Ebern
Handwerk

Eberner Meisterschüler spielt Billard auf dem Wohnzimmertisch

Alle 18 Teilnehmer des Meisterkurses an der Schreinerschule Ebern haben die Abschlussprüfung bestanden. Sie haben kreativen Werkstücke geschaffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Einen Wohnzimmertisch, auf dem man Billard spielen kann, hat Kai Wim Wolters geschaffen. Foto: Günther Geiling
Einen Wohnzimmertisch, auf dem man Billard spielen kann, hat Kai Wim Wolters geschaffen. Foto: Günther Geiling
+2 Bilder

"Im Februar 2018 haben 18 junge Leute ihre Meisterausbildung begonnen, heute schließen sie 18 ab." Schulleiter Oliver Dünisch war bei bei der Verabschiedung des jüngsten Meisterkurses in der Schreinermeisterschule in Ebern der Stolz anzusehen. Niemand habe die Weiterbildung abgebrochen, keiner sei auf der Strecke geblieben. Hinzu komme ein sehr guter Notendurchschnitt von 2,14. Die Ausstellung der Meisterstücke kam bei den vielen Gästen prima an.

Oliver Dünisch erinnerte daran, dass die Meisterschule seit 25 Jahren Bestandteil der Eberner Schullandschaft ist. Zwischen allen Einrichtungen herrsche ein gutes und konstruktives Miteinander. "In Ihrem Kurs war irgendwie immer eine heiter entspannte Grundstimmung zu spüren, die sich auch auf Ihr Umfeld übertrug und die Schulatmosphäre wesentlich mitgeprägt hat."

"Legendäre" Wochenexkursion

Der Kurs habe sich aber auch inhaltlich und in der Moderation von Workshops in ganz besonderem Maße eingebracht, wofür der Schulleiter auch namens zukünftiger Meisterkurse dankte, die von diesem Einsatz profitieren könnten. Er erinnerte an die "schon als legendär zu bezeichnende" Wochenexkursion, die gezeigt habe, welchen wertvollen fachlichen Beitrag eine gemeinsame Zeit außerhalb der Schule für das gemeinsame Miteinander leisten könne.

Dünisch erwähnte auch noch das zusammengewürfelte Handball-Team der Meisterschule, das nach kurzer Vorbereitungsphase sogar den Platzhirschen TV Ebern an den Rand einer Niederlage und die Zuschauerränge zum Beben gebracht habe.

Handball-Legende schreibt Grußwort

Er verlas ein Grußwort der Handball-Legende Heiner Brand: "Ich gratuliere allen Jungmeistern sehr herzlich und wünsche viel Erfolg im beruflichen und privaten Leben. Ganz besonders hat mich gefreut, dass ihr in der schwierigen Zeit des Lernens noch die Zeit zum Handballspiel gefunden habt. Macht weiter so, denn Handball ist ein toller Sport und nebenbei auch eine Schule des Lebens."

Oliver Dünisch gratulierte dann den Absolventen zur "ganz persönlichen Ernte".

Landrat Wilhelm Schneider gratulierte zu den wirklich gelungenen Meisterstücken, die sehr eindrucksvoll zeigten, wie innovativ und kreativ das Schreinerhandwerk sei. "Es ist beeindruckend, wie handwerkliches Können und ästhetisches Geschick harmonieren und sich in zeitlosem Design widerspiegeln." Damit hätten alle eine Glanzleistung hingelegt. "Dieses Zeugnis hat einen bleibenden Wert für das ganze Leben. Es ist die Qualifikationsurkunde, mit der ihnen die Türen für die Zukunft geöffnet werden."

Gut angelegtes Geld

In den vergangenen Jahren habe der Zweckverband Meisterschule 3,5 Millionen Euro in die Hand genommen, um bauliche Verbesserungen vorzunehmen. "Wir kümmern uns um optimale Trainingsbedingungen", meinte Schneider.

Das Geld sei aber gut angelegt, "weil wir damit die bauliche Modernisierung und die Zukunft unserer Schreinermeisterschule langfristig sichern". Die Eberner Einrichtung habe einen sehr guten Ruf, sie sei eine echte Talentschmiede und unverzichtbar für die Region.

Weitere Grußworte sprachen Bürgermeiser Jürgen Hennemann sowie der Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, Walter Heußlein. Als Moderator fungierte Peter Maiwal, das Blasmusikensemble Unterpreppach sorgte für den musikalischen Rahmen.

Vier Jahre auf Wanderschaft

Die Meisterstücke der Absolventen stießen in einer Ausstellung auf großes Interesse. Zu sehen waren unter anderem eine Esszimmeranrichte, ein Barschrank, ein Flurschränkchen und sogar ein Wohnzimmertisch zum Billardspielen.

Der frischgebackene Schreinermeister Erik Burkhardt aus Presseck im Landkreis Kulmbach war in seiner Kluft gekommen. Er hatte seine Ausbildung zum Schreiner absolviert, war aber dann, ähnlich wie die Zimmerleute, auf eine vierjährige Wanderschaft gegangen, die ihn bis nach Skandinavien und Kanada führte. Bei seinem Rückblick stellte er vor allem die vielen menschlichen Erfahrungen heraus, aber auch für den Beruf habe es viel fachliches Wissen gebracht. Er hatte einen Kluftschrank aus Rüsterholz mit geölter Oberfläche und vielen Details geschaffen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren