Horhausen
Bildstock-Sanierung

Einst Station vor dem Kloster Obertheres

Bei Horhausen steht in der Flur zwischen zwei majestätischen Linden ein Bildstock. Er stammt aus der Zeit um 1770 und dürfte einst als Prozessionsaltar gedient haben. Nun wurde er saniert. Ein Herzenswunsch von Lina Riedlmeier.
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Dank der Initiative von Lina Riedlmeier aus Horhausen erstrahlt der Bildstock am alten Turnplatz in neuem Glanz. Unser Foto zeigt sie rechts neben dem Bildstock mit Bürgermeister Matthias Schneider, Kämmerer Markus Hahn und einer Horhäuserin. Ebenfalls dabei waren von links: die Siebener Markus Lenhart, Karin und Bernhard Hümpfner sowie Raimund Vogt und Petro Schiller. Foto: cas
Dank der Initiative von Lina Riedlmeier aus Horhausen erstrahlt der Bildstock am alten Turnplatz in neuem Glanz. Unser Foto zeigt sie rechts neben dem Bildstock mit Bürgermeister Matthias Schneider, Kämmerer Markus Hahn und einer Horhäuserin. Ebenfalls dabei waren von links: die Siebener Markus Lenhart, Karin und Bernhard Hümpfner sowie Raimund Vogt und Petro Schiller. Foto: cas
Im Juli 2012 stand Lina Riedlmeier in der Verwaltung und beantragte, dass der Bildstock auf ihrem Grundstück saniert werde. Jetzt ist sie hochzufrieden.

Denn der Bildstock am alten Turnplatz in Horhausen - er stammt aus der Zeit um 1770 - erstrahlt. Die Initiatorin hatte den Steinrestaurator Petro Schiller aus Königsberg, den Thereser Bürgermeister Matthias Schneider mit Kämmerer Markus Hahn sowie die örtlichen Siebener und den Historiker Raimund Vogt aus Wonfurt und einige Bürger geladen, um gemeinsam den restaurierten Bildstock zu begutachten.

Ein besonderer Bildstock

Lina Riedlmeier erzählte: Die Restaurierung hatte ihr so sehr am Herzen gelegen. Denn es ist ein besonderer Bildstock, der da auf ihrem Grundstück, der Kammerwiese, steht: ein Prozessionsaltar des Klosters Theres. Lina Riedlmeier hatte etliche Horhäuser Bürger von ihrem Wunsch überzeugen und der Gemeinde schließlich eine Spendenbereitschaft von 2000 Euro zusichern können.

Nach Absprache mit dem Steinmetz Petro Schiller, verantwortlich für die Sanierung, berichtete Riedlmeier, dass es sich bei diesem Bildstock zwischen den beiden alten Linden um einen, in den Haßbergen eher ungewöhnlichen Prozessionsaltar aus der Zeit um 1770 handelt. Es sind die Jahre, in denen das Klosterdorf Horhausen dem Benediktinerkloster in Obertheres gehörte.

"Die Prozessionsaltäre wurden von der katholischen Kirche bei feierlichen Umzügen mit segenspendenden sakralen Gegenständen bei den Bitt- oder Flurgängen über die Felder, zur Erflehung göttlichen Segens für die Ernte genutzt", schilderte Riedlmeier. Wer das "Marterla" erstellen ließ, sei nicht mehr nachvollziehbar, jedoch war sich Lina Riedlmeier sicher, dass die beiden Linden, welche rechts und links stehen, genauso alt sein müssen.

Der Wonfurter Historiker Raimund Vogt fand heraus, dass die Zahlen "W./H./5II/1909" (linke Seite der Reliefplatte) eine Hochwassermarke vom 5. Februar 1909 sind. "Solche Zeichen sind auch an markanten Punkten wie an der Mittelmühle in Haßfurt oder am Eisenbahndurchlass in Gädheim zu finden und wurden auf Gesuch des Königlichen Straßen- und Flußbauamts Schweinfurt angebracht", fügte Vogt hinzu.

Treffpunkt für die Horhäuser Siebener

Bis heute hat der Bildstock eine weitere Aufgabe: Er dient den Horhäuser Siebenern. Hier heraußen vor dem Dorf wird ihnen das Siebenergeheimnis anvertraut. Früher mussten die Buben anschließend mit den Alten die Grenzsteine auf den Äckern suchen. Danach erhielten sie eine Ohrfeige und anschließend "Wurst und Weck", damit sie sich die Orte besser merken konnten.

Zwar keine Ohrfeigen, aber Wurst und Weck verteilte abschließend auch eine dankbare Lina Riedlmeier. Matthias Schneider lobte das unermüdliche Engagement von Lina Riedlmeier und die hohe Spendenbereitschaft der Horhäuser. "Wenn man von den Gesamtsanierungskosten von rund 3800 Euro, den Zuschuss des Bezirkes und die tatsächliche Spendensumme der Horhäuser mit der stolzen Summe von letztendlich 2500 Euro abzieht, musste die Gemeinde lediglich 588 Euro zuschießen, um die Sanierung durchführen zu können".

Petro Schiller erörterte die teils schwierige Sanierung des Bildstocks, da vieles auf der Reliefplatte aus Zeiler Sandstein nicht mehr zu erkennen war: "Wir wollten nichts verfälschen sondern das vorhandene Gut sichern und erhalten."
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