Limbach
"Kinderwallfahrt"

Eltmanner Jungen und Mädchen für die Schöpfung sensibilisiert

Der Umgang der Menschen mit der Erde war das zentrale Thema des Pilgerganges von Eltmanner Grundschülern und Kindergartenkindern nach Limbach.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kreuz- und Fahnenträger führten die Eltmanner Kinderwallfahrt nach Maria Limbach an. Foto: Günther Geiling
Kreuz- und Fahnenträger führten die Eltmanner Kinderwallfahrt nach Maria Limbach an. Foto: Günther Geiling
"Erde - manche sagen, das ist ja nur Dreck. Aber das stimmt nicht. Erde ist etwas ganz Schönes, ganz Kostbares. Dieses Kostbare wollen wir uns jetzt einmal genauer anschauen." Mit dieser Aufforderung von Gemeindereferentin und Religionspädagogin Isabella Friedrich machten sich 80 Buben und Mädchen aus der Johann-Baptist-Graser-Grundschule und den vier Kindergärten der Stadt Eltmann auf ihre "Kinderwallfahrt" zum Wallfahrtsort Maria Limbach. Bei verschiedenen Stationen und im Gottesdienst dachten sie über den Umgang der Menschen mit der Erde nach.
Bei der ersten Station an der Mainlände in Eltmann rollte plötzlich ein großer Erdball in den Kreis der Kinder. Dazu erhielt jedes Kind auch eine kleine Erdkugel in die Hand und sollte dadurch spüren, dass jeder selbst verantwortlich für diese Erde ist.
Mit Liedern wie "Du hast uns deine Welt geschenkt" und "Er hält die ganze Welt in seiner Hand" begaben sich die Kinder dann auf den Fußmarsch in Richtung Limbach, wo am Spielplatz sechs Eimer Erde bereitstanden. Die Kinder durften Erde riechen, zwischen den Fingern zerreiben und die Krümmel untersuchen.
Wenn sie mit einem Mikroskop noch genauer hinschauen würden, entdeckten sie Abertausende von Lebewesen, erklärte Isabella Friedrich. "Eine Handvoll Dreck? Nein! Eine Handvoll Leben! Eine Handvoll Wunder, das die Gräser, die Blumen und die Bäume wachsen lässt", betonte Friedrich.


Eindrucksvolles Rollenspiel

An der Wallfahrtskirche wurden die Kinder von ihren Eltern oder Großeltern mit Blumen begrüßt. In der Kirche sahen sie vor der Erdkugel Gegenstände, die dort gar nicht hingehörten: Abfall, Dosen, Tüten und vieles mehr. Doch noch eindrucksvoller war dann das Rollenspiel "Mutter Erde beim Arzt": Die Erde erklärte dem Doktor, dass es ihr schon lange nicht mehr gut gehe. Und der Arzt bestätigte ihr, dass sie ganz farblos und blass sei, während sie früher viel bunter, mit einem kräftigen Blau und einem lebendigen Grün, ausgesehen habe.
Als Erklärung meinte die Erde, dass die vielen Millionen Menschen keine Rücksicht mehr auf sie nähmen: "Sie machen einfach, was sie wollen, zum Beispiel 350 Milliarden Tonnen Müll. Ich glaube manchmal, im Abfall der Menschen zu ersticken. Aber auch die Kinder trinken in der Pause aus bunten Wegwerfflaschen. 1000 Jahre muss ich sie mit mir herumschleppen, bis sie verrotten."


Eigenen Beitrag überdacht

Der Arzt meinte, da müsse er wohl einen aufwendigen Therapieplan erstellen. "Wir müssen Ihre Beschwerden bei der Wurzel packen - und das sind die Menschen! Wenn die Menschen lernen, besser mit Ihnen umzugehen, dann wird es Ihnen bald besser gehen." Als Mutter Erde meinte, dass diese Idee völlig aussichtslos sei, meinte der Arzt: "Es sei denn, diese Kinder fangen heute damit an ..."
Mit Fürbitten unterstrichen diese, was sie zu einer guten und gesunden Erde beitragen könnten. Ideen für das eigene Leben und Handeln wurden in einem Gebet zusammengefasst: "Das Auto öfter stehen lassen; kaputtes Spielzeug nicht wegwerfen, sondern versuchen, es zu reparieren; das Pausenbrot nicht in Folie einwickeln, sondern in einer Dose transportieren; Wasser sparen und Licht nur anknipsen, wenn wir es brauchen. Mit den Liedern "Lass die Sonne in dein Herz" und "Segne du Maria", das der ehemalige Schulrat Bruno Müller auf der Orgel begleitete, endete die Feier. Und wie es sich nach einer Wallfahrt gehört, waren die Kinder dann noch zu einer Brotzeit in der Pilgerhalle eingeladen, wo der Elternbeirat mit der Feuerwehr sowie den Lehrerinnen und Erzieherinnen für eine Stärkung gesorgt hatten.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren