Haßfurt
Strafverfahren

Dilettantische Tricksereien fliegen schnell auf

Das Amtsgericht in Haßfurt verhandelte gegen einen 57-Jährigen wegen Betrugs. Für den Mann geht es um viel.
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Die Flaute auf seinem Bankkonto wollte ein 57-jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis Haßberge in den Jahren 2017 und 2018 mit einer ganzen Reihe von Vermögensdelikten beenden. Doch dabei ging er teilweise so dilettantisch vor, dass seine Fehltritte schnell ans Licht kamen. Am Freitag musste er sich am Amtsgericht Haßfurt wegen Veruntreuung, Unterschlagung, Urkundenfälschung und Betrugs verantworten.

Für den Angeklagten stand viel auf dem Spiel, denn er hat nicht nur Privatinsolvenz angemeldet, sondern stand bereits vor den Taten unter laufender Bewährung. Vielleicht auch deshalb bat er seine Pflichtverteidigerin darum, ihn für verhandlungsunfähig erklären zu lassen. Denn er leide unter Depressionen, habe mehrere Medikamente eingenommen und könne sich nur schwerlich konzentrieren, führte die Verteidigerin ins Feld, ohne jedoch damit das Gericht beeindrucken zu können.

Sowohl die Vorsitzende als auch die Staatsanwältin lehnten den Antrag ab, zumal Zeugen aus Berlin geladen waren, die eine weite Anreise hatten, argumentierte die Staatsanwältin. Sie warf dem Angeklagten drei Anklagepunkte vor: Im Jahr 2017 arbeitete er an einer Tankstelle in Bamberg als Kassierer. Dabei griff er laut Anklage 17 Mal in die Kasse oder veruntreute auf andere Weise Geld. Dabei entstand laut der Tankstelleninhaberin ein Schaden von über 2000 Euro.

Auf die Schliche kam man dem Angeklagten, als einmal eine komplette Stange Zigaretten fehlte, die laut Inventur eigentlich hätte vorhanden sein müssen, sagte die Tankstelleninhaberin im Zeugenstand. Daraufhin habe sie die Videoaufzeichnungen überprüft. Darauf war zu sehen, dass ein Stammkunde die Zigaretten bar bezahlte und der Angeklagte das Geld in die eigene Tasche steckte. Sechs bis sieben weitere derartige Fälle konnten auf diese Weise aufgedeckt werden.

Als sie den Angeklagten daraufhin ansprach, stritt er zunächst seine Taten ab, räumte sie aber aufgrund der offensichtlichen Beweise dann ein. Er bat seine damalige Chefin darum, ihn nicht anzuzeigen. Er unterschrieb ein Schuldeingeständnis und gelobte, den Schaden in Raten zurückzuzahlen. Als dies unterblieb und er aggressiv wurde, habe sie ihn dann doch angezeigt, sagte die Tankstelleninhaberin.

Ein weiterer Versuch, an Geld zu kommen, ging schief: Im März 2017 fälschte der Angeklagte zwei Überweisungsträger, indem er sich als Begünstigter eintrug und als zu belastendes Konto die Kontonummer eines Bekannten angab. Insgesamt trug er über 2800 Euro als Überweisungssumme ein und reichte die Überweisungen bei zwei verschiedenen Banken ein. Doch die Banken erkannten die gefälschten Dokumente und erstatteten Anzeige.

Im dritten Fall bot der Angeklagte bei einer Internetplattform Altholz für 900 Euro zum Verkauf an. Der Abnehmer überwies das Geld per Vorkasse. Auf die Lieferung wartet er bis heute.

Die Verhandlung wurde schließt vertagt. Sie soll am 9. Oktober fortgesetzt werden. Dann sollen weitere Zeugen gehört werden. Bis dahin soll außerdem ein psychiatrischer Sachverständiger die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten begutachten.

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