Laden...
Haßfurt
Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft im Kreis Haßberge läuft stabil

Firmen und ihre Beschäftigten können zuversichtlich auf das neue Jahr blicken. Die Arbeitsagentur geht davon aus, dass 2013 für die Betriebe und ihre Mitarbeiter erfolgreich wird. Junge Leute können am meisten profitieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Betrieb im Landkreis, bei dem es richtig rund läuft, sind die Fränkischen Rohrwerke in Königsberg. Sie legen auch großen Wert auf eine fundierte Ausbildung. Hier informieren sich junge Leute aus der Berufsoberschule Coburg über die Produktionsanlage in Königsberg (das Bild entstand im Jahr 2012).  Foto: Archiv/Fränkische
Ein Betrieb im Landkreis, bei dem es richtig rund läuft, sind die Fränkischen Rohrwerke in Königsberg. Sie legen auch großen Wert auf eine fundierte Ausbildung. Hier informieren sich junge Leute aus der Berufsoberschule Coburg über die Produktionsanlage in Königsberg (das Bild entstand im Jahr 2012). Foto: Archiv/Fränkische
+2 Bilder
Günther Trum hat eine gute Nachricht für Arbeitssuchende: "Wenn jemand gewillt ist", die nötige Eignung hat oder sie sich in Fortbildungen verschafft, so hat er beste Aussichten auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Haßberge, eine Stelle zu finden. Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind nach Einschätzung des Leiters der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle in Haßfurt stabil und werden auch im neuen Jahr gut laufen. Die Menschen im Landkreis könnten zuversichtlich sein, sagte Trum unserer Zeitung am Donnerstag, als die Arbeitsagentur ihre Monatsbilanz für den Januar vorstellte.

Saisonale Gründe
Der fällt nicht so toll aus. Aber der Anstieg der Erwerbslosenzahlen im Januar hat vor allem mit dem Winter zu tun. Saisonale Gründe sagen dazu die Experten der Arbeitsagentur. Auch die Konjunktur hat sich in den vergangenen Monaten etwas eingetrübt.
Das hält den Chef der Haßfurter Geschäftsstelle, die für den ganzen Landkreis zuständig ist, aber nicht davon ab, von guten Perspektiven für 2013 und einer guten Bilanz für 2012 zu sprechen. Denn selbst die Firmen (es sind einige wenige im Landkreis), die schon Kurzarbeit angemeldet haben, sehen keine großen Probleme auf sich zukommen.

Aufgrund vermehrter Anfragen zum Thema Kurzarbeit geht die Agentur für Arbeit laut Trum davon aus, dass der Auftragsrückgang insbesondere im produzierenden Gewerbe verstärkt durch Kurzarbeit aufgefangen werden soll. Der Einsatz dieses arbeitsmarktpolitischen Instruments in Unternehmen deute aber gleichzeitig darauf hin, dass die Firmen "von einer sich verbessernden Auftragslage im Jahr 2013 ausgehen".

Die Firmen sichern, wie Günther Trum darstellt, mit den betroffenen Arbeitnehmern einerseits den Arbeitsplatz, andererseits bleiben die eingearbeiteten Arbeitskräfte dem Betrieb weiter erhalten.

Dünnes Angebot an motivierten Arbeitskräften
Das wollen die Betriebe. Sie wollen ihre Mitarbeiter, vor allem natürlich die guten, die eingearbeiteten und die motivierten Beschäftigten, halten, weil das Angebot dünner wird. Es gibt weniger Fachkräfte und und vor allem weniger Nachwuchskräfte. Umgekehrt bedeutet das, dass junge Leute derzeit die besten Chancen haben, eine Ausbildungsstelle oder einen Beruf zu finden.

Mittlerweile ist es laut Günther Trum sogar so, dass die Arbeitsagentur für einen Bewerber mehrere Angebote unterbreiten kann. "Weil es immer weniger werden", haben die jungen Leute bisweilen die Qual der Wahl. Vor einigen Jahren noch undenkbar. Die neue Situation stellt die Firmen vor große Herausforderungen in ihrem Bemühen, geeigneten und ausreichenden Nachwuchs zu finden.

Insgesamt, so fasst Agenturleiter Günther Trum zusammen, verfügt der Kreis Haßberge über einen robusten Arbeitsmarkt, wie sich 2012 bestätigt hat. Die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2012 lag nach seinen Angaben bei durchschnittlich 1645 Personen. Im Vergleich: Im Jahr 2010 waren es noch 2028, im Jahr 2011 nur noch 1597 Personen.

Aussagekräftig werden diese Zahlen aber erst, wenn man einige Jahre zurückblickt. Denn damals waren die Zahlen der Arbeitslosen im Landkreis Haßberge teilweise doppelt so hoch. Der Haßbergekreis lag 2012 mit seiner durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent unter dem Durchschnitt von 3,7 Prozent im Freistaat Bayern.

Der Winter setzt dem Arbeitsmarkt zu
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Haßberge von Dezember auf Januar um 329 Personen auf 1982 Erwerbslose gestiegen. Diese Zahlen gab am Donnerstag die Agentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht für Januar bekannt. Noch eine Zahl: 1982 Erwerbslose jetzt im Januar bedeuten 202 Arbeitslose mehr als im Januar vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug nun im Januar 4,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,7 Prozent.

Der Bestand an offenen Stellen ist im Januar 2013 im Monatsvergleich um 30 Arbeitsplätze auf 294 Stellen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar gab es 24 Arbeitsstellen weniger.

Zwei Faktoren
Den größten Teil der Steigerung bei den Arbeitslosenzahlen führt die Arbeitsagentur auf die "saisonale Komponente" zurück. "Allerdings addierten sich dazu die Auswirkungen der derzeit schwächeren Konjunktur", kommentiert Thomas Stelzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Schweinfurt, die aktuellen Zahlen. Die Agentur in Schweinfurt ist für die gesamte Region zuständig; das sind die Landkreise Haßberge, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Schweinfurt sowie die Stadt Schweinfurt. Für den Kreis Haßberge unterhält die Agentur eine Geschäftsstelle in Haßfurt.

Nicht unüblich
Eine deutliche Steigerung bei der Arbeitslosigkeit im Januar ist nicht unüblich. "Ein Großteil der Menschen, die sich im Januar arbeitslos melden mussten, hatte eine Beschäftigung in einem saisonabhängigen Bereich wie der Gastronomie oder den witterungsabhängigen Außenberufen", erklärt Stelzer weiter. Auch im Handel wurden Arbeitskräfte nach Beendigung des Weihnachtsgeschäfts arbeitslos.

Dazu kamen aber auch Arbeitnehmer aus den Produktionsbetrieben, deren befristete Beschäftigung Ende des letzten Jahres nicht mehr verlängert wurde. Die Arbeitslosigkeit dieser Menschen ist eine direkte Folge der derzeit geringeren Nachfrage nach vielen Produktionsgütern. Eng damit verbunden ist auch der Bereich der Logistik, also der Transport und die Lagerung von Gütern", informiert Stelzer weiter. Einige Betriebe in der Region haben schon Kurzarbeit anmelden müssen. Darunter sind einige Firmen im Kreis Haßberge.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren