Eltmann
Einsatz

Unterfranken: Brandursache nach Feuer in Papierfabrik geklärt

Nach einem Feuer in einer Papierfabrik in Eltmann (Kreis Haßberge) steht die Brandursache fest. Ein Papierballen hatte sich selbst entzündet. Bei dem Einsatz hatte ein Feuerwehrmann mit Kreislaufproblemen zu kämpfen, verletzt wurde aber niemand.
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Das Altpapier wurde vor die Halle gebracht und dort wurden  letzten Glutnester abgelöscht. Das erforderte einen hohen Zeitaufwand.  Christian Licha
Das Altpapier wurde vor die Halle gebracht und dort wurden letzten Glutnester abgelöscht. Das erforderte einen hohen Zeitaufwand. Christian Licha
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Brandursache nach Feuer in Papierfabrik geklärt: Die Selbstentzündung eines Papierballens in der Lagerhalle sorgte am Donnerstag (15.08.2019) für ein großes Feuer in Eltmann. Das berichtet die Polizei am Freitag.

Selbstentzündungen von angelieferten Papierballen passieren dann, wenn Fremdkörper bei der Pressung mit in das Papier gelangen und gehören in der dortigen Lagerhalle fast schon zur Tagesordnung. Die ausgelöste Sprinkleranlage konnte allerdings den entstehenden Brand nicht allein bewältigen. Kurz vor 6 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert.

Brand in Papierlager: Löschwasser aus Main gepumpt

Mithilfe von firmeneigenen Radladern und Gabelstaplern wurde die große Menge an Altpapierballen ins Freie gebracht und dort noch vorhandene Glutnester abgelöscht. Über 20 Atemschutzgeräteträger kamen hierbei zum Einsatz, wie Kreisbrandmeister und Einsatzleiter Thomas Neeb berichtete. Aus dem nahe gelegenen Main wurde Wasser gepumpt und mittels einer 500 Meter langen Schlauchleitung zum Betriebsgelände gefördert. Als Bereitstellungsraum für die Feuerwehrfahrzeuge wurde das gegenüber der Papierfabrik liegende Betriebsgelände eines Nutzfahrzeugherstellers genutzt. Nach über vier Stunden konnte der Einsatz gegen 11 Uhr beendet werden.

119 Einsatzkräfte und Polizei vor Ort

Vor Ort waren neben der Polizei 119 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Eltmann, Ebelsbach, Limbach, Zeil, Eschenbach und Weisbrunn sowie der Werksfeuerwehr der Firma Schaeffler Eltmann. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) sorgte durch ihre Mitarbeit für einen reibungslosen Ablauf. Ein Bild der Lage machte sich auch die Landkreisführung mit Kreisbrandrat Ralf Dressel und Kreisbrandinspektor Georg Pfrang an der Spitze.

Das Rote Kreuz betreute die Atemschutzgeräteträger mit der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Transport II, die aus den Bereitschaften Zeil und Knetzgau besteht. Insgesamt waren rund 25 Frauen und Männer des Rettungsdienstes vertreten, die auch mit der SEG Betreuung und Verpflegung für Getränke und einen Imbiss für die Feuerwehrleute sorgte. Die SEG Information und Kommunikation unterstützte den Einsatzleiter Rettungsdienst. Das Technische Hilfswerk (THW) stand ebenfalls auf dem Alarmierungsplan, musste jedoch nicht eingreifen.

Brandursache unklar: Polizei ermittelt

Verletzt wurde glücklicherweise niemand, wie Einsatzleiter Jürgen Geisel vom Roten Kreuz mitteilte. Ein Feuerwehrmann, der als Atemschutzgeräteträger im Einsatz war, klagte kurzfristig über Kreislaufprobleme, war aber schnell wieder auf den Beinen.

Hervorragend reagiert haben drei Arbeiter der Papierfabrik, wie Betriebsleiter Helmut Liesen gegenüber dem Bayerischen Roten Kreuz mitteilte. Sie hatten den Brand entdeckt und umgehend erste Maßnahmen eingeleitet.

Insgesamt lagern nach Angaben des Betriebsleiters mehrere Tausend Tonnen Altpapier in der betroffenen Halle. Rund 200 bis 300 Tonnen, die von dem Schwelbrand direkt betroffen waren, mussten nach draußen ins Freie gebracht werden.

Der Einsatz dauerte mehrere Stunden bis circa 10.30 Uhr. Eine Gefahr für die Bevölkerung durch Hitze oder Rauchgasentwicklung bestand zu keiner Zeit, teilt die Polizei mit. Es entstand ebenfalls kein Schaden am Gebäude der Lagerhalle, lediglich die verbrannten Papierballen sind als Schaden zu benennen, da diese jetzt nicht verwertet werden können, sondern entsorgt werden müssen.

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