Ebern
Entsorgung

Ebern beschließt Kurswechsel bei Klärschlamm

Die Lösung des Landkreises zur Klärschlammbehandlung in Hofheim überzeugt die Eberner. Sie ist billiger.
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In Ebern fallen Jahr für Jahr zwischen 190 000 und 210 000 Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse an. Unser Bild zeigt das Eberner Klärbecken.
In Ebern fallen Jahr für Jahr zwischen 190 000 und 210 000 Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse an. Unser Bild zeigt das Eberner Klärbecken.

Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Martin Lang vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, informierten bei der Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend das Gremium über die künftig geplante Klärschlammentsorgung. "Wir haben in unserer Sitzung im Februar schon einmal darüber beraten und beschlossen, dass wir uns am Klärschlammkonzept des Landkreises nicht beteiligen", sagte Hennemann. Das sei damals so richtig gewesen, weil alles noch "unausgegoren" gewesen sei. Nunmehr habe man ein neues Konzept vorliegen, bei dem die Gesellschaft "Süßwasser" mit im Boot sei.

Das neue Konzept sieht vor, dass der Klärschlamm auf der Kläranlage in Ebern bis zu 25 Prozent Trockenmasse entwässert und diese dann von Ebern nach Hofheim transportiert wird. In Hofheim erfolgt dann die Trocknung in einem "Bandtrockner." Südwasser garantiert laut dem Bürgermeister, dass die Anlage immer voll ausgelastet wird, um Betriebskosten zu mindern.

Anlage zur Entwässerung nötig

Martin Lang stellte die Herausforderung für die Stadt Ebern vor: Eine Klärschlammentwässerung muss auf der Kläranlage in Ebern stattfinden. Ferner muss die Stadt die Schlammlieferung nach Hofheim regeln. Über Kosten für die in Ebern geplante Entwässerungsanlage wurden keine Aussagen gemacht. Das könne man derzeit nicht, hieß es. Derzeit pendelt die Schlammmenge der Kläranlage Ebern zwischen 190 000 und 210 000 Tonnen Trockenmasse im Jahr. Die Klärschlammverordnung aus dem Jahr 2107 führte zum Anstieg der Kosten. "Die Schlammbehandlungskosten werden nach derzeitigem Entsorgungsschema für das Jahr 2019 etwa 700 000 Euro kosten, für das Jahr 2020 dann 770 000 Euro", sagte der Bürgermeister. Wie es sich weiter entwickeln wird, könne man derzeit nicht absehen. Nach einem Gutachten der GUT (Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge) liegen die Kosten für eine Trocknung in Hofheim zwischen 315 000 und 425 000 Euro im Jahr, bei einer Jahresmenge von 1250 Tonnen Trockenmasse. "Der Durchsatz der Hofheimer Anlage wird jedoch aufgrund des Engagements von ,Südwasser‘ bei 2750 Tonnen im Jahr liegen", führte Hennemann aus. Das entspräche einer hundertprozentigen Auslastung. Und damit wäre, wie er sagte, eine Kostenreduzierung zu erwarten. Hennemann betonte, dass die Gemeinden bei dieser Lösung alles "in der Hand" hätten und einwirken könnten. Martin Lang ging auf technische Details einer Klärschlammentwässerung und die Schlammpresse ein, die auf der Eberner Kläranlage entstehen soll.

Zu erwarten ist, dass alles teurer werde, bilanzierte Stadtrat Manfred Fausten (CSU), was der Bürgermeister bestätigte. "Wir kommen da nicht drum rum." Stadtrat Klaus Schineller (EAL) sah auch "keinen anderen Weg" für die Klärschlammentsorgung. Der Transport des getrockneten Klärschlamms von Ebern nach Hofheim sei durch die Stadt zur regeln. "Das würde für uns 50 bis 60 Fahrten im Jahr nach Hofheim bedeuten", sagte Lang. Ob das der Bauhof leisten könne oder ob damit ein externes Unternehmen beauftragt wird, sei zu prüfen.

Stadtrat Thomas Limpert (FWE) forderte genügend Einfluss der Stadt, um sich für Eventualitäten abzusichern. Martin Lang ging noch auf eine Stellungnahme der Kläranlagenplaner des Büros SRP Zeil ein, wonach die geplante zukünftige Entsorgung eine zukunftsweisende sichere Entsorgung sei. Lang fasste zusammen: "Wir müssen auf den jetzigen Anforderungen reagieren" und Stadtrat Fabian Weber stellte den Antrag auf Ende der Debatte. Einstimmig wurde beschlossen, dass die Stadt Ebern an der künftigen Entsorgung des Landkreises ein verbindliches Interesse habe und die Mittel für eine stationäre Schlammentwässerung auf der Kläranlage Ebern in den Haushalt aufnimmt. Beabsichtigt ist, einem zu gründenden Zweckverband beizutreten, was allerdings dem Stadtrat noch vorgelegt werden soll. Der Bürgermeister kann in die Verhandlungen mit dem Landkreis gehen.

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