Maroldsweisach
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Ehrenpatenschaft: Bundespräsident Steinmeier ist Pate vom kleinen Johann aus Unterfranken

Sieben Kinder hat die Familie Schneider aus Wasmuthhausen. Für den jüngsten Sohn Johann hat Frank-Walter Steinmeier nun die Ehrenpatenschaft übernommen.
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Frieda hält die Patenurkunde des Bundespräsidenten für ihren Bruder Johann in Händen.  Foto: Helmut Will
Frieda hält die Patenurkunde des Bundespräsidenten für ihren Bruder Johann in Händen. Foto: Helmut Will
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Das bei Marion und Alexander Schneider in Wasmuthhausen einige Kinder leben, wird schnell klar, wenn man das Haus betritt. In einem Raum ist ein Stapel von Spielsachen zu sehen, mehrere Gläser stehen auf dem Tisch und aus allen Ecken kommen die Kinder der Familie Schneider herbei. Sechs stehen schon auf eigenen Beinen. Das jüngste Kind, Johann, vier Monate alt, wird von seiner Mutter Marion getragen.

Johann ist es, für den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Ehrenpatenschaft übernommen hat in dessen Auftrag Bürgermeister Wolfram Thein das Patengeschenk in Form einer Urkunde, einer persönlichen Widmung des Bundespräsidenten und 500 Euro übergab.

Johann ist das siebte Kind der Schneiders, quasi ein Nachzügler wie Marion Schneider sagt. Die Pfarramtssekretärin in Mutterschutz sagt: "Jede Geburt war für mich und meinem Mann etwas ganz Besonderes." Sie freut sich schon auf die Taufe von Johann, die am kommenden Sonntag sein wird. Papa Alexander ist in Ebern in einem Großbetrieb beschäftigt und hat ein Nebengewerbe als Fliesenleger. "So viele Kinder kosten Geld und das muss war reinkommen", sagt der Vater mit einem Lachen. Mit dem Geld komme man schon zurecht, ergänzt seine Ehefrau.

Klare Regeln in der Erziehung

Mit sieben Kindern müssen im Hause Schneider klare Regeln gelten. "Wir verteilen an unsere Kinder Aufgaben ihren Fähigkeiten entsprechend", erzählt die Mutter. Ob die Kinder die Arbeit immer gerne machen, bezweifelt sie, aber was nötig ist müsse sein. Erziehung sei so und so eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, mit sieben Kindern sei das logischerweise eine Herausforderung. Auch Wäschewaschen ist eine riesige Aufgabe. "Danach muss ich meist immer die Socken von uns und unseren Kindern suchen", sagt sie und erzählt, dass sie schon mehrere Kinder wollte, aber dass es nun sieben sind, damit haben weder ihr Mann noch sie am Anfang ihrer Ehe, die sie am 6. Juni 2003 geschlossen haben, gerechnet. "Unsere Verwandtschaft und Freunde finden es eigentlich gut, dass wir so viele Kinder haben. Als sich Nachzügler Johann ankündigte, waren weder sie noch wir überrascht."

Wer hat die Namen für die Kinder ausgesucht? "Beim ersten Kindern achteten wir darauf möglichst kurze Vornamen zu wählen, da der Familienname schon lange genug ist", sagt Marion Schneider. Ihr Mann grinst als sie sagt: "Na ja, ausgewählt habe ich eigentlich die Namen und er hat zugestimmt." Ihre erste Tochter, heute 17 Jahre alt, heißt Lea. Marie ist die zweite Tochter, Emilio ist 13 Jahre alt und der älteste Sohn. Danach folgen seine Schwestern: die elfjährige Amalia und die achtjährige Mathilda. Frieda mit fünf Jahren und Johann sind die Nesthäckchen der Familie.

Wie "verkraftet" man so viele Kinder? "Da wäschst man einfach so mit rein", sagt Marion, als "Vollerwerbshausfrau". Die elfjährige Amalia findet es "schon cool", dass sie viele Geschwister hat. "Auch wenn wir und manchmal streiten", sagt sie.

Der vierjährige Johann auf dem Arm seiner Mutter Marion meldet sich zu Wort, indem seine quäkende Stimme zu hören ist. Er hat Hunger. "Da sieht man, wer der Chef in unserem Hause eigentlich ist. Vor allem nach unserem Johann richtet sich gegenwärtig unser Tagesablauf", erklärt die siebenfache Mutter.

Platz hat die Familie auf dem gut 1200 Quadratmeter großen Grundstück am Ortsrand von Wasmuthhausen ausreichend. "Sie haben einen eigenen Spielplatz wo sie sich austoben können", sagt Alexander Schneider. Er und seine Frau freuen sich, dass die Kinder gesund sind, hie und da gibt es mal ein Wehwehchen. "Eine Außenpraxis musste unsere Hausärztin Eleonore Jahn deshalb aber noch nicht aufmachen", sagt der Vater.

Kein persönlicher Besuch

Urlaub mit so vielen Kindern sei immer wieder eine Herausforderung, sowohl in finanzieller Art als auch wegen der Unterkünfte. "Meist suchen wir uns einen Bauernhof aus, wo es genug Platz für die Kinder gibt", sagt Marion. Ein Problem wäre auch, alle Termine zu koordinieren. Das bedürfe schon einiger Anstrengungen. Nachdem Johann als siebtes Kind geboren war, hörte die Familie von Bekannten, dass für ihn der Bundespräsident die Ehrenpatenschaft übernimmt. "Persönlich kommt er nicht, auch wenn Bürgermeister Wolfram Thein den Versuch gestartet hatte Frank-Walter Steinmeier nach Maroldsweisach zu holen", sagt Andreas Schneider.

Jedenfalls kam Bürgermeister Wolfram Thein, um Namens der Marktgemeinde Maroldsweisach zu gratulieren und vom Bundespräsidenten eine Urkunde mit einer persönlichen Widmung und 500 Euro "Patengeld" zu überbringen. Wie Thein sagte, würde der Bundespräsident jährlich etwa 700 Patenschaften für jedes siebte Kind in Familien übernehmen.

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