Sand am Main
Vorbereitungen

Endspurt fürs Sander Weinfest

Am Freitag beginnt in Sand das 24. Altmain-Weinfest. Die Großveranstaltung hält das Organisationskomitee mittlerweile das ganze Jahr auf Trab. Kurz vor der Eröffnung fließt der Schweiß und flattern die Nerven.
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Die Ruhe vor dem Sturm: Mittwochmittag liefen die Vorbereitungen in Sand langsam an.  Foto: Katja Kölbl
Die Ruhe vor dem Sturm: Mittwochmittag liefen die Vorbereitungen in Sand langsam an. Foto: Katja Kölbl
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Mit einem kühlen Bier in der Hand steht der 73-jährige Horst Smola auf dem Sander Festgelände am Main und blickt zufrieden auf den Verkaufstand seines Vereins. Einen ganzen Tag lang haben er und neun Vereinskollegen gebraucht, um die Bude aufzubauen. Ab Freitag wird der Sander Obst- und Gartenbauverein hier Käsestangen, Riesenbrezen und andere Leckereien verkaufen. Aber bis es soweit ist, bleibt noch viel zu tun. Horst Smola hat sein Tagewerk zwar bereits vollbracht, viele andere fangen aber gerade erst an.

Mal laut, dann leise

Veranstaltungstechniker Alexander Stütz ist gerade auf eine Leiter gestiegen, um den ersten Lautsprecher zu montieren. Seit über zehn Jahren ist der Haßfurter mit seiner Firma L.E.X. für Ton, Licht und Bühne beim Altmain-Weinfest verantwortlich. Vom 12. bis zum 16. Juli wird die Musik von der Bühne mit zehn Kilowatt ins Publikum übertragen.
"Wir beschallen in der Breite und nicht in die Länge", erklärt Stütz. Will heißen: Vor der Bühne ist es laut, beim Weinschoppen auf einer Bank an den Ausläufern des Festgeländes aber ruhig.

"Die einen wollen feiern, die anderen Wein trinken und sich unterhalten", sagt Stütz. "Wer feiern will, der kommt nach Sand", wirft Komiteemitglied Thomas Zösch ein. Wenn er über das Altmain-Weinfest spricht, schwingt in jedem seiner Sätze Begeisterung mit. Nach kurzer Zeit ist man als Zuhörer richtig stolz, ein Sander zu sein - oder sich mit der Winzergemeinde wenigstens den Landkreis zu teilen. "Unser Weinfest ist ein Vorzeigefest in Unterfranken. Wir sind vergleichbar mit dem Straubinger Gäubodenfest", sagt Zösch .

Gespielt wird nur, was gefällt

In den Jahren nach der Gründung 1990 hat es das Altmain-Weinfest zu einigem Ansehen gebracht. Die Musikverträge der Bands für 2014 sind bereits unterzeichnet (jedes Jahr bewerben sich mindestens 150 Bands um einen Auftritt in Sand). Viele Busunternehmen bieten mittlerweile nicht nur eine Fahrt zum Oktoberfest sondern auch eine Reise zum Weinfest in Sand an. Und auf der Bühne spielen die Musiker das, was die Zuschauer hören wollen. "Die wollen Stimmung, die wollen mitsingen, da ist es egal, wie die Band heißt", sagt Zösch lachend.

Was das Fest für ihn zu etwas Besonderem macht? "Wir sind das einzige Fest, bei dem die Leute nicht gehen, wenn es regnet", sagt Zösch stolz. "So gut gefällt`s den Leuten hier." Dann erzählt er von Stammgästen, die seit mindestens zehn Jahren jedes Jahr und alle vier Festtage da sind. "Die findet man immer am selben Fleck", sagt er. Sollte der Platz - so wie 1998 nach einem Gewitter - überschwemmt werden, könne das Organisationskomitee auf 40 Tonnen Schotter zurückgreifen.

Schwitzen für Kühlcontainer

Anders ist es bei den Getränken, da will man natürlich nicht auf dem Trockenen sitzen. Bei den Sommertemperaturen sollten Bier und Cola außerdem schön kühl sein. Karl Valtenmeier vom Weinfest-Komitee und Udo Schenk (Brauerei Göller, Zeil) sind darum den ganzen Mittwoch damit beschäftigt, Kühlcontainer auf dem Gelände zu platzieren, Getränkekisten aus den Lastwagen der Getränkelieferanten abzuladen und zu den Containern zu fahren."In einen der sechs oder sieben Meter langen Container passen ungefähr 500 bis 600 Kisten", sagt Udo Schenk. Viel Zeit hat er nicht zum Reden, der Kollege wartet.

Roland Mahr, Präsident des Organisationskomitees der 20 Sander Vereine, ist mit dem Stand der Vorbereitungen mehr als zufrieden. Sogar das Jubiläumsprogramm für 2014 steht bereits. "Das wichtigste ist das Wetter und das soll gut werden. Wir sind ein eingespieltes Team", sagt er - von Nervosität keine Spur. Die Aussicht auf 15 000 Besucher am Samstagabend scheint eher die Partyband "Münchner G´schichten" nervös zu machen. Die hätten noch einmal angerufen um nachzufragen, ob wirklich so viele Zuhörer kämen, verrät Mahr augenzwinkernd.




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