Ebern
Forsteinrichtung

Eberns Stadtwald legt an Masse zu

Der "Masterplan" für die nächsten 20 Jahre sieht. Die Förster ernten Lob für ihre Arbeit.
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Wertvolle alte Eichen sind ein großer Schatz in Eberns Stadtwald. Unser Bild zeigt Forstamtsrat Wolfgang Gnannt, den zuständigen Förster, mit  einem mächtigen Exemplar, das Spechten Lebensraum bietet.hw
Wertvolle alte Eichen sind ein großer Schatz in Eberns Stadtwald. Unser Bild zeigt Forstamtsrat Wolfgang Gnannt, den zuständigen Förster, mit einem mächtigen Exemplar, das Spechten Lebensraum bietet.hw
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Der neue "Masterplan" für den Stadtwald steht - und er bestärkt die Förster in ihrer Arbeit. "Ihr Stadtwald steht in jeder Hinsicht besser da als vor 24 Jahren", fasste Forstoberrat Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AfELF) Schweinfurt das Ergebnis der neuen Forsteinrichtung in Ebern zusammen.

Grundlage für die Arbeit der Förster ist ein Forstwirtschaftsplan. Der aktuelle für die Stadt Ebern stammt von 1994 und ist damit bereits seit fünf Jahren abgelaufen. Höchste Zeit also, den Plan zu erneuern. Diese Aufgabe hat das Forstbüro Robert Reißig aus Weßling (Oberbayern) übernommen. Reißig und Forstoberrat Armin Otter stellten Vertretern der Stadt im Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft und bei einem Rundgang zu imposanten Waldbildern in freier Natur das Ergebnis vor. Es fiel sehr positiv aus.


Großteils Schutzgebiete

Forstoberrat Armin Otter, der bezirksweit alle Forsteinrichtungen im Körperschaftswald koordiniert, sprach von besonders anspruchsvollen Vorgaben. So musste die Stadtwaldfläche neu organisiert werden. Der Ankauf des Standortübungsplatzes im Jahre 2008 hatte die Waldfläche um 150 Hektar vergrößert. 950 Hektar misst der Stadtwald Ebern jetzt. Damit gehört die Stadt laut Armin Otter zu den "Top-Playern" unter den Waldbesitzer-Kommunen in Bayern.Rund 15 Prozent des Eberner Stadtwaldes tragen das FFH-Siegel (Flora-Fauna-Habitat), sind Schutzgebiete von europäischem Rang. Rund ein Viertel der Fläche gilt als Erholungswald, ein Fünftel ist dem Klima-, Immissions- und Lärmschutz gewidmet und Landschaftsschutzgebiet sind 80 Prozent der Stadtwaldfläche.

So war von einer multifunktionalen Forstwirtschaft die Rede. Laut Reißig sind im Jahre 1994 festgestellte Pflegerückstände inzwischen behoben. Auch die Wildschäden seien zurückgegangen. Der junge und der alte Stadtwald seien gut gepflegt. Die zielgerechte Verjüngung sei sichergestellt. Allein in den mittelalten Beständen gebe es noch Nachholbedarf.


Stattliche Erträge

Die gute waldbauliche und ökologische Situation schlage finanziell zu Buche: Der Forstbetrieb schreibe "schwarze Zahlen", hieß es. Die Bilanz weise von 1994 bis 2015 einen durchschnittlichen jährlichen Gewinn von rund 38 000 Euro aus. Insgesamt betrage der Überschuss in der Zeit rund 850 000 Euro.

Es sei mehr Holz eingeschlagen worden, als 1994 geplant, hat das Forstbüro ermittelt. Haben die Förster also den Wald geplündert, wie angesichts ausgelichteter Wälder immer wieder kritisiert wird? Laut Holzinventur nicht, denn danach ist der Holzvorrat je Hektar in den letzten 24 Jahren sogar von 210 auf 310 Festmeter gestiegen. Wie es hieß, waren die ursprünglich geplanten Hiebsätze zu niedrig angesetzt. Reißig: "Der Mehreinschlag war gerechtfertigt und notwendig". Der Vorrat des hiebreifen, starken Eichen-, Buchen- und Lärchenholzes sei erfreulich hoch - Raubbau habe nicht stattgefunden. Gerade die Ausstattung mit hochwertigen Eichen sei bemerkenswert - hier zeige sich der sorgsame Umgang mit dieser wertvollen Baumart. Die Naturnähe des Waldes habe sich verbessert.


Sehr naturnah

Mit 14 Festmetern Totholz pro Hektar habe Ebern den höchsten gemessenen Totholzvorrat im unterfränkischen Gemeindewald. "Das spricht für eine ausgeglichene, nachhaltige Bewirtschaftung unseres Stadtwaldes, freute sich der Dritte Bürgermeister und Waldreferent Werner Riegel.
Reißigs Planung für die nächsten 20 Jahre setzt folgende Schwerpunkte: Der Anteil von Kiefer und Fichte soll weiter zurückgenommen, der Anteil der Laubhölzer langfristig auf 70 Prozent gesteigert werden. Ziel ist der gemischte Dauerwald.

Die Nutzungsmöglichkeiten werden auf 6,6 Festmeter pro Hektar und Jahr veranschlagt, das entspricht einem jährlichen Hiebsatz von 5770 Festmetern. "Der Holzzuwachs liegt über dem geplanten Einschlag, so dass eine moderate Vorratserhöhung erfolgen wird", hieß es. Ob man diese "Möglichkeiten" voll ausnutzen soll, wird der Stadtrat im September entschieden.
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