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Kommunalpolitik

Ebelsbach vs. Eltmann: Streit unter Freunden

Eltmann und Ebelsbach liegen seit Jahren im Zwist, weil Eltmann in einem Sondergebiet Supermärkte ansiedeln und Ebelsbach das verhindern will.
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Widerstand zwecklos? Die Türen stehen Eltmann jetzt jedenfalls offen, was die Baugenehmigung für das alte Rebhan-Gelände betrifft. Das VG Würzburg wies eine Klage aus Ebelsbach ab. Fotos: Andreas Lösch
Widerstand zwecklos? Die Türen stehen Eltmann jetzt jedenfalls offen, was die Baugenehmigung für das alte Rebhan-Gelände betrifft. Das VG Würzburg wies eine Klage aus Ebelsbach ab. Fotos: Andreas Lösch
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Wenn zwei sich streiten, entscheidet ein Dritter: Das Verwaltungsgericht in Würzburg hat der Stadt Eltmann recht gegeben, was deren Ambitionen in Sachen "Elt-Auen" angeht.

In dem Gebiet will die Stadt Supermärkte ansiedeln, die Nachbargemeinde Ebelsbach will das verhindern, fürchtet um Kaufkraftverlust. Deswegen hat Ebelsbach gegen die Baugenehmigung, die das Landratsamt Haßberge erteilt hat, Klage vor dem VG in Würzburg eingereicht.

Zudem sieht Ebelsbach auch den Bebauungsplan für das "Sondergebiet Elt-Auen" als nicht rechtens an und klagt dagegen vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München (hier steht ein Urteil noch aus). Das Verhältnis der beiden Nachbarkommunen ist dadurch freilich belastet. Einen alten Freund (indirekt) verklagen? "Das ist natürlich kein schöner Zug, das hat uns auch geärgert", sag Michael Ziegler, Bürgermeister von Eltmann.

Vor allem, weil seine Stadt ansonsten zu Ebelsbach ein gutes Verhältnis pflegt, "in anderen Punkten arbeiten wir ja gut zusammen", beim Abwasserzweckverband etwa. Aber beim Streit um die Elt-Auen sind die Fronten dann doch verhärtet. "Man muss differenzieren können. Dass wir eine Freundschaft aufkündigen, das ist nicht der Fall", sagt Michael Ziegler. Man werde aber auch nicht klein beigeben. Die Pläne, auf dem ehemaligen Rebhan-Gelände Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen, bleiben bestehen.

Weil das Verwaltungsgericht in Würzburg pro Eltmann entschieden hat, könnte der Baubeginn gar schon in naher Zukunft liegen, denn das noch ausstehende Urteil aus München "hat keine aufschiebende Wirkung". Michael Ziegler weiß aus Gesprächen mit Investoren, dass das Interesse an den Elt-Auen ungebrochen ist. "Edeka möchte zusammen mit Aldi kommen", erklärt der Bürgermeister. Das sei die strategische Ausrichtung in der Branche, dass ein Vollsortimenter (Edeka) und ein Discounter (Aldi) gemeinsam vor Ort sind. Ob und welche Märkte letztendlich dort gebaut werden, ist aber noch nicht fix. "Wir warten noch auf die Begründung" des Urteils aus Würzburg, die sollte Anfang September vorliegen.

Bleibt Aldi in Ebelsbach?

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Ebelsbachs Bürgermeister Walter Ziegler ist genau diese Konstellation mit dem Vollsortimenter und dem Discounter in den Elt-Auen nicht ganz recht. Denn Aldi ist in Ebelsbach seit Jahren angesiedelt und das soll auch so bleiben: "Unser Bestreben ist eben, Aldi in Ebelsbach zu halten." Er und sein Gemeinderat glauben auch, dass das gelingt, denn "die Lage ist besser bei uns als da drüben". Zumal hat Aldi bereits einen Mietvertrag für einen neuen Markt im Ebelsbacher Gewerbegebiet Lohwiese geschlossen, deswegen ist Walter Ziegler zuversichtlich, dass der Discounter der Gemeinde noch lange erhalten bleibt.

Auch der Ebelsbacher Bürgermeister ist sich der angespannten Lage bewusst, was das Verhältnis der Ziegler-geführten Nachbarkommunen angeht. Die Namensvetter wissen aber eigenen Aussagen zufolge, dass beide Orte gut daran tun, wenn sie in anderen Bereichen weiter zusammenarbeiten. Durch den Rechtsstreit um die Baugenehmigung sei das Verhältnis zwar belastet, "aber es ist bei weitem nicht so, dass wir uns aus dem Weg gehen. Man muss das unterscheiden", sagt Walter Ziegler. Nun heißt es aber: Abwarten, bis eine Entscheidung fällt, was mit den Elt-Auen geschieht und welche Läden dort gegebenenfalls angesiedelt werden.



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