Haßfurt
Auszeichnung

Ein wichtiger Ratgeber für Haßfurt

Der Haßfurter Stadtrat ehrte Reiner Schuster, der seit 25 Jahren Sitz und Stimme im Ratsgremium hat.
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Bürgermeister Günther Werner (rechts) gratulierte Stadtrat Reiner Schuster (links) für seine 25-jährige Tätigkeit im Gremium.  Christian Licha
Bürgermeister Günther Werner (rechts) gratulierte Stadtrat Reiner Schuster (links) für seine 25-jährige Tätigkeit im Gremium. Christian Licha

Stolze 25 Jahre gehört Reiner Schuster dem Stadtrat in Haßfurt an. Bürgermeister Günther Werner (WG) sprach ihm hierfür in der Stadtratssitzung seinen hohen Respekt und volle Anerkennung aus.

Im September 1994 kam der ehrenamtliche Kommunalpolitiker als Nachfolger von Paul Popp für die Wählergemeinschaft (WG) in den Stadtrat. Seit dieser Zeit war und ist Schuster in vielen Funktionen und Ausschüssen tätig. Zwölf Jahre bekleidete der Haßfurter das Amt des Dritten Bürgermeisters, war lange Jahre im Verwaltungsausschuss sowie Finanzausschuss und ist aktuell im Finanz- und Hauptausschuss. Ohne Unterbrechung seit Beginn seiner Stadtratstätigkeit ist Schuster im Rechnungsprüfungsausschuss und in den Jahren 1994 bis 1996 sowie seit 2008 Verbandsrat im Zweckverband Schulzentrum. Weiterhin ist er Mitglied in der interfraktionellen Arbeitsgruppe Sport und war zwei Jahre Pfleger der Bürgerspitalstiftung. "Wenn man diese Zeit und alle Aufgaben und Funktionen zusammennimmt, dann war ein großer Teil deines Lebens und deiner Freizeit mit Engagement zum Wohle unserer Stadt und aller Bürgerinnen und Bürger ausgefüllt", betonte Bürgermeister Günther Werner. Er hob auch den engen Kontakt Schusters zu den Bürgern hervor. Gerade mit seinen fachlichen Kenntnissen aus dem Bereich der Feuerwehr sowie den Fähigkeiten aus seiner beruflichen Tätigkeit habe sich der Ehrenkreisbrandinspektor immer zum richtigen Zeitpunkt eingebracht.

Der Caritasverband für den Landkreis Haßberge plant die Errichtung eines Wohngebäudes mit acht Appartementwohnungen sowie eines Verwaltungszentrums mit Aufenthalts- und Sozialräumen auf dem 1657 Quadratmeter großen Grundstück Brüder-Becker-Straße 42 in Haßfurt. Hierzu sollen die auf dem Grundstück bestehenden Verwaltungs- und Garagengebäude nach und nach abgebrochen werden. In einem ersten Bauabschnitt sind die Errichtung des Wohngebäudes mit acht Appartementwohnungen und der Abbruch der bestehenden Garagengebäude geplant.

Nachfolgend sollen in einer mittelfristigen Zeitschiene der Abbruch und der Neubau des Verwaltungszentrums verwirklicht werden. Die beiden Gebäude werden jeweils mit drei Vollgeschossen und einem begrünten Flachdach ausgeführt. Demzufolge ergibt sich für das Wohngebäude eine Gesamthöhe von 9,18 Metern und für das Verwaltungszentrum eine Gesamthöhe von 10,06 Metern. Zwischen den beiden geplanten Gebäuden soll außerdem ein eingeschossiger Zwischenbau entstehen, welcher beide Gebäude optisch verbindet. Auch die durch das Bauvorhaben nötigen Stellplätze werden auf dem Baugrundstück hergestellt.

Da sich das Bauvorhaben hinsichtlich des in der Umgebung vorherrschenden Maßes der baulichen Nutzung nicht so ohne weiteres einfügt, ist für das Gesamtprojekt des Caritasverbands ein Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufzustellen, um die erforderlichen baurechtlichen Rahmenbedingen zur Verwirklichung zu schaffen. Mit 23:1 Stimmen stimmte der Stadtrat dem Vorhaben zu. Einzig Stadtrat Stephan Schneider übte Kritik an dem geplanten Bau. Aus seiner Sicht sind vier Parkplätze für das Verwaltungsgebäude zu wenig. Die Parkplatzsituation in der Siedlung sei sowie schon sehr angespannt, so der SPD-Stadtrat und Vorsitzende des Siedlervereins, der seit Jahren für eine Verbesserung der angespannten Parksituation in der Siedlung kämpft. Auf seine Frage, wie viele Parkplätze denn für die Verwaltung tatsächlich gebraucht werden, also wie viele Angestellte da arbeiten, bekam Schneider keine Antwort. Bernhard Leuner von der städtischen Bauverwaltung verwies auf die geltende Stellplatzverordnung, der die Caritas nachkomme. Stadtrat Michael Spies (CSU) empfand es auch als etwas viel, was auf diesem Grundstück gebaut werden soll, und merkte an, dass dies aber nicht noch mehr werden dürfe.

Die Stadt Haßfurt ist mit dem damaligen Sanierungsgebiet IV "Südwestliche Altstadt" in das Städtebauförderungsprogramm "Aktive Stadtteils- und Ortsteilzentren" aufgenommen worden. Im Jahr 2018 wurde das Sanierungsgebiet auf die gesamte Innenstadt (Sanierungsgebiet V) erweitert. Die Programmphilosophie der "Aktiven Zentren" erfordert neben der Umsetzung baulicher Maßnahmen insbesondere auch geeignete Maßnahmen zur Einbeziehung und Mitwirkung der Beteiligten. Der vorgesehene Verfügungsfonds zur aktiven Mitwirkung der Beteiligten ist ein in vielen Programmgebieten erprobtes Instrument, um dieser Zielsetzung nachzukommen.

Dieser Verfügungsfonds ist ein Budget, das für kleinere Projekte (Gesamtkosten maximal 10 000 Euro) zur Verfügung steht, die innerhalb des Fördergebietes in Kooperation mit privaten Akteuren umgesetzt werden sollen. In anderen Städten finden sich zahlreiche Beispiele, wie die Anbringung einer Gedenktafel an der Stadtmauer durch den Heimatverein, ein kleines Straßenfest in einem bestimmten Bereich am Tag des offenen Denkmals, Altstadt-Flyer der Händlerinitiative "Leben findet Altstadt" und viele mehr. Der Fonds soll Private anregen, eigene Projektideen für die Aufwertung der Innenstadt zu entwickeln und umzusetzen. Hierdurch soll die Kooperation zwischen den Innenstadtakteuren untereinander und mit der Stadt gestärkt werden.

Für die Einrichtung dieses Projektfonds müssen Mittel von privaten Dritten eingezahlt werden. Die Städtebauförderung ergänzt aus ihren Mitteln jeden eingezahlten Euro mit einem weiteren Euro, daher wird der Fonds auch "50/50-Fonds" genannt. Von dem "weiteren öffentlichen Euro" trägt die Stadt einen kommunalen Eigenanteil von 40 Cent, so dass der kommunale Eigenanteil der Stadt bei jedem Förderprojekt auf 20 Prozent der Gesamtkosten begrenzt ist. Die verschiedenen Projekte sollen gemeinsam mit den privaten Dritten entwickelt und mit der Stadt abgestimmt werden. Für das Haushaltsjahr 2019 wird der Projektfonds mit maximal 40 000 Euro ausgestattet. Der Eigenanteil der Stadt beträgt damit gemäß der Richtlinie im Jahr 2019 maximal 8000 Euro und wird für künftige Haushalte vom Stadtrat jährlich festgelegt. Über die Mittelvergabe oberhalb einer Bagatellgrenze entscheidet der Vorstand des Stadtmarketingvereins. Der Stadtrat beschloss einstimmig dieses Vorgehen.

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