Haßfurt
Kommunalpolitik

Ein Urgestein verlässt den Haßfurter Stadtrat

Reiner Schuster scheidet nach einem Vierteljahrhundert aus dem Ratsgremium aus und nahm viel Dank entgegen.
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Bürgermeister Günther Werner dankte dem scheidenden Stadtrat Reiner Schuster (links) für sein über 25-jähriges Engagement im Gremium und überreichte ihm einen Stich der Stadt Haßfurt.  Christian Licha
Bürgermeister Günther Werner dankte dem scheidenden Stadtrat Reiner Schuster (links) für sein über 25-jähriges Engagement im Gremium und überreichte ihm einen Stich der Stadt Haßfurt. Christian Licha

Nach über 25 Jahren legte Stadtrat Reiner Schuster (FW) in der Sitzung am Montagabend sein Mandat aus persönlichen Gründen nieder. Das Gremium stimmte für den Entschluss, wobei Bürgermeister Günther Werner das außerordentliche Engagement Schusters hervorhob. Vier Mal wurde der Freie-Wähler-Stadtrat wiedergewählt und habe sein Mandat vorbildlich erfüllt, lobte Werner. Während seiner gesamten Amtszeit, unter anderem auch als Dritter Bürgermeister, sei Schuster stets mit viel Herzblut an seine Arbeit für die Bürger Haßfurts herangegangen, erklärte Werner und überreichte Schuster einen Stich der Stadt Haßfurt.

Im Namen der Fraktion der Freien Wähler dankte Hachem Farmand dem langjährigen Stadtrat für sein verdienstvolles Wirken mit den Worten: "Deine erfrischenden und auch kritischen Kommentare werden uns fehlen." Schusters Nachfolger wird in der nächsten Stadtratssitzung am 4. November vereidigt.

Die städtischen Betriebe Haßfurt GmbH planen voraussichtlich in den Jahren 2020/21 eine grundlegende Generalsanierung des Erlebnis- und Rutschbeckens im Freizeitzentrum Haßfurt. Wie bereits im Aufsichtsrat der GmbH sowie im Finanz- und Hauptausschuss einstimmig beschlossen, gewährt die Stadt Haßfurt hierzu einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent auf die Gesamtkosten in Höhe von rund drei Millionen Euro. Nach Abzug der Vorsteuer beträgt somit der städtische Anteil rund 1,25 Millionen Euro. Im Falle eines staatlichen Zuschusses zu dieser Maßnahme verringert sich der städtische Investitionskostenzuschuss entsprechend.

In diesem Zusammenhang erklärte Bürgermeister Günther Werner, dass die Stadt Haßfurt in Bezug auf das geplante Allianz-Bad kein weiteres Schwimmbad fördern kann: "Wir investieren bereits in das Freibad und die ,Welle' viel Geld", bat er um Verständnis. Die Stadt Zeil, die ihr Hallenbad schließen musste, und andere Kommunen im südlichen Kreis Haßberge streben ein solches Allianz-Bad an.

Auch beim Roten Kreuz Haßberge in der Industriestraße stehen Baumaßnahmen bevor. Die Rettungswache muss räumlich neu geordnet, erweitert und umgebaut werden. Zu den geschätzten Gesamtkosten in Höhe von über 1,1 Millionen Euro stellte das Rote Kreuz einen Antrag auf einen städtischen Zuschuss. Der Stadtrat stimmte diesem zu, so dass sich die Stadt Haßfurt mit fünf Euro je Einwohner (65 630 Euro) beteiligen wird. Auch bei allen anderen Kommunen, die im Versorgungsbereich der Rettungswache Haßfurt liegen, wird dieser Antrag gestellt.

Mit dem Kauf eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs Wasser (TSF-W) im Jahr 2020 wird das jetzige Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Prappach ersetzt. Es ist bereits 27 Jahre alt und nur noch bedingt einsatzbereit. Zu den Anschaffungskosten von circa 160 000 Euro wird voraussichtlich ein staatlicher Zuschuss über 43 600 Euro gewährt. Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben zu.

Beschlossen wurde die Teilnahme am Wettbewerb "HyExperts" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Um die innovativsten und erfolgversprechendsten regionalen Konzepte im Energiebereich zu identifizieren, wurden Regionen, die wie Haßfurt mit der Power-to-gas-Anlage bereits Erfahrungen mit Wasserstofftechnologien haben, aufgefordert sich zu bewerben. Im Falle eines positiven Bescheids steht eine Vollfinanzierung bis zu 300 000 Euro im Raum, mit der die Infrastruktur weiterentwickelt werden kann.

Um den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung gerecht zu werden, beteiligt sich die Stadt Haßfurt an einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten für mehrere Kommunen. Der Kostenanteil von 10 500 Euro sei deutlich geringer, als selbst einen Fachmann einzustellen, sagte Werner.

Zum Wahlleiter für die Kommunalwahl 2020 wurde der ehemalige Stadtrat Karl-Heinz Eppelein berufen. Susanne Bravo als zuständige Sachbearbeiterin für die Wahlvorbereitungen wurde als Stellvertreterin ernannt.

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