Haßfurt
Verhandlung

Eierwerfer müssen Strafe zahlen

Das Amtsgericht Haßfurt verurteilte zwei 19-Jährige für eine "ziemlich sinnfreie Aktion", die Schaden verursacht hat.
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Jugendrichter Martin Kober nannte es eine "ziemlich sinnfreie Aktion", der Jugendgerichtshelfer sprach von "Übermut" und der Staatsanwalt titulierte es als "kindliche Dummheit." Mit diesen wenig schmeichelhaften Worten kommentierten die Juristen das, was zwei junge Leute (beide 19 Jahre alt) angestellt hatten: Etwa fünf rohe Eier hatten sie auf eine Hauswand geworfen und damit einen Sachschaden von 1944 Euro angerichtet. Die angeklagten Heranwachsenden kassierten dafür nun in einem Strafprozess am Amtsgericht in Haßfurt eine Jugendstrafe von jeweils 600 Euro.

Wie der Staatsanwalt in seiner Anklageschrift vortrug, ereignete sich die Tat in einer Kleinstadt im Haßbergkreis zwischen dem 20. und 24. April vergangenen Jahres. Nachdem die beiden Beschuldigten in einem nahen Supermarkt eine Schachtel Eier gekauft hatten, fuhren sie mit ihrem Auto zum Tatort und vollbrachten ihre "Heldentat."

Vor Gericht waren die Angeklagten geständig und zeigten Reue. Ihren Angaben zufolge kam es zu einer speziellen Art von "Arbeitsteilung": Einer der beiden steuerte das Auto, der andere schleuderte die Eier an die Hauswand. Vom Staatsanwalt nach dem Motiv befragt, drucksten sie kleinlaut herum und machten vage Andeutungen über einen anderen Jugendlichen, der in diesem Haus wohnt.

Der Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich charakterisierte die Sachbeschädigung als "ausgesprochen jugendtypische Tat in einer Sturm- und Drangzeit". Inzwischen sieht der Pädagoge die Heranwachsenden auf einem guten Weg. Ihre kindliche Entwicklung beleuchtend, sprach er von einem "intakten Elternhaus." Auch die berufliche Situation gebe Anlass zur Hoffnung.

Allerdings sind beide für die Justiz keine unbeschriebenen Blätter mehr. Während derjenige, der "nur" gefahren sein will, schon mal wegen Sachbeschädigung vor dem Kadi stand, hat der andere sogar drei Vorstrafen auf dem Kerbholz. Bestraft wurde er unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Kennzeichenmissbrauchs.

In seinem Plädoyer forderte der Vertreter der Anklage wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung eine Geldauflage von je 600 Euro. Dieses Strafmaß übernahm der Vorsitzende in seinem Richterspruch. Der Betrag muss bis spätestens 15. März überwiesen werden. Derjenige, der hinter dem Steuer des Autos saß, wurde als Mittäter eingestuft und erhielt deshalb keine mildere Strafe. Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen heißt die dazu passende Redewendung.

Jugendrichter Kober las insbesondere demjenigen, der bereits dreimal mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, die Leviten. "Bei Ihnen", sprach der Vorsitzende den Verurteilten direkt an, "ist langsam Schluss mit lustig." Beim nächsten Fehltritt, warnte er ihn eindringlich, müsse er damit rechnen, im Jugendarrest in Würzburg eingebuchtet zu werden. Da sowohl der Staatsanwalt als auch die beiden Heranwachsenden darauf verzichteten, Berufung einzulegen, wurde das Urteil noch im Gerichtssaal rechtskräftig.

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