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Ebern
Kontroverse

Ebern weist die Einwände zum Hochregallager zurück

Der Bauausschuss des Stadtrates behandelte Eingaben gegen das geplante und umstrittene Hochregallager der Firma Uniwell bei Eyrichshof.
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Der Blick vom sogenannten Schafstall an der Kurzewinder Straße, wo auch das Neubaugebiet "Sonnenleite" liegt, in Richtung Firma Uniwell: Davor soll das 21 Meter Hochregallager entstehen. Im Hintergrund liegt das Baunachtal mit der  Ortschaft Höchstädten.  Helmut Will/Archiv
Der Blick vom sogenannten Schafstall an der Kurzewinder Straße, wo auch das Neubaugebiet "Sonnenleite" liegt, in Richtung Firma Uniwell: Davor soll das 21 Meter Hochregallager entstehen. Im Hintergrund liegt das Baunachtal mit der Ortschaft Höchstädten. Helmut Will/Archiv

Eine Papierflut bescherte die Kontroverse um das geplante Hochregallager dem Bauausschuss der Stadt Ebern in seiner Sitzung am Mittwochabend. Insgesamt 98 Seiten an Einwänden und die Stellungnahmen der Verwaltung zu den einzelnen Punkten musste das Gremium abarbeiten. Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Josef Müller, zuständig für Bauleitplanungen, hatten Schwerstarbeit zu leisten. Die Sitzung dauerte knapp sechs Stunden.

Hennemann stellte klar, dass der Bauausschuss nur Empfehlungen für den Stadtrat aussprechen könne. Der Stadtrat tagt am 19. Dezember und muss dann entscheiden. Auch wies das Stadtoberhaupt darauf hin, dass das Landratsamt Haßberge verschiedene Bedenken habe und deshalb eine Auslegung verschiedener Unterlagen für weitere vier Wochen erfolgen müsse. "Es muss alles rechtlich sauber abgearbeitet werden, und das werden wir tun", versicherte Josef Müller. Der Bürgermeister ergänzte, dass sich weder Landratsamt noch Stadt rechtlich in eine Grauzone begeben wolle.

Das Ganze wurde notwendig, da die Bürgerinitiative (BI) Eyrichshof aufgrund mehrerer Formfehler mit dem ersten Bürgerbegehren gescheitert war und ein weiteres Begehren am 5. Dezember bei der Stadt Ebern eingereicht hat. Dem Bauausschuss wurden Animationen zum geplanten Hochregallager aus verschiedenen Blickwinkeln vorgelegt.

Dann begann das Verlesen der vorgelegten Einwände und Bedenken und der Stellungnahmen der Verwaltung. 17 meist seitenlange Einwände mussten behandelt werden und zehrten sichtlich an den Nerven der Gremiumsmitglieder. Einige Einwände glichen im Grundtenor denen, die schon einmal Gegenstand einer Sitzung waren. Stadtrat Manfred Fausten (CSU) rügte, dass er das als "Schikane" von Seiten der Bürgerinitiative Eyrichshof sehe.

Die Einwände und die dazu formulierten Stellungnahmen der Verwaltung klafften schon bei der ersten Beratung weit auseinander. Als Zuhörer war Rechtsanwalt Dieter Czap als Vertreter von zwei Hochregallager-Gegnern zugegen, der eifrig notierte. Die meisten Beschlüsse des Bauausschusses, die, wie erwähnt, nur Empfehlungen für den Stadtrat sind, wurden einstimmig pro Hochregallager gefasst.

Bei einigen Stellungnahmen votierte Stadträtin Brunhilde Giegold (SPD) dagegen. Stadtrat Thomas Limpert (FWE), der als Mitarbeiter der Firma Uniwell in Einwänden manchmal erwähnt wurde, meldete sich zu Wort. Er stellte klar, dass es sich um ein Konsignationslager handle, in dem bereits verkaufte Ware, damit fremde Ware, manchmal kurzfristig eingelagert werde. "Das ist ein üblicher Vorgang, der so von vielen anderen Firmen praktiziert wird", sagt Limpert.

Stadtrat Manfred Fausten beantragte, dass dem Bauantrag der Firma Uniwell - es war ein weiterer Tagesordnungspunkt - zugestimmt werden sollte. Das lehnte das Gremium mit 5:2 Stimmen ab und erteilte vorläufig das gemeindliche Einvernehmen nicht, wohl im Hinblick auf das vorliegende Bürgerbegehren.

Weitere Punkte im Ausschuss: Für den Neubau der Kindertagesstätte in Ebern wurde ein Auftrag für Bodenbelagsarbeiten in Höhe von 36 400 Euro an eine Firma aus Ebern vergeben. Gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes wegen der Solaranlage in Buch (Gemeinde Untermerzbach) gab es von der Stadt Ebern als Nachbarkommune keine Einwände. Die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes für den Bebauungsplan "Aldi-Verlagerung" in Ebern wurden die eingegangenen Stellungnahmen zur Kenntnis genommen und Zwischenbeschlüsse gefasst, um das Vorhaben weiter voranzubringen.

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