen Schuler-Bierbaums
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Für die Menschen ist die Urlaubszeit die schönste Zeit im Jahr. Aber leider nicht für etliche Haustiere. Für viele von ihnen wird diese Zeit oftmals zum Drama. Zum Beispiel für "Pancho" - so wurde der kleine Rehpinscher getauft, der an der Maintalautobahn gefunden wurde und jetzt in der Gemeinde Theres ein vorläufiges Zuhause gefunden hat.

Was war wohl der Grund, warum der Vierbeiner für Herrchen oder Frauchen plötzlich überflüssig geworden ist? Jedenfalls haben ihn seine Besitzern kurzerhand ausgesetzt. Der Rehpinscher-Rüde fand sich wieder an dem Autobahnrastplatz an der A70 bei Horhausen, einem Gemeindeteil von Theres.

Dort fanden ihn die Beamten der für diesen Autobahnabschnitt zuständigen Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck angebunden vor. "Pancho" landete erst einmal im Tierheim in Schwebheim bei Schweinfurt.

Tierheim total überfüllt

Doch hier war die Odyssee des kleinen Hundes noch lange nicht zu Ende, denn das Tierheim ist überfüllt und bat die Gemeinde Theres, das Tier umgehend abzuholen. Das muss sie auch, denn nach Recht und Gesetz sind die Kommunen grundsätzlich für die Betreuung von Fundtieren zuständig.

Im Landkreis Haßberge ist die Fundtierbetreuung erst vor kurzem wieder auf die Gemeinden übergegangen. Bis August 2011 hatte dies der Tierschutzverein Stadt Haßfurt und Umgebung übernommen. Da wurden dann aber massive Verstöße gegen den Tierschutz dort festgestellt und in der Folge das Tierheim an der Haßfurter Aldi-Kreuzung geschlossen.

Eine Zeitlang übernahm noch die Tierschutzinitiative Haßberge, Sitz Oberschwappach, die Fundtierbetreuung, doch hier war den Vereinsmitgliedern klar, dass dies ohne ein eigenes Tierheimgelände keine Aufgabe auf Dauer sein könnte. Die Kommunen im Landkreis Haßberge hatten die Fundtierbetreuung gegen einen Obolus je Einwohner an den Landkreis Haßberge abgegeben, der wiederum hatte die Vereine beauftragt. Das Konstrukt wurde 2013 - mangels Tierheim - aufgelöst. Seither ist man händeringend auf der Suche nach einem etwas abseit gelegenen Anwesen, wo beispielsweise Hundegebell niemanden stören würde. Dann wäre auch die Tierschutzinitiative Haßberge gerne wieder an Bord.

Ein großes Problem

"Für uns als Gemeinde ist das ein großes Problem", gibt der Chef der Thereser Verwaltung, Winfried Stark, im Blick auf "Pancho" unumwunden zu, und bedauert sehr, dass es das Haßfurter Tierheim nicht mehr gibt. Denn wohin mit dem kleinen Kerl?

Im Fall von Obertheres haben sich vorerst die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs seiner angenommen, gehen mit "Pancho", wie sie ihn liebevoll getauft haben, Gassi und versorgen ihn. "Doch er ist sehr verängstigt, was bei dem, was er erlebt hat ganz natürlich ist", bestätigt auch Bauhofleiter Thomas Lang. Die Gemeinde sucht nun händeringend nach einer neuen Heimat für den kleinen Kerl. "Selbst eine vorübergehende Unterbringung bis zur Weitervermittlung würde uns schon weiterhelfen", gesteht Winfried Stark und betont, dass die Gemeinde selbst das Futter zahlen würde.

Mehr als 500 000 Haustiere werden jährlich ausgesetzt, alleine 70 000 in der Ferienzeit. 300 000 Hunde und Katzen landen jedes Jahr in den Heimen des Deutschen Tierschutzbundes weshalb diese auch an alle Tierbesitzer appellieren, sich für die Urlaubszeit frühzeitig um die Unterbringung ihrer Vierbeiner zu kümmern.

Viele der ausgesetzten Haustiere verhungern am Straßenrand oder werden überfahren. "So hätte es auch unserem Findling ergehen können wenn ihn die Polizei nicht gefunden hätte", meint Winfried Stark und erinnert daran, dass derjenige, der ein Tier aussetzt, gegen das Tierschutzgesetz verstößt. So eine Tat kann mit bis zu 25 000 Euro Strafe geahndet werden.

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