Pfaffendorf
Humor

Turbulenter Faschingsabend: Eine schräge Welt in Pfaffendorf

Zwei Vereine trumpften beim Faschingsabend auf. Und geklärt wurde die Frage, warum "Gustav Brenz" seinen Namen ändern will.
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Schräge Typen: Die Musiker der Blaskapelle Pfaffendorf  zeigten einen Bierkastentanz. Nöller
Schräge Typen: Die Musiker der Blaskapelle Pfaffendorf zeigten einen Bierkastentanz. Nöller
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In Pfaffendorf waren am Samstagabend die Faschingsnarren los. In dem etwa vierstündigem Programm des TSV und der Feuerwehr Pfaffendorf im Freizeitzentrum des Dominikus-Savio-Heims wechselten sich Show- und Gardetänze und lustige Sketche ab, bei denen das Dorfgeschehen auf die Schippe genommen wurde. Der Elferrat aus Maroldsweisach war zu Gast.

Zum Auftakt wirbelten Gruppen des Gesangvereins Concordia Maroldsweisach über die Bühne, und das Funkenmariechen (Laura Schmitt) gab eine Einlage. Angelika Schinzel und Claus Müller befassten sich mit einer Schreibmaschinenreparatur, mit der es im Zeitalter der Computer Probleme gab. Die 23 "Minis" aus Heubach zauberten mit ihrer Trainerin Vanessa Holly "1001 Nacht" auf die Bühne, bevor Katja Fassl als "Olga" demonstrierte, wie Sprachen lernen leicht ist. Immer wenn sie ein landestypisches Getränk zu sich nahm, konnte sie die dazugehörige Sprache. Zum Beispiel sprach sie nach einem Schluck Wodka mit russischem Akzent.

Wie eine Musikprobe der Blaskapelle Pfaffendorf abläuft, demonstrierten Gerhard Rützel, Jonas Huttner, Josef Wagner, Ingo Lurz, Alfons Blüml und Reiner Nöller. Da wurde klar, dass nicht immer viele Musiker anwesend sind. Einer hat zudem noch massive Rhythmus- und Taktprobleme, die mit Bierleergut als Instrument geübt werden müssen. "Unser Wirt Peter Finnie beschwert sich immer, dass so viel Leergut herumsteht", beschrieb ein Musiker. Auf die Melodie eines Walzers führten die Musiker ihren Bierkastentanz vor. Weiteren Schwung brachte die Garde aus Junkersdorf mit ihrer Trainerin Laura Fischer in den Saal.

Nach der Pause waren die Gardemädchen aus Pfarrweisach an der Reihe, die auf der Bühne wirbelten. Wenn der Sohn - wie in diesem Fall der Sohn mit 53 Jahren - noch bei der Mutter lebt und dann erst die Welt erkunden möchte, kann es schon zu Verwirrungen kommen. Angelika Schinzel und Claus Müller als Mutter und Sohn hatten "Abnabelungsprobleme", und der Sohn musste nach einem Abstecher in die Ferne erkennen, dass es ohne Mutter doch nicht geht.

Der Dämonenshowtanz der Garde Junkersdorf leitete zum Sketch "Gustav und Adelheid" von Reiner Nöller und Ingrid Schwarz über. Dieses Team war zum neunten Mal mit von der Partie und beschäftigte sich mit dem Älterwerden und dem Zeitvertreib im Seniorenheim. Geduldig sitzt Adelheid im Altersheim am Tisch und wartet auf Gustav, um über das Ergebnis einer Gesundheitsuntersuchung mit ihm zu sprechen. Gustav sagte, dass er nicht wisse, ob der Vogel in seinem Auge ein grüner oder ein grauer Star sei, und erzählt, dass er eine Magen- und Darmversieglung habe. Adelheid darauf: "Bei mir wurde eine Blasenintelligenz festgestellt." Außerdem habe der Zahnarzt bei ihr Haare auf den Zähnen diagnostiziert. Sie meinte: "Oben klar und unten dicht, lieber Gott, mehr will ich nicht." Beim Kreuzworträtsel stellten beide fest, dass Fußballschuhe mit 13 Buchstaben "Christstollen" sind.

Dass Namen manchmal ihre Tücken haben, wurde deutlich, als "Gustav Brenz" erläuterte, weshalb er seinen Namen ändern wollte. Danach gefragt, warum, sagte er: "Ich heiße Brenz und immer wenn ich meinen Namen nenne, kommt die Feuerwehr."

In frühere Zeiten, als auf den Dörfern noch Gendarmen waren, fühlte man sich beim "Dorfgespräch" von zwei Polizisten (Angelika Schinzel und Claus Müller) versetzt, die mit geschulten Augen einiges im Dorf erkannten, was nicht so ganz in Ordnung war. Bei einer Brotzeit in freier Natur merkten sie an, dass sie nun zu zweit seien, weil das "große Fest in Maroldsweisach" (900-Jahr-Feier) so viel Geld eingebracht habe, dass man für Pfaffendorf eine Polizistin zusätzlich einstellen konnte. Auch eine "Ölquelle" hätten sie in Pfaffendorf in einem Hof entdeckt, was sich dann aber als defekte Ölwanne seines Autos herausstellte.

"Party auf dem Land" lautete das Motto der Showtanzgruppe Maroldsweisach, die die Tanzeinlagen abschloss. Mit dem "Pfaffendorfer Lied" endete die gut vierstündige Veranstaltung.

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