Eyrichshof

Eine Sensation zum Abschluss der Konzerte

Der Bamberger Gitarrist Uwe Bossert erklomm die Bühne beim begeisternden Rea-Garvey-Auftritt in Eyrichshof.
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Ein Kraftpaket auf der Bühne: Rea Garvey rockte Schloss Eyrichshof vor 5000 begeisterten Besuchern.  Matthias Hoch
Ein Kraftpaket auf der Bühne: Rea Garvey rockte Schloss Eyrichshof vor 5000 begeisterten Besuchern. Matthias Hoch
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Mit einer faustdicken Überraschung und Sensation endete das Rösler open air Sonntagnacht: Neun Jahre nach der Auflösung der Band "Reamonn" kam es auf der Bühne vor der Schlossfassade für zwei Songs zu einer Reunion. Die erklomm der aus Bamberg stammende Gitarrist Uwe Bossert (44) beim Gastspiel seines einstigen Frontmannes Rea Garvey (46) und sorgte bei den Reamonn-Songs "Through the eyes of a child" und "Tonight" (nur als Duo dargeboten, Textzeile: "You killed me with your smile") für einen unvergesslichen, einzigartigen Moment.

Denn die Trennung war nicht ohne Reibungsverluste abgegangen. Aber die Zeit heilt alle Wunden, was Rea Garvey vor den Songs so beschrieb: "Beim Rückblick nach zehn Jahren findet man die Scheißmomente eher witzig und die positiven Erlebnisse noch zehn Mal besser. Und da gab es einige Menschen, die mir meinen Arsch gerettet haben."

Und dazu zählt der omnipräsente TV- und Musikstar augenscheinlich Uwe Bossert und dessen in der Wunderburg lebende gesamte Familie, da er dort stets mit dem "besten Sauerbraten und Klößen der Welt" empfangen wurde und Vater Dieter bis 2017 die Buchführung für "Reamonn" erledigte. Die Abstecher in die nahe Mahrs-Bräu nicht vergessend. Die innige Umarmung nach den beiden Songs und der tosende Applaus dürften die Freundschaft der einstigen Bandkollegen weiter vertieft haben, auch wenn Bossert mittlerweile mit der Rest-Truppe von "Reamonn" als "Stereolove" unterwegs ist und in München ein eigenes Ton- und Produktionsstudio betreibt.

Für den Auftritt des Freundes in Bosserts fränkischer Heimat hatten sich die beiden jedenfalls heimlich verabredet und so für einen mächtigen Ausstoß an Glücksgefühlen unter den fast 5000 Besuchern gesorgt. "Die wohnen ja jetzt beide in Berlin und treffen sich ab und zu in einem Café", erzählte Vater Dieter Bossert. "Und da haben sie sich wohl abgesprochen. Sie waren schon immer gute Freunde."

Jedenfalls tauchte Uwe Bossert, nahezu unerkannt, mit Gitarre und Effektpedal am Nachmittag unverhofft zum Soundcheck in Schloss Eyrichshof auf, ging am Abend "nicht in der Menge verloren (Textzeile: "Don't get lost in the crowd"), sondern stand für die zwei "Reamonn"-Nummern (die in anderer Besetzung zwar jeden Abend gespielt werden) im Rampenlicht. Dann ging's weiter ins Studio nach München, hatte der Vater verraten.

Für Rea Garvey ging's auf der Bühne weiter - und zwar mit Volldampf. Weil er die Stille nicht aushält (Songtitel: "Can't stand the silence"), fetzten Rea und seine fünf Mitstreiter kraftvoll los. Die Hits reihten sich wie Perlen an der Kette: "Is it love", "Oh my love", "Hometown", "Can't say no". Dazwischen ein bisschen Garvey-Philosophie ("Habt keine Angst vor dieser Zeit voller Paranoia, bleibt immer positiv") und ein paar Späßchen: "Auch wenn wir schon einmal da waren, haben wir uns verfahren und sind in Frickendorf gelandet." Und auch für den Haus- und Schlossherren gab's Nettigkeiten: "Wir sind dem großen Haus und dessen Herrn dankbar, dass wir hier spielen dürfen. Auch wenn wir gestern in einem anderen Schloss gespielt haben, war das kein Fremdgehen", spaßte Garvey mit Blick auf die vor fünf Jahren beim ersten Festival begründete gegenseitige Sympathie.

Und weiter ging's mit den Krachern. Perfekter Sound, eine tolle Stimme und die Körpersprache beim anmutigen Tänzeln über die Bühne verraten, dass Garvey Spaß an diesem Auftritt und seinen Beruf hat, der ihm enorme Popularität (und bestimmt auch Wohlstand) beschert hat. Bei "Love someone" wurden Riesen-Ballons in die Menge geworfen, mit "Wild love" erfolgte nach 90 Minuten ziemlich abrupt das Ende, ehe noch zwei Zugaben angehängt wurden. "Wir kommen auf jeden Fall wieder", versprach der Ire beim Verlassen der Bühne. Die Masse der Fans dürfte wieder dabei sein, wie die überschwänglichen Kommentare beim Gang zu den Shuttle-Bussen und im Internet erahnen lassen.

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