Ebern

Eberns Beitrag zur Landesgartenschau

Die Kulturgeschichte der Bienen bietet Verblüffendes. Der Bürgerverein Ebern unterstützt eine Ausstellung von Würzburger Studenten.
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Stefan Andritscke in der Nische des Eberner Heimatmuseums,  in der historische Imkerutensilien präsentiert werden. Foto: Eckehard Kiesewetter
Stefan Andritscke in der Nische des Eberner Heimatmuseums, in der historische Imkerutensilien präsentiert werden. Foto: Eckehard Kiesewetter
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Wenn es die Menschen aus allen Richtungen jetzt in Schwärmen zur Landesgartenschau (LGS) in Würzburg zieht und diese womöglich von all ihren Eindrücken schwärmen, dann wird dabei womöglich auch ein Beitrag aus den Haßbergen Beachtung finden. Der Bürgerverein, Betreiber des Heimatmuseums in Ebern, hat sich als Projektpartner finanziell an einer Ausstellung beteiligt. Sie wurde von 50 Studenten der Volkskunde und Museologie in Würzburg erarbeitet.

Auch wenn Museologie, also Museumskunde, ein wenig verstaubt klingt, nimmt sich die Ausstellung eines top-aktuellen Themas an: der Biene und ihrer Bedeutung über Jahrtausende hinweg. Die Bedrohung der Bienen und all ihrer Unterarten ist inzwischen in den Köpfen der meisten Menschen angekommen; welch weitreichende Bedeutung das Bienensterben aber tatsächlich hat, stellt die Ausstellung klar: Die Studenten verleihen dem Insekt eine "Ehrenurkunde" für sein Lebenswerk. Und sie sprechen vom Ende einer Ära. Denn nach ihren Berechnungen hat die Imme in den vergangenen sechs Jahrtausenden eine jährliche Bestäubungsleistung im Wert von 365 Milliarden Dollar erbracht. Das macht sie zu einem unersetzlichen, allerdings nicht unsterblichen Teil unseres Ökosystems.
Der Landkreis Haßberge hat gerade mit einer Aktion begonnen, die mit hohem Aufwand verbunden ist. Der "Blühende Landkreis Haßberge" soll mit Bienenweiden dafür sorgen, dass der Bestand an Insekten und Bienen wieder wächst und gedeiht. 70 000 Euro werden in das Leader-Projekt fließen. Zeichen dafür, wie sehr die Menschen - auch in der angeblich so heilen Peripherie - für das Insektensterben sensibilisiert sind.

Die Ausstellung "Aus der Wabe in die Welt: Biene macht Kultur" wird bis Oktober im "LAB 13", dem Haus der Wissenschaft, bei der Landesgartenschau gezeigt. Voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres wird sie dann in Ebern zu sehen sein, verspricht Stefan Andritschke, der Stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins: "Mit dieser Ausstellung knüpfen wir unser Netz in der unterfränkischen Museumswelt wieder ein bisschen enger." 10 000 Euro fließen in das Projekt, das auch die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken finanziell fördert.


Bei der Eröffnung vor Ort

Eine kleine Delegation aus Ebern um Museumsleiter Ingo Hafenecker war bei der Eröffnung der Ausstellung am Wochenende in Würzburg dabei. Eine "eher interne Veranstaltung", wie die Eberner berichten. Guido Fackler und Michaela Fenske, Inhaber der Lehrstühle für Museologie bzw. für Europäische Ethnologie an der Uni Würzburg, und ihre Studenten stellten die spannenden Ergebnisse der Studenten vor. Museologe Fackler griff ein Zitat auf, das Albert Einstein zugeschrieben wird: "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben."

"Eine Ausstellung auf kleinem Raum, aber sehr gut gemacht", befindet Ingo Hafenecker. Stefan Andritschke freut sich über die Gelegenheit, Kontakte mit externen Kooperationspartnern zu knüpfen, beispielsweise Professor Fackler, mit dem man gut reden könne: "Der ist keiner aus dem Elfenbeinturm." Die Vorbereitungen liefen seit Herbst, sagt Andritschke. Sein Fazit: "Das war keine leichte Geburt, ist aber ein schönes Kind geworden."
Der Biene begegnen die Besucher auf der Landesgartenschau übrigens noch häufiger. Die "Bayern Summt"-Initiative hat Lernmöglichkeiten für Klein und Groß ersonnen. Die Kinder können Insektenhotels bauen und in einer kleinen "Bienen-Gastronomie" ist Selbstbedienung angesagt: Insekten dürfen naschen, so viel sie wollen.

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